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SCHIELE und KLIMT, Meisterwerke der österreichischen Moderne – Jugendstil – Expressionismus…

Das Leopold Museum präsentiert im Museums Quartier die weltweit größte und bedeutendste Egon Schiele Sammlung gemeinsam mit Meisterwerken von Gustav Klimt und Oskar Kokoschka.  Das Museum verfügt mit 41 Gemälden und 188 Arbeiten auf Papier über die weltweit größte und bedeutendste Sammlung an Werken des Expressionisten Egon Schiele (Tulln 1890–1918 Wien). 

DIE WIEDERENTDECKUNG SCHIELES DURCH RUDOLF LEOPOLD

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Egon, Melanie und Elvira Schiele mit ihren Eltern, 1893 © Privatbesitz Foto Anonym
Als Schiele 1918 mit nur 28 Jahren an der Spanischen Grippe starb, galt er vielen als der wichtigste österreichische Künstler seiner Zeit. In den Jahrzehnten nach seinem frühen Tod geriet er jedoch immer mehr in Vergessenheit, wurde in der Zeit des Nationalsozialismus posthum zum »entarteten Künstler« erklärt. Zu Beginn der 1950er Jahre sah der junge Medizin- und Kunstgeschichtestudent Rudolf Leopold erstmals Werke von Egon Schiele. Er bemerkte, dass diese in Qualität, Ausdruckskraft und technischer Meisterschaft durchaus den Alten Meistern vergleichbar waren.

SCHIELES AUFSTIEG ZU WELTRUHM

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Egon Schiele, Selbstbildnis mit hochgezogener nackter Schulter, 1912 © Leopold Museum, Wien, Inv. 653
Am freien Markt waren damals noch viele Gemälde und Blätter von Egon Schiele erhältlich und sogar erschwinglich, wenngleich auch nicht ganz billig: ein großformatiges Ölgemälde war in etwa so viel wert wie ein neuer Kleinwagen. Seit damals hat sich der Marktpreis für Schieles Werke vervielfacht. Seine Gemälde erzielen mittlerweile bereits Preise im zweistelligen Millionenbereich. An Schieles weltweitem Ruhm und internationaler Wertschätzung war Rudolf Leopold maßgeblich beteiligt. SYSTEMATISCHES SAMMELN Durch akribische Nachforschungen gelang es Leopold, wichtige Hauptwerke, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf der ganzen Welt verstreut waren, zu erwerben. Von Beginn an setzte sich der leidenschaftliche Sammler auch für das Ansehen Schieles ein. Schließlich war der Künstler damals noch nicht sonderlich bekannt und wurde teilweise sogar abschätzig beurteilt. Rudolf Leopold kuratierte und beschickte zahlreiche Ausstellungen weltweit, setzte Forschungen in Gang und veröffentliche 1972 ein umfangreiches kritisches Werkverzeichnis der Gemälde.

EGON SCHIELE. DIE SAMMLUNG LEOPOLD

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Egon Schiele, Der Häuserbogen II, 1915 © Leopold Museum, Wien, Inv. 456
Im Laufe der Jahre wuchs die Sammlung zur heute weltweit bedeutendsten Schiele-Kollektion an. Sie umfasst 41 Gemälde und rund 190 Arbeiten auf Papier. Rudolf Leopold begeisterte sich besonders für die frühe expressionistische Phase des Künstlers, die heute unbestritten als Schieles wichtigste künstlerische Periode angesehen wird. Die Sammlung umfasst jedoch Gemälde und Zeichnungen aus allen Werkphasen des Künstlers. Gemälde wie »Sitzender Männerakt« (Selbstdarstellung, auch Gelber Akt genannt) von 1910, »Die Eremiten« von 1912 (Es zeigt vermutlich Egon Schiele mit Gustav Klimt), »Selbstbildnis mit  Kampionfrüchten« und das Pendant »Bildnis Wally Neuzil« von 1912 oder »Kardinal und Nonne« (Liebkosung), ebenfalls von 1912 zählen zu den weltweit bekanntesten Werken des Künstlers.

Neben den Selbstbildnissen, Porträts und Allegorien bilden die Stadtlandschaften, allen voran die Ansichten von Krumau einen Schwerpunkt in Schieles Werk. In der Sammlung Leopold sind herausragende Landschaftsbilder vertreten wie etwa »Häuser am Meer« oder die Krumaudarstellungen »Der Häuserbogen« oder »Hauswand am Fluss« aus dem Jahr 1915. Auch hundert Jahre nach ihrer Entstehung haben Schieles Bilder nichts an Faszination und Aktualität verloren. Das mitten im Ersten Weltkrieg entstandene Werk »Entschwebung« (Die Blinden II) von 1915 ist nicht nur eines des ausdrucksstärksten Werke des Künstlers, sondern Schieles größtes, heute noch erhaltenes Bild überhaupt. [Quelle: Leopold Museum]

Leopold Museum Logo © Leopold Museum, WienLeopold Museum-Privatstiftung, Museums Quartier Wien, Museumsplatz 1, 1070 Wien. ÖFFNUNGSZEITEN Täglich außer Dienstag 10–18 Uhr, Donnerstag 10–21 Uhr, Dienstag geschlossen, Juni, Juli, August: Täglich geöffnet

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