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ITO SHINSUI – Maler und Holzschnittkünstler der modernen japanischen Kunst im 20. Jahrh.

Itō Shinsui, 1898 in Tokio geboren, wuchs in dieser Epoche des Wandels auf. Obwohl es in Japan zu der Zeit bereits eine Kunsterziehung nach westlichem Vorbild gab, wurde er noch im traditionellen Meister-Schüler-Verhältnis ausgebildet.

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Itō Shinsui – Kurtisane – Farbholzdruck, Japan 1916 © Courtesy Taiyo no Hikari Foundation, Japan
Als 13-Jähriger wurde er von Kaburagi Kiyokata (1878-1972), einem der angesehensten Maler seiner Zeit, als Schüler aufgenommen. Bereits im Alter von 15 bis 17 Jahren nahm er an Ausstellungen teil, die das japanische Ministerium für Erziehung (Monbusho) oder private Künstlervereinigungen organisierten. Dank seines grossen Talents wurde er nicht nur mit Lob überhäuft, sondern auch mit diversen Auszeichnungen gesegnet. Im Jahr 1915 entdeckte der Verleger Watanabe Shōzaburō ein Frauenporträt von Shinsui in einer Gruppenausstellung und war so begeistert davon, dass er über Kiyokata an den noch minderjährigen Künstler herantrat und ihn bat, das Gemälde in einen Holzdruck umzuarbeiten. Das im darauffolgenden Jahr erschienene Blatt «Vor dem Spiegel» markiert den Beginn der über 40 Jahre dauernden Zusammenarbeit zwischen Shinsui und Watanabe.

Landschaften

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Itō Shinsui – Schneefall über dem Ukimido-Schrein in Katada – aus der Serie – Acht Ansichten der Region Ōmi (Biwa-See) – Farbholzdruck, Japan 1918 © Courtesy Taiyo no Hikari Foundation, Japan
Itō Shinsui war aber auch ein vorzüglicher Darsteller von Landschaften. Seine früheste Serie, die «Acht Ansichten von Ōmi (Region um den Biwa-See)» (1917), hatte eine bahnbrechende Wirkung auf die Entwicklung der Shinhanga-Landschaften. Anstatt auf die gängige Ikonografie zurückzugreifen, die sich seit dem 15. Jahrhundert in der Malerei und später in den Holzschnitten von Meistern wie Hiroshige herausgebildet hatte, lieferte Shinsui eine erfrischend neue Interpretation, die auf seiner persönlichen Naturerfahrung beruhte. Dieser Ansatz stand den Prinzipien westlicher Kunst näher als den Grundsätzen der ostasiatischen Bildtradition, in welcher das in klassischen Poesien vermittelte Bild einer Landschaft eine wichtigere Rolle spielte als das tatsächliche Aussehen eines Ortes. Shinsuis Landschaften sind meist keine «berühmte Orte», sondern Gegenden, die er selbst bereist und skizziert hat. Auch die Farbpalette und die Behandlung des Lichtes in seinen Landschaftsdrucken erinnern eher an die Werke der Impressionisten und Post-Impressionisten denn an die edo-zeitlichen Holzschnitte.

Das Museum Rietberg in Zürich zeigt zum ersten Mal ausserhalb von Japan eine umfassende Ausstellung mit den 100 besten Holzschnitten von Itō Shinsui (1898-1972).

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