Claude Monet – Die Welt im Fluss

Albertina

Claude Monet - Seerosen, 1916-1919, Art On Screen - NEWS - [AOS] Magazine
Claude Monet, Seerosen, 1916-1919, Öl auf Leinwand, Fondation Beyeler, Riehen/Basel, Sammlung Beyeler, © Fondation Beyeler, Riehen/Basel, Sammlung Beyeler; Foto: Robert Bayer

Claude Monet – Die Welt im Fluss. Diesen Herbst zeigt die ALBERTINA die erste umfassende Präsentation von Claude Monet (1840–1926) seit über 20 Jahren in Österreich.

Claude Monet - Seerosen, 1916-1919, Art On Screen - NEWS - [AOS] Magazine
Claude Monet, Seerosen, 1916-1919, Öl auf Leinwand, Fondation Beyeler, Riehen/Basel, Sammlung Beyeler, © Fondation Beyeler, Riehen/Basel, Sammlung Beyeler; Foto: Robert Bayer
Unter den 100 Gemälden finden sich bedeutende Leihgaben aus über 40 internationalen Museen und Privatsammlungen wie dem Musée d’Orsay Paris, dem Museum of Fine Arts Boston, der National Gallery London, dem National Museum of Western Art Tokio oder dem Pushkin Museum Moskau.Mit großzügiger Unterstützung des Musée Marmottan Monet, Paris realisiert, beleuchtet die Retrospektive Monets Werdegang vom Realismus über den Impressionismus bis hin zu einer Malweise, bei der sich die Farben und das Licht allmählich vom Gegenstand lösen und das Motiv von der Naturbeobachtung unabhängig wird. Mit seinem Spätwerk bereitet Monet der Malerei des abstrakten Expressionismus den Boden.

Claude Monet als „Meister des Lichts“

Claude Monet - Seerosen 1908, Art On Screen - NEWS - [AOS] Magazine
Claude Monet, Seerosen, 1908, Öl auf Leinwand, Sammlung Callimanopulos © Sammlung Callimanopulos, photo: Ugo Bozzi, Editore Srl, Rom
„Ein Panorama aus Wasser und Seerosen, aus Licht und Himmel“, hielt der Sammler René Gimpel am 19. August 1910 in seinem Tagebuch fest, nachdem er im Beisein des Kunsthändlers Georges Bernheim Claude Monet in Giverny einen Besuch abgestattet und dort „ein Dutzend Leinwände, im Kreis auf den Boden gestellt, Seite an Seite, alle etwa zwei Meter lang und einen Meter zwanzig hoch“ gesehen hatte. Diese rencontre mit Claude Monet fand in einem hohen luft- und lichterfüllten Atelier statt, das der Maler auf seinem Grundstück in Giverny hatte errichten lassen, um an seinen Ideen für die sogenannten Grandes Décorations, die er dem französischen Staat zum Geschenk machte, zu arbeiten. Was Gimpel zu Gesicht bekam, waren kleinere, leicht bewegbare Leinwände, die Vorarbeiten zu diesem Unterfangen darstellten. Monet, der ursprünglich eine kreisrunde Anbringung seiner Seerosenteichbilder im Hotel Biron in Paris vorsah, hatte sie entsprechend angeordnet. Sein Plan wurde jedoch nach 1920 zugunsten einer Realisierung in Ovalräumen der Orangerie fallen gelassen. Bei dem Bild „Der Seerosenteich“ der Sammlung Batliner → in der ALBERTINA handelt es sich um eine dieser Vorarbeiten, von denen einige noch zu Monets Lebzeiten verkauft wurden. Nach dem Tod von Michel Monet, dem Sohn und Universalerben Claude Monets, erhielt die Académie des Beaux-Arts in Paris den Nachlass des Impressionisten. 

Die Welt im Fluss – Wasser als Inspirationsquelle

„Die Welt im Fluss“: So lautet der vielsagende Untertitel der Ausstellung. Nach über 20 Jahren ist sie die erste groß angelegte Retrospektive des Künstlers in Wien.

Claude Monet - Seerosen 1907, Art On Screen - NEWS - [AOS] Magazine
Claude Monet, Seerosen, 1907, Öl auf Leinwand, Musée Marmottan Monet, Paris © Musée Marmottan Monet, Paris / Bridgeman Images
Die Seine war dem Pleinairisten ein Zuhause – sowohl hinsichtlich seiner verschiedenen Wohnorte als auch auf seinem Atelierboot, auf dem er ungeachtet der Wetterbedingungen die Natur und das Leben auf dem Flusslauf und an seinen Ufern mit dem Pinsel zu erhaschen suchte. Anhand von 100 Gemälden reisen die Ausstellungsbesucher_innen auf den Spuren des bedeutendsten Impressionisten die Seine entlang und halten an seinen Lebensstationen inne: in Paris, wo Monet das moderne, pulsierende Leben mit flimmerndem Licht einfing; in Argenteuil, wo er Natur und Technik miteinander in Einklang brachte; in Vétheuil, wohin er sich angesichts seiner prekären finanziellen und familiären Situation in die Einsamkeit zurückzog, um sich allein der unberührten und ursprünglichen Natur zu widmen; und schließlich in Giverny, wo er zu einem neuen ästhetischen Konzept fand, das den Impressionismus aus seiner Krise führte und der modernen Malerei den Weg bereitete. Der Fluss steht zudem für die vielen Aspekte, die Monets Schaffen ausmachen: die fließende Welt des japanischen Farbholzschnitts, der Monet beeinflusst hat; das Ineinanderfließen von Wasser, Dunst, Nebel, Schnee und Eis; die sich mit Wetter und Licht verändernden Farben; die Spiegelungen auf der Wasseroberfläche. Die Besucher_innen begleiten Monet auch an die Küsten von Normandie und Bretagne, nach London und Norwegen; sei es, um seine Anfänge in Le Havre und seine wiederholten Besuche an der Atlantikküste nachzuempfinden; sei es, um mit dem Künstler Orte aufzusuchen, die ihm neue Inspirationen für seine Malerei versprachen. [Quelle: Albertina Wien]

Claude Monet – Die Welt im Fluss. 21. September 2018 – 6. Jänner 2019. Öffnungszeiten NEU: Täglich 9 – 18 Uhr | Mittwoch & Freitag 9 – 21 Uhr. Albertina Museum. Albertinaplatz 1 | 1010 Wien. Ticket Service → einfach und bequem online bestellen.

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