Lotte Laserstein – Von Angesicht zu Angesicht

Städel Museum - Frankfurt am Main

Lotte Laserstein, Russisches Mädchen mit Puderdose, Art On Screen - NEWS - [AOS] Magazine
Lotte Laserstein - Von Angesicht zu Angesicht. Lotte Laserstein (1898-1993), Russisches Mädchen mit Puderdose, 1928, Öl auf Holz, 31,7 x 40 cm, Städel Museum, Frankfurt am Main, Foto: Städel Museum - ARTOTHEK © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Ausstellung Lotte Laserstein – Von Angesicht zu Angesicht. Das Frankfurter Städel Museum präsentiert die Malerin Lotte Laserstein (1898-1993) in einer umfassenden Einzelausstellung. Lasersteins OEuvre gehört zu den großen Wiederentdeckungen der letzten Jahre und zeichnet sich durch ebenso sensibel wie eindringlich gestaltete Porträts aus den späten Jahren der Weimarer Republik aus.

Lotte Laserstein – Von Angesicht zu Angesicht. Wanda von Debschitz-Kunowski, Art On Screen - NEWS - [AOS] Magazine
Wanda von Debschitz-Kunowski, Ohne Titel (Lotte Laserstein vor dem Gemälde „Abend über Potsdam“), undatiert, Berlinische Galerie – Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur, Foto: Anja Elisabeth Witte / Berlinische Galerie © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Die Ausstellung baut auf den Sammlungsbeständen des Städel Museums auf, das mit den Gemälden Russisches Mädchen mit Puderdose von 1928 und Junge mit Kasper-Puppe (Wolfgang Karger) von 1933 in den vergangenen Jahren wichtige Arbeiten der Künstlerin erwerben konnte. Anhand von rund 40 Gemälden und Zeichnungen nimmt die Ausstellung Lasersteins künstlerische Entwicklung in den Blick. Der Fokus liegt auf ihren Arbeiten der 1920er- und 1930er-Jahre, die den Glanzpunkt ihres Schaffens markieren. „Lotte Laserstein. Von Angesicht zu Angesicht“ ist die erste Einzelpräsentation der Künstlerin in Deutschland außerhalb Berlins.

„Neue Frau“

Lotte Laserstein - Von Angesicht zu Angesicht. Lotte Laserstein, Russisches Mädchen, Art On Screen - NEWS - [AOS] Magazine
Lotte Laserstein (1898-1993), Russisches Mädchen, um 1928, Öl auf Holz, 32 × 23 cm, Sammlung Linda Sutton und Roger Cooper, London, Foto: Städel Museum
© VG Bild-Kunst, Bonn 2018
In ihren Gemälden zeigte die Künstlerin das sie umgebende Berliner Leben, richtete dabei den Fokus auf Darstellungen der sogenannten „Neuen Frau“ und fing ihre Bildmotive mit einem dezidiert weiblichen Blick ein. Erfolgreich beteiligte sie sich an zahlreichen Ausstellungen und Wettbewerben und erhielt viel Lob von der Kunstkritik. Nach der frühen Anerkennung endete ihre Karriere jedoch schlagartig: Aufgrund der politischen Bedingungen im Nationalsozialismus wurde die Malerin, die zwar christlich getauft war, doch aufgrund ihrer Großeltern als jüdisch deklariert wurde, zunehmend aus dem öffentlichen Kulturbetrieb ausgeschlossen. 1937 gelang es ihr, Deutschland zu verlassen und nach Schweden zu emigrieren, wo sie allerdings nicht mehr an ihre frühen Erfolge anknüpfen konnte. In den Fokus der Aufmerksamkeit rückte Laserstein im Jahr 2010 mit dem Ankauf eines ihrer Hauptwerke durch die Berliner Nationalgalerie, Abend über Potsdam von 1930, welches auch in der Frankfurter Ausstellung zu sehen ist. 

Lotte Laserstein – Stil und Motive

Lotte Laserstein - Von Angesicht zu Angesicht. Lotte Laserstein (1898-1993), Mongole, Art On Screen - NEWS - [AOS] Magazine
Lotte Laserstein (1898-1993), Mongole, um 1927, Öl auf Holz, 27,1 x 21,8 cm, Privatbesitz, Foto: Lotte-Laserstein-Archiv / Krausse, Berlin © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Lotte Lasersteins favorisiertes Thema ist der Mensch in all seinen Facetten, weshalb sie sich hauptsächlich der Porträtmalerei widmet. In ihren Porträts setzt sie virtuos die Menschen der Zwischenkriegszeit ins Bild, wie etwa in Liegendes Mädchen auf Blau (1931) oder in Der Mongole (1927). Dabei zeichnen Nüchternheit, Modernität wie auch psychologische Tiefe ihre Darstellungen aus. In ihrem OEuvre gibt es ebenso Motive, die von der Technik- und Sportbegeisterung der Zeit künden, doch sind diese zahlenmäßig weit weniger bedeutend. In ihren Bildnissen malt LasersteinTypen des modernen Alltags: sportive Frauen, sich schminkende junge Mädchen, einen Motorradfahrer in voller Montur und modisch gekleidete Großstädterinnen. Die Künstlerin spielt mit Zitaten aus der Kunstgeschichte und baut oftmals Spiegelungen und Verdoppelungen der Figuren ein. Darüber hinaus entwirft Laserstein mit ihren modisch gekleideten Protagonistinnen den Typus der emanzipierten Städterin, die sich ohne männliche Begleitung frei und selbstbewusst im öffentlichen Raum bewegt. 

Ausstellung Lotte Laserstein – Von Angesicht zu Angesicht. Städel Museum, Frankfurt am Main. Nach ihrem Auftakt in Frankfurt wandert die Ausstellung weiter an die Berlinische Galerie. Dort wird die Ausstellung unter anderem um Exilwerke von Lotte Laserstein ergänzt. Ticket Service → einfach und bequem online bestellen.

Über Art On Screen - NEWS - [AOS] Magazine 230 Artikel
Art On Screen - NEWS - [AOS] Magazine. Die Kunst- und Kultur Plattform. Für Künstler, Museen, Ausstellungen und Sie. Wir stärken und fördern den Dialog zwischen Kunst, Kultur- und Wirtschaft. Künstler aus aller Welt sind herzlich Willkommen.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar verfassen