Welt im Umbruch. Kunst der 20er Jahre

Bucerius Kunst Forum

Welt im Umbruch, Kunst der 20er Jahre, Georg Scholz - Arbeit schändet, | Art On Screen - NEWS - [AOS] Magazine
Georg Scholz (1890-1945): Arbeit schändet, 1921, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

Welt im Umbruch. Kunst der 20er Jahre. Das Bucerius Kunst Forum in Hamburg widmet sich mit der Ausstellung der kurzen Epoche zwischen den Weltkriegen.

Welt im Umbruch, Kunst der 20er Jahre, Carl Grossberg - Der gelbe Kessel, | Art On Screen - NEWS - [AOS] Magazine
Carl Grossberg (1894-1940): Der gelbe Kessel, 1933, Von der Heydt-Museum Wuppertal
Die Ausstellung beleuchtet diese Zeit der Extreme anhand von rund 45 Gemälden und über 100 Fotografien der Neuen Sachlichkeit bzw. des Neuen Sehens, die hier erstmals in direkte Beziehung zueinander gesetzt werden. In der Gegenüberstellung spürt die Ausstellung den Wechselbeziehungen zwischen den Medien nach und rückt zugleich einen Stil in den Mittelpunkt, der mit seiner sachlichen und wirklichkeitsgetreuen Wiedergabe zur führenden Kunstrichtung der Weimarer Republik wurde. Gezeigt werden Werke von Künstlern wie Otto Dix, Hannah Höch, László Moholy-Nagy, Albert Renger-Patzsch, Christian Schad oder August Sander. 

„Zu Asche zu Staub / dem Licht geraubt / doch noch nicht jetzt / Wunder warten bis zuletzt“ – diese Zeile aus dem Titelsong der Erfolgsserie Babylon Berlin umschreibt treffend die Tanz-auf-dem-Vulkan-Stimmung der 1920er Jahre.

Welt im Umbrauch. Kunst der 20er Jahre

Die Ausstellung im Bucerius Kunst Forum findet im Rahmen des Jubiläumsjahres 100 jahre bauhaus statt. Es ist eine Zeit voller Extreme und Gegensätze, voller Hoffnung und Elend, Licht und Schatten. Hier setzt auch die im Frühjahr 2019 im Bucerius Kunst Forum zu sehende Ausstellung Welt im Umbruch. Kunst der 20er Jahre an: Die Schau beleuchtet anhand von zahlreichen Gemälden und Fotografien eine Zeit, die voller Innovationen steckt und in der sich zugleich Vorboten des kulturellen Niedergangs im Nationalsozialismus (Bestandsaufnahme Gurlitt „Entartete Kunst“ → …) mehren. Erstmals werden Werke der Stilrichtungen Neue Sachlichkeit in der bildenden Kunst und Neues Sehen in der Fotografie aus dieser kurzen Epoche zwischen den Weltkriegen in unmittelbare Beziehung zueinander gesetzt.

Expressionismus & Piktorialismus

Welt im Umbruch, Kunst der 20er Jahre, Rudolf Schlichter - Margot, | Art On Screen - NEWS - [AOS] Magazine
Rudolf Schlichter (1890-1955): Margot, 1924, Stiftung Stadtmuseum Berlin © Viola Roehr von Alvensleben, München
In Abgrenzung vom Expressionismus und Piktorialismus etablierte sich nach 1918 in der Malerei und Fotografie mit der Neuen Sachlichkeit bzw. dem Neuen Sehen eine moderne Stilrichtung, die eine sachliche und realistisch-veristische Wiedergabe ihres Bildgegenstands anstrebt. Obwohl Maler und Fotografen in der Zwischenkriegszeit ähnliche Bildsujets aufgreifen und ihre Vorstellungen in einer vergleichbaren Ästhetik visualisieren, sind ihre Werke bislang nur selten in Ausstellungen vereint präsentiert worden. Welt im Umbruch. Kunst der 20er Jahre spürt dem Dialog zwischen Malerei und Fotografie in fünf Kapiteln am Beispiel der Themen Porträt, Großstadtleben und Architektur, Stillleben, Industrie und Technik sowie politische Montage nach. Im Zentrum steht dabei die Frage, ob es eine gemeinsame stilistische Grundlage gibt bzw. welche medienspezifischen Analogien und Unterschiede sich ausgeprägt haben.

Die Porträtdarstellung

Welt im Umbruch, Kunst der 20er Jahre, Otto Dix, Bildnis des Juweliers Karl Krall, Art On Screen - NEWS - [AOS] Magazine
Otto Dix (1891-1969): Bildnis des Juweliers Karl Krall, 1923, Kunst- und Museumsverein im Von der Heydt-Museum Wuppertal © VG Bild-Kunst, Bonn 2019
Die Porträtdarstellung der Fotografen des Neuen Sehens ist dominiert vom seriellen Prinzip. Dagegen verdichtet sich in den gemalten Porträts die spezifische Präsenz des Individuums im Einzelwerk. An ausgewählten Beispielen wie der Zusammenarbeit von Otto Dix und Hugo Erfurth werden in diesem Kapitel die Wechselbeziehungen zwischen Fotografie und Malerei näher untersucht. Bei der Architekturdarstellung finden Bauwerke des Neuen Bauens als Ausdruck von Modernität Eingang in Malerei und Fotografie. Außerdem werden in der Schau im Becerius Kunst Forum die Welt im Umbruch. Kunst der 20er Jahre im die Erscheinungsformen des urbanen Lebens, die düsteren uniformen Mietshäuser und die allgegenwärtige Reklame im Stadtbild in beiden Medien während der Weimarer Republik aufgegriffen. In den gemalten Stillleben finden sich die Perspektiven der Fotografen des Neuen Sehens wieder und dynamisieren die Bildräume. Ein weiteres Kapitel ist der populären Darstellung von Industrie und Technik gewidmet. Das fünfte Kapitel der Ausstellung behandelt die politische Montage.  

Welt im Umbruch. Kunst der 20er Jahre im Bucerius Kunst Form in Hamburg bis zum 19. Mai. 2019. Zum Ticket Service → von Art On Screen. Tickets für die Ausstellung einfach und bequem online kaufen. 

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