Peter Lindbergh. Untold Stories – Ausstellung im Kunstpalast in Düsseldorf

Modefotografie- und zeitgenössische Kultur

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Peter Lindbergh © Foto: Stefan Rappo

Peter Lindbergh. Die Ausstellung Untold Stories ist die erste von Peter Lindbergh selbst kuratierte Werkschau. Der 1944 geborene und in Duisburg aufgewachsene Fotograf & Filmemacher (mit bürgerlichen Namen Peter Brodbeck – lebte in Paris, New York und Arles) hat zwei Jahre an der Präsentation für die Ausstellung im Kunstpalast gearbeitet und diese unmittelbar vor seinem Tod am 3. September 2019 fertiggestellt. 

Peter Lindbergh – Untold Stories – Ausstellung

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Peter Lindbergh, Linda Evangelista, Michaela Bercu & Kirsten Owen, Pont-à-Mousson, 1988 © Peter Lindbergh (Courtesy of Peter Lindbergh, Paris)

Lindberghs Zusammenstellung von 140 Arbeiten aus den frühen 1980er-Jahren bis in die Gegenwart ermöglicht einen eingehenden Blick auf sein umfangreiches OEuvre und lädt zum Entdecken vieler bislang unerzählter Geschichten ein. Die Ausstellung Untold Stories ist Lindberghs persönliches Statement zu seinem Werk.

„Als ich meine Fotos das erste Mal an der Wand im Ausstellungsmodell gesehen habe, habe ich mich erschreckt, aber auch positiv. Es war überwältigend, auf diese Art vor Augen geführt zu bekommen, wer ich bin.“, so Lindbergh im Juni 2019 in einem Interview, das für den Ausstellungskatalog geführt wurde.

Ein Großteil der Aufnahmen wurde noch nie gezeigt; andere sind von Zeitschriften wie Vogue, Harper’s Bazaar, Interview, Rolling Stone, W Magazine oder dem Wall Street Journal in Auftrag gegeben und veröffentlicht worden. Claudia Schiffer, Linda Evangelista, Naomi Campbell – der Fotograf hatte sie alle vor seiner Linse. Darüber hinaus prägte Lindbergh in den 90er-Jahren die Ära der -Supermodels-. Dabei hatte der Fotograf seine ganz eigene Vorstellung von Schönheit und revolutionierte die Modefotografie. Lesetipp: Susanne Stemmer, Unterwasser-Fotografie, Chanel → …

Modefotografie- und zeitgenössischer Kultur

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Peter Lindbergh, Karen Elson, Los Angeles, 1997 © Peter Lindbergh (Courtesy Peter Lindbergh, Paris)

In Lindberghs Bildern steht das Interesse am Menschen im Vordergrund. Mit seinen Fotos und Werken ist es ihm gelungen, den unmittelbaren Kontext von Modefotografie- und zeitgenössischer Kultur zu überschreiten und neu zu definieren. „Durch die Ausstellung ergab sich die Möglichkeit, ausführlicher über meine Fotos in einem anderen als dem Modekontext nachzudenken. Ziel der Präsentation ist es, die Fotos zu öffnen für andere Lesarten und Perspektiven.“, betonte Lindbergh im Gespräch. „Allerdings geht es mir nicht darum zu sagen, dass meine Bilder keine Modefotografie seien, denn das wäre auch falsch. Ich bestehe auf der Definition „Modefotografie“, weil für mich dieser Begriff nicht bedeutet, dass man Mode abbilden muss – die Fotografie ist viel größer als die Mode selbst, sie ist Bestandteil der Gegenwartskultur.“

Untold Stories – Lindberghs Fotoschau im Kunstpalast

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Peter Lindbergh, Querelle Jansen Paris, 2012 © Peter Lindbergh (Courtesy Peter Lindbergh, Paris)

Die Ausstellung Untold Stories besteht aus drei Teilen, wobei zwei großformatige Installationen den Rundgang rahmen und überraschende Perspektiven auf Lindberghs Schaffen eröffnen. Den Anfang macht die eigens für die Ausstellung entwickelte und aus Bluebacks bestehende monumentale Installation Manifest, die eine eindringliche Einführung in Peter Lindberghs Idee von Modefotografie darstellt. Für den Hauptteil der Präsentation hat Lindbergh die aus seiner Perspektive essenziellsten Werke seines langjährigen OEuvres arrangiert und mit ihnen experimentiert. In der Hängung legt Lindbergh immer wieder neue Geschichten frei, bleibt aber gleichzeitig seiner Sprache treu. Emblematische sowie noch nie zuvor gezeigte Arbeiten werden paarweise oder in Gruppen gezeigt und ermöglichen neue Interpretationen. Den Abschluss der Schau stellt die Filminstallation Testament (2014) dar, die eine fast unbekannte Seite des Schaffens des deutschen Fotografen offenlegt. Der durch einen Einwegspiegel aufgenommene Film zeigt eine stumme Auseinandersetzung zwischen Lindberghs Kamera und Elmer Carroll, ein in Florida zum Tode verurteilen Mörder. Carroll betrachtet 30 Minuten lang und ohne mimische Bewegung sein Spiegelbild. Die zum ersten Mal gezeigte Installation ergänzt die Ausstellung Untold Stories um eine unerwartete Bedeutungsschicht und stößt eine Debatte um Themen an, die zentral für Peter Lindbergh waren: Introspektion, Ausdruck, Empathie und Freiheit. Lesetipp: Norman Seeff: The Look of Sound → … 

Fotogalerie und Werke des Fotografen

Peter Lindbergh: Untold Stories – die Foto-Ausstellung im Kunstpalast in Düsseldorf. 5. Februar bis 1. Juni 2020. Die Ausstellung wird organisiert vom Kunstpalast, Düsseldorf, in Kooperation mit dem Peter Lindbergh Studio, Paris. Die Schau hat weitere Stationen im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (20. Juni bis 1. November 2020) im Hessischen Landesmuseum, Darmstadt (4. Dezemberg 2020 bis 7. März 2021), sowie im Museo d’Arte Contemporanea Donnaregina in Neapel (März bis Mai 2021). Tickets einfach und bequem online bestellen. Hier geht es zum Event-Kalender und dem Art On Screen Ticket Service → …

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