Archiv der Kategorie: Fine Art Photography

Art On Screen – NEWS – [AOS] Magazine. Die Kunst- und Kultur Plattform. Für Künstler, Museen, Ausstellungen und Sie. Fine Art Photography – Fotografie:

Edward Burtynsky – Wasser

„Was wir der Zukunft geben, sind die Entscheidungen, die wir heute treffen.“ Edward Burtynsky

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Edward Burtynsky – Porträt © Birgit Kleber
Der kanadische Fotograf Edward Burtynsky (*1955) wurde mit atemberaubenden großformatigen Fotografien, die durch Menschenhand veränderte Landschaften, Industriegelände oder
Ballungszentren dokumentieren, weltberühmt. Das KUNST HAUS WIEN widmet dem Künstler, der seine Begabung seit über 30 Jahren in den „Dienst der Kultur der Nachhaltigkeit“ stellt, nun eine erste umfassende Einzelausstellung in Österreich. Sie präsentiert Burtynskys aktuellen Werkzyklus zu einem Thema von globaler Relevanz: Wasser als wertvolle Ressource, als täglich notwendiges Element für unseren Körper und unseren Planeten und als Urquell des Lebens schlechthin.

Edward Burtynskys „Wasserbilder“

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Edward Burtynsky, Colorado River Delta #8, Salinas, Baja, Mexico 2011 © Edward Burtynsky, courtesy Admira, Milan / Galerie Springer Berlin / Metivier Gallery, Toronto
Für seine Werkserie Wasser durchquerte Burtynsky fünf Kontinente, um ökologische Extremsituationen im Zusammenhang mit Wasservorkommen, deren Nutzung und Verteilung, sowie die Verschwendung von Wasser zu erkunden und festzuhalten. Er wählte Orte, an denen das ökologische Gleichgewicht durch menschliche Eingriffe zerstört wurde und zeigt auf, welche Gefahren in der fortwährenden Ausbeutung von Wasserressourcen liegen. So handeln seine Fotos beispielsweise von Flüssen wie dem Colorado oder dem Sacramento River, deren inzwischen ausgetrocknete Mündungen fantastische Spuren in der Landschaft hinterlassen und ein Spiel von Farben und Linien gleich abstrakter Bilder produzieren. Die meist aufwändig aus der Vogelperspektive fotografierten Aufnahmen erzählen auch von den Folgen des Nickelabbaus: Das  Wasser der Flüsse ist verführerisch rot gefärbt, der ölgetränkte Sand schillert bunt, verdorrte Bäume verweisen auf das angereicherte Uran. Die Fotografien sind Dank ihrer visuellen Abstraktion im Zusammenspiel mit perfekten Bildkompositionen von einer eigenartigen Ästhetik geprägt, die sie im Widerspruch zu den monumental-brutalen Bildinhalten poetisch verklärt erscheinen lässt.

Edward Burtynskys „Wasserbilder“ zeigen die kritischsten Punkte unseres Ökosystems auf – und können durchaus als Ermahnung verstanden werden, jene passive Haltung aufzugeben, durch die unsere Lebensbedingungen nachhaltig bedroht sind. Sein methodischer Ansatz, die Aufnahmen immer in Begleitung der Geschichte und Beschaffenheit des jeweiligen Ortes und mit vielfältigen aktuellen Bezügen zu präsentieren (ob politische Vereinbarungen, gesellschaftliche Forderungen, geografische Voraussetzungen oder wissenschaftliche Daten) trägt dazu bei, die Tragweite des Problems erfahrbar zu machen. „Durch die Kunst kann der Mensch für die Folgen seines Handelns sensibilisiert werden“, so Burtynsky, „ (…) weil wir durch die Kunst unser Bewusstsein erhöhen und unsere Geschichten entwickeln.“

Im Rahmen der Ausstellung wird der Dokumentarfilm Where I Stand, 2013 Jennifer Baichwal und Edward Burtynsky gezeigt. (9:41 Minuten, Editor: David Schmidt, Kamerateam: Jim Panou, Mike Reid, Nick de Pencier und Noah Weinzweig)

Weltwassertag

Die Vereinten Nationen haben den 22. März jedes Jahres zum Weltwassertag ausgerufen. Ziel ist es, dem global bedeutsamen Thema Wasser Bedeutung &  Aufmerksamkeit zu widmen. Der UNESCO Weltwasserbericht weist Österreich auf Platz 18 von insgesamt 122 untersuchten Ländern aus. [Quelle: Kunst Haus  Wien]

Edward Burtynsky – Wasser. 23. März – 27. August 2017. KUNST HAUS WIEN. Untere Weißgerberstraße 13, 1030 Wien

Susanne Stemmer – Under Surfaces

Die Künstlerin Susanne Stemmer möchte mit ihren Unterwassermotiven den Betrachter einladen, auch selbst abzutauchen, in das eigene Innere, um Freiheit und Unbeschwertheit wiederzuentdecken.

Marc Lagrange – Subtile Hommage …

Eine subtile Hommage an Ästhetik, Sinnlichkeit und Erotik. Marc Lagrange (1957-2015) …

Der Blick von oben

„Wenn man all das von oben betrachtet, erklärt sich vieles von selbst“, meint Yann Arthus-Bertrand. Er zeigt mit seinen Filmen eine Wahrheit, die wir alle längst kennen, aber nicht glauben wollen: In nur 200.000 Jahren hat die Menschheit ihre Heimat stärker verändert, als für diese tragbar ist. „Es ist zu spät, ein Pessimist zu sein“, so die Devise des Dokumentarfilmers, „Handeln Sie!“. 

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© Yann Arthus-Bertrand

Wie atemberaubend schön, vielgestaltig und gleichzeitig unglaublich verletzlich unsere Erde ist, zeigt „Der Blick von oben“. Die meisterhafte, berührende Liebeserklärung des französischen Fotografen und Dokumentarfilmers Yann Arthus-Bertrand an unsere Heimat lädt das Publikum auf eine Entdeckungsreise im Helikopterflug über mehr als 50 Länder. Der Regisseur präsentiert die sozialen und ökonomischen Probleme der Welt aus der Luft, aufgenommen mit einer speziellen, ursprünglich für das Militär entwickelten Kamera. In eindrucksvollen Landschaftsbildern führt die filmische Expedition auch an die „Brennpunkte“ unserer Erde, von den schmelzenden Polen, über Ölfelder und Slums bis hin zu den sterbenden Korallenriffen und Regenwäldern.

Human

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Marc Lagrange: Meine Szenarien sind Plätze für Träume, in denen das Phantastische überwiegt…

[…] Nur mit Hingabe und beneidenswertem Können lässt sich eine Kunst wirklich beherrschen.

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© Marc Lagrange
Umso bemerkenswerter ist der Künstler, der sein Arbeitsfeld erweitert und sich über seinen so charakteristischen wie gefeierten Stil hinauswagt. Die meisten würden ein solches Risiko nicht einmal zu denken wagen.

Senza Parole, Diamonds & Pearls…

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Bonne – The Face – 2000 © Marc Lagrange
Doch Marc Lagrange besitzt in Senza Parole die Kühnheit, diesen aufregenden Sprung zu machen, und präsentiert ein breites Spektrum unverwechselbarer fotografischer Ansätze – von schonungslos direkten Aktstudien bis zu seinen typischerweise komplexeren und exotischen Kompositionen. Die ergebenen Anhänger Lagranges werden auch hier die märchenhafte Erotik und technische Perfektion finden, für die der Fotograf bekannt und berühmt ist, doch darüber hinaus gleicht in diesem Buch kein Bild dem anderen. Und wie nicht anders zu erwarten, wurde jede Szene sorgfältig arrangiert, und kein Detail bleibt dem Zufall überlassen. 

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Millionaire-Woman, 2009 © Marc Lagrange
Marc Lagranges Begeisterung für alles Skulpturale ließ ihn nach Kulissen suchen, die auf irgendeine Weise die bildhauerischen Künste verkörpern. Also reiste er für das vorliegende Werk ins italienische Pietrasanta. Wegen des feinen Marmors der Region, der schon zu Michelangelos Zeiten hoch geschätzt wurde, ist der Ort seit Langem ein Anziehungspunkt für Künstler. Im heimischen Antwerpen konnte Lagrange der Versuchung der ikonischen „Handelsbeurs“ nicht widerstehen, eines architektonischen Wunderwerks, wie es im Buche steht. Sein letzter Stopp hieß Paris, wo ein Künstlerloft voll barocker Dekadenz die perfekte Atmosphäre für ein von Fellini inspiriertes Shooting lieferte.

MARC LAGRANGE hat sich mit opulenten und zeitlosen Szenerien einen Namen gemacht. In seiner Welt spielten Sinnlichkeit und Verführung die Hauptrollen. Das Verlangen faszinierte ihn mehr als dessen Erfüllung. Kein Wunder, dass seine magischen Aufnahmen von der Kritik gelobt und überall auf der Welt gesammelt und ausgestellt werden.

Zu Lagranges früheren Veröffentlichungen zählt auch der höchst erfolgreiche teNeues-Band Diamonds & Pearls. [teNeues] Im Dezember 2015 ist der Künstler bei einem Autounfall auf Teneriffa ums Leben gekommen.