Schlagwort-Archive: Moderne Kunst

LENTOS Kunstmuseum Linz

Das 2003 eröffnete LENTOS Kunstmuseum Linz zählt zu den bedeutendsten Museen moderner und zeitgenössischer Kunst in Österreich.

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© Engelhardt Sellin – Lentos Kunstmuseum Linz
Mit einem klaren, schlüssigen Bau der Spitzenklasse, geschaffen von den Zürcher Architekten Weber & Hofer hat Linz seit 2003 ein Kunstmuseum von internationalem Rang erhalten. Das in seiner Schlichtheit bestechende und dabei die Stadtsilhouette
konturierende Museum ist mit der nächtlichen Beleuchtung seiner Glashülle bereits zum Linzer Wahrzeichen geworden. Großzügig dimensionierte Tageslichträume im Obergeschoss gewährleisten auf 2.500 m² ideale Ausstellungsbedingungen, so auch die Ausstellungshalle – der größte Museumsraum Österreichs. Zentral begehbar, sind im Untergeschoss Grafik und Medienkunst beherbergt. Foyer und Shop, ein Auditorium mit 250 Sitzplätzen, den flexibel gestaltbaren Raum für Kunstvermittlung – das Donauatelier – sowie die Bibliothek ergänzen wichtige öffentliche Bereiche, zu denen auch das beliebte Café-Restaurant mit seiner Donau-Panoramaterrasse zählt.

Die Sammlung – eine Geschichte mit Zukunft

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Helnwein Gottfried, The Golden Age 2 (Marilyn Manson als „weißer Mickey“) digitaler Pigmentdruck auf Vinyl, Auflage: 5, 300 x 195 cm, 2003 LENTOS Kunstmuseum Linz © Bildrecht Wien, 2016
Aufbauend auf der Sammlung des Berliner Kunsthändlers Wolfgang Gurlitt (1888–1965) wurde der Bestand seit 1953 reichhaltig erweitert. Die Sammlung besteht aus rund 1.700 Werken der Malerei, Skulptur und Objektkunst sowie aus mehr als 10.000 Arbeiten auf Papier, darunter 1.000 Fotografien. Die Sammlung wurde im Laufe der Jahre stetig erweitert. Heute liegt der Schwerpunkt auf aktueller österreichischer Kunst. Ermöglicht wird diese Erweiterung der Sammlung nicht zuletzt durch Schenkungen sowie durch regelmäßige Stiftungen der ‚Freunde des Kunstmuseums’.

Das Ausstellungsprogramm – neue Zugänge zur Kunst

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Gustav Klimt, Frauenkopf, 1917, © LENTOS Kunstmuseum Linz
Das Ausstellungsprogramm des Museeums versteht sich als ein bewusstes Zusammenspiel zwischen der permanenten Sammlungspräsentation seiner historischen Bestände und der temporären Präsentation aktueller Ausstellungen. Die Sonderausstellungen sind den vielfältigen Themen und Epochen der Kunst sowie einzelnen KünstlerInnen gewidmet. Berücksichtigt werden dabei sowohl österreichische Standpunkte als auch internationale Entwicklungen in der Gegenwartskunst – und damit der zum Teil interdisziplinäre Einfluss sehr verschiedener Kunstsparten.  Präsentiert werden Werke von Herbert Bayer, VALIE EXPORT, Asta Gröting (ab März 2016), Gottfried Helnwein, Gustav Klimt, Jiri Kolár, Maria Lassnig, Gabriele Münter, Egon Schiele, Andy Warhol und vielen anderen.

LENTOS Kunstmuseum Linz, Ernst-Koref-Promenade 1, 4020 Linz. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10–18 Uhr, Donnerstag 10–21 Uhr, Montag geschlossen (ausgenommen an Feiertagen).

Markus Prachensky

Strahlend, dynamisch und kontrastreich tanzen die Pinselstriche von Markus Prachensky (1932 – 2011) durch dessen umfassendes Werk. Formal zwischen wilder Geste und ruhiger Komposition pendelnd, sind seine Arbeiten energiegeladen und gleichzeitig meditativ. Seit den 1950er-Jahren in der heimischen Kunstszene fest verankert, zählt Prachensky heute zu den international renommiertesten österreichischen Künstlern. Mit einer Hommage zu seinem 85. Geburtstag vereint die Albertina prominente Arbeiten der eigenen Sammlung mit noch nie gezeigten Werken aus dem umfangreichen Nachlass des Künstlers. Präsentiert wird auch die großzügige Schenkung von vier wichtigen Gemälden – Schlüsselwerke in seinem Schaffen – und eine Reihe an hervorragenden Zeichnungen.  Markus PrachenskyEine Hommage bis 9. März 2017 [Albertina]

Ito Shinsui – Nostalgie in der Moderne…

Das Museum Rietberg zeigt zum ersten Mal ausserhalb von Japan eine umfassende Ausstellung mit den 100 besten Holzschnitten von Itō Shinsui (1898-1972), einem der bekanntesten Maler und Holzschnittkünstler der modernen japanischen Kunst.

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Itō Shinsui – Vor dem Spiegel – Farbholzdruck, Japan 1916 © Courtesy Taiyo no Hikari Foundation, Japan
Die Werke stammen aus der Sammlung der Nachkommen des Künstlers selbst sowie aus der Sammlung der Nachkommen von Watanabe Shōzaburō, Shinsuis Verleger und «Vater» der shin hanga (wörtlich «Neue Drucke»), einer der zwei Hauptbewegungen der japanischen Grafikkunst des 20. Jahrhunderts. Die ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts waren eine Zeit der grossen Umbrüche in Japan. Im Zuge der Modernisierung prallten aus dem Westen importierte Ideologien und einheimische traditionelle Werte aufeinander. Auch in der Kunst war die Frage «Ist es möglich, zugleich japanisch und modern zu sein?» von eminenter Wichtigkeit. Die Spaltung in eine westlich orientierte und eine traditionell ausgerichtete Fraktion fand auch in der Holzschnittkunst ihren Niederschlag. Der Avantgarde-Gruppe der sōsaku hanga («Kreative Drucke») stand die Gruppe der shin hanga, die «Neue Drucke»-Bewegung, gegenüber. Während die Vertreter der «Kreativen Drucke» sich an dem im Westen gängigen Verständnis des Künstlers als alleiniger Autor seines Werkes orientierten und daher ihre Drucke unter dem Motto «selbst gezeichnet, selbst geschnitten, selbst gedruckt» (jiga, jikoku, jizuri) produzierten, arbeiteten Shinhanga-Künstler nach dem Modell der traditionellen Holzschnitte, welches eine Kollaboration zwischen Zeichner, Druckblockschneider, Drucker und Verleger vorsieht. Ito Shinsui – Nostalgie in der Moderne… weiterlesen

Egon Schiele – Selbstbildnis, 1912 – Österreichische Moderne

[…] Kunst kann nicht modern sein, Kunst ist urewig…

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Egon Schiele, Selbstbildnis mit Lampionfrüchten, 1912 © Leopold Museum, Wien, Inv. 454
Zum Artikel Schiele & Klimt –  weiterlesen →

ITO SHINSUI – Maler und Holzschnittkünstler der modernen japanischen Kunst im 20. Jahrh.

Itō Shinsui, 1898 in Tokio geboren, wuchs in dieser Epoche des Wandels auf. Obwohl es in Japan zu der Zeit bereits eine Kunsterziehung nach westlichem Vorbild gab, wurde er noch im traditionellen Meister-Schüler-Verhältnis ausgebildet.

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Itō Shinsui – Kurtisane – Farbholzdruck, Japan 1916 © Courtesy Taiyo no Hikari Foundation, Japan
Als 13-Jähriger wurde er von Kaburagi Kiyokata (1878-1972), einem der angesehensten Maler seiner Zeit, als Schüler aufgenommen. Bereits im Alter von 15 bis 17 Jahren nahm er an Ausstellungen teil, die das japanische Ministerium für Erziehung (Monbusho) oder private Künstlervereinigungen organisierten. Dank seines grossen Talents wurde er nicht nur mit Lob überhäuft, sondern auch mit diversen Auszeichnungen gesegnet. Im Jahr 1915 entdeckte der Verleger Watanabe Shōzaburō ein Frauenporträt von Shinsui in einer Gruppenausstellung und war so begeistert davon, dass er über Kiyokata an den noch minderjährigen Künstler herantrat und ihn bat, das Gemälde in einen Holzdruck umzuarbeiten. Das im darauffolgenden Jahr erschienene Blatt «Vor dem Spiegel» markiert den Beginn der über 40 Jahre dauernden Zusammenarbeit zwischen Shinsui und Watanabe.

Landschaften

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Itō Shinsui – Schneefall über dem Ukimido-Schrein in Katada – aus der Serie – Acht Ansichten der Region Ōmi (Biwa-See) – Farbholzdruck, Japan 1918 © Courtesy Taiyo no Hikari Foundation, Japan
Itō Shinsui war aber auch ein vorzüglicher Darsteller von Landschaften. Seine früheste Serie, die «Acht Ansichten von Ōmi (Region um den Biwa-See)» (1917), hatte eine bahnbrechende Wirkung auf die Entwicklung der Shinhanga-Landschaften. Anstatt auf die gängige Ikonografie zurückzugreifen, die sich seit dem 15. Jahrhundert in der Malerei und später in den Holzschnitten von Meistern wie Hiroshige herausgebildet hatte, lieferte Shinsui eine erfrischend neue Interpretation, die auf seiner persönlichen Naturerfahrung beruhte. Dieser Ansatz stand den Prinzipien westlicher Kunst näher als den Grundsätzen der ostasiatischen Bildtradition, in welcher das in klassischen Poesien vermittelte Bild einer Landschaft eine wichtigere Rolle spielte als das tatsächliche Aussehen eines Ortes. Shinsuis Landschaften sind meist keine «berühmte Orte», sondern Gegenden, die er selbst bereist und skizziert hat. Auch die Farbpalette und die Behandlung des Lichtes in seinen Landschaftsdrucken erinnern eher an die Werke der Impressionisten und Post-Impressionisten denn an die edo-zeitlichen Holzschnitte.

Das Museum Rietberg in Zürich zeigt zum ersten Mal ausserhalb von Japan eine umfassende Ausstellung mit den 100 besten Holzschnitten von Itō Shinsui (1898-1972).