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Für immer DEIX …

Manfred Deix (1949-2016). Das Karikaturmuseum Krems bietet in der Schau FÜR IMMER DEIX! eine schonungslose Zeitreise in die Untiefen der österreichischen Seele, so wie Deix sie sah.

Art On Screen - NEWS - [AOS] Magazine
Klosterneuburg – Porträts Manfred Deix (Atelier)
Seine dargestellten Charaktere haben als „Deixfiguren“ an sprichwörtlicher Bedeutung gewonnen und wurden sogar im Duden begrifflich aufgenommen. Der Zeichner provoziert, schockiert und rüttelt an gesellschaftlichen Tabus wie selten zuvor ein österreichischer Künstler.

[…] „Wenn Michelangelo sagte, die größte Kunst sei „nichts als ein Schatten der göttlichen Perfektion“, dann hat Deix mit seiner Kunst den unerbittlichen Gegenbeweis angetreten“ [Gottfried Helnwein]

Deix’ Erkundungen in die Untiefen der österreichischen Seele

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Manfred Deix_Beach Baby_2000 © Manfred Deix_2016
Eine neue exquisite Auswahl von rund 80 Zeichnungen, darunter Klassiker aus der Sammlung des Landes Niederösterreich sowie bisher zum Teil noch nie ausgestellte Arbeiten aus dem exklusiven Privatbesitz des Künstlers werden in der Schau vorgestellt. Zwei echte Highlights aus dem Kosmos von Manfred Deix erleben dabei ihre Premiere: Erstmalig präsentiert wird die Installation Das Deix‘sche Aquarium. Es ist allgemein bekannt, dass Manfred Deix Katzen über alles liebt, auch gilt er als Beschützer von Problembär Bruno und als Retter geschundener Hunderln. Ein wahrer Tierfreund eben. Aber Deix ist auch Entdecker bisher unbekannter Fischarten mit recht klingenden Namen.

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Manfred Deix_Deix’sche Fischkunde_2008 © Manfred Deix_2016
In der Ausstellung können die BesucherInnen mit den eigenwilligen Geschöpfen auf Tuchfühlung gehen und tief in die Deix’sche Fischkunde eintauchen. So trifft man hier auf den steierischen Stäbchenstöhr, den finnischen Ferkelflosser, den katalanischen Katzenkarpfen oder den bengalischen Busenbarsch. Das Neueste aus der Feder von Manfred Deix sind die sogenannten „Blitzblätter“. Die „Deix Blitzblätter“ sind ein flüchtiges Spiel mit dem Kohlestift, ohne Vorbereitung oder Vorskizzen. Die lustvollen Zeichnungen, die blitzschnell in wenigen Sekunden entstehen, zeigen Porträts aus dem reichhaltigen Repertoire an „Deix Figuren“ voller Leichtigkeit und Humor.

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Manfred Deix_Sollen Priester heiraten dürfen_1995 © Manfred Deix_2016
Die verschiedenen Kapitel der Ausstellung sind durch bislang noch nicht gezeigtes Material aus rund 40 Jahren aufgefrischt worden. Der Großteil davon ist auch nach Jahrzehnten noch von brisanter Aktualität. So fordert der Künstler zum Beispiel im Abschnitt Der ungemütliche Deix in seinem Cartoon aus den 1980er Jahren Mehr Frauen in Männerberufe! In Ja zur Atomenergie! (1990) zeichnet Manfred Deix ein gruseliges Bild von verwachsenen, mutierten Gesichtern von seelenlosen Geschäftsmännern, die kaltblütig den Folgen krankmachender Atomstrahlung trotzen. Er trifft in diesem Cartoon die provozierende Feststellung, dass Profitdenken über der menschlichen Gesundheit steht. Im Kapitel Der gläubige Deix findet sich die Arbeit Sollen Priester heiraten dürfen? aus dem Jahr 1995, was seiner Meinung nach bei dem zu erwartenden Kindersegen bei den ärgerlichen Nachwuchsproblemen im Kirchenamt sehr hilfreich sein könnte.

[…] Man hat mir oft Geschmacklosigkeit und Brutalhumor vorgeworfen. Wer denn, wenn nicht Satiriker, soll die Dinge beim Namen nennen? (Manfred Deix)

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Die witzige, dynamische und ausdrucksstarke Bildsprache der Michaela „S“ nun auch bei Art On Screen…

Michaela Stockhammer. Malt, Zeichnet. Illustriert. | Art On Screen
Michaela Stockhammer. Malt, Zeichnet. Illustriert. | Art On Screen

Die figurativen, parodistischen Zeichnungen von Michaela Stockhammer entstehen mit schwarzer Tinte, teilweise Acryl und stets mit starkem Ausdruck und Dynamik die mit „viel Muse gemalt werden wollen.“

Die Figuren auf ihren Werken haben meist keine Mimik- dennoch kann der Betrachter die Bildsprache klar erkennen. Zu den Tintenzeichnungen entstehen oft eigene Texte.

[Zitat, Michaela Stockahmmer]: „Malen ist ein Bedürfnis.  Dem Werk Ausdruck zu  verschaffen eine Kunst.“                  

Konträr zu ihren „Vintage“  Zeichnungen arbeitet sie gerne an abwechslungsreichen, auch großformatigen  Acryl-Werken und Schütt-Bildern. Inspiriert vor allem vom Menschen.  Von Literatur,  Musik und Design. Selbst sieht sie sich als einen  bodenständigen Menschen, facettenreich und fantasievoll, der davon überzeugt ist das Kunst, die beeindruckt- positives  bewegen kann!

Ein schöpferisches Talent zu besitzen, ist ein kostbares Geschenk!        Egal mit welcher Emotion man gerade schöpferisch tätig ist. Gut gelaunt- in einem Glücksmoment, oder auch mal in einem Tiefpunkt. Details zum künstlerischen Schaffen…

Mordillo liebt den Sport! 100 Originalcartoons im Karikaturmuseum Krems bis zum 15. 11. 2015

Das Karikaturmuseum Krems, einziges Haus für Karikatur, Satire, Comic und Cartoon in Österreich, präsentiert mit MORDILLO erstmals mit über 100 Originalcartoons aus dem Privatbesitz des Zeichenstars und zahlreichem dokumentarischem Material, wie historischen Fotos den erfolgreichen argentinischen Künstler mit seinem farbenfrohen Universum in Österreich.

Guillermo Mordillo ist seit über 40 Jahren für seine strahlend weißen Knollennasenfiguren, farbenfrohen skurrilen Tiere und fantastischen Fabelwesen weltbekannt. In nur einem Bild erzählt er ganze Geschichten voller Humor und kritischem Hintersinn, der sich oft erst auf den zweiten Blick offenbart. Die Inspiration zu seinen Sujets erhält er im Alltag, indem er Menschen in Alltagssituationen, Gebäude und scheinbar Unsichtbares fotografisch festhält. Seine Protagonist(inn)en geraten in alle möglichen und unmöglichen Situationen, für die sie mit viel Witz und Schläue absurde und zugleich ganz logische Lösungen finden. Seine Figuren, so meint der Künstler, sind nicht besonders mutig oder naiv, sie sind nur nicht bereit, Bestehendes einfach hinzunehmen. [Quelle: Karikaturmuseum Krems]

Sport, Liebe und Leidenschaft!

„Ich denke, man sollte jedem Menschen Gelegenheit geben, sich in Shorts zu werfen, zu laufen und richtig zu schwitzen. Mit dem einzigen Ziel, den Ball ins Netz zu bekommen. Das ist die Seite, die mich am Sport interessiert: die Eroberung des Unnützen.“ (Zitat: Mordillo)

„Nachdem Gott die Welt erschaffen hatte, schuf er Mann und Frau. Um das Ganze vor dem Untergang zu bewahren, erfand er den Humor.“ (Zitat: Mordillo) Lust auf mehr MORDILLO ? …

Guillermo Mordillo über Liebe, Leidenschaft, Politik und Kritik an der Gesellschaft im Karikaturmuseum Krems

Mordillo eröffnet den Betrachtern die Möglichkeit, die eigene Welt mit anderen Augen zu sehen, Undenkbares zu denken und vor allem zu lachen – auch über sich selbst. Der Meister des Humors ohne Worte kommt ohne Sprache aus, seine Bildsprache kann auf der ganzen Welt von allen Bevölkerungsschichten und Altersstufen verstanden werden. Seine Figuren sprechen über die Augen, die, so der Künstler, ihre Seele widerspiegeln. Mit wenigen Strichen variiert er zwischen Langeweile, Entsetzen und Verzücken.

Viele von Mordillos Cartoons regen zum Nachdenken an – auch über politische Themen. Ein Motiv, dem sich der Künstler schon früh, zunächst in Schwarz-Weiß, widmete, ist die amerikanische Freiheitsstatue. Ein bekannter Cartoon zeigt einen Mann, der dem amerikanischen Freiheitssymbol typische Häftlingsstreifen malt. Vor dem Hintergrund, dass die USA eine der weltweit höchsten Gefangenenraten haben, besitzt dieses Sujet auch heute noch eine große politische Sprengkraft. Ein anderes Bild, auf dem ein Mann seinem Haus inmitten einer grauen, eintönigen Häuserlandschaft eine individuelle Note verleihen möchte, gilt heute als eines der politischsten Werke Mordillos und wird für Friedensaktionen von Amnesty International eingesetzt. Der Zeichner hatte das Bild vor allem als tragisch-komischen Appell für künstlerische Freiheit und Individualität angelegt. Auf einer Ausstellungstournee in China offenbarte sich seine hohe Brisanz. Dort wurde das Werk komplett missverstanden und nur lakonisch angemerkt: Geschieht ihm recht, warum musste er auch aus der Reihe tanzen! (Quelle: Karikaturmuseeum Krems)