Schlagwort-Archive: Abstrakte Malerei

JORG HARTIG. REALPOP. EINE RETROSPEKTIVE

Das MUSA zeigt Jorg Hartigs bedeutendes umfangreiches OEuvre erstmals in einer konzentrierten, Werke aus sechs Jahrzehnten umfassenden musealen Retrospektive.

Art On Screen - News - [AOS] Magazine
Jorg Hartig, Blauflucht, 1995, 250 x 202 cm, Acryl auf Leinwand © Musa Museum
„In der Malerei gibt es nichts, was es nicht auch in der Natur gibt“, lautet einer der Leitsätze Jorg Hartigs (*1932 Smržovka / Morchenstern, CZ), der Zeit seines Lebens die größte künstlerische Inspiration aus seiner unmittelbaren Umwelt schöpfte – aus dem Alltag, aus Phänomenen der Zivilisation und der Kultur. Am Anfang eines neuen Werks steht bei Hartig meist ein optischer Reiz, dem der Künstler malerisch – spontan und emotional – Form verleiht. Für Hartig ist es dabei wichtig, dass der Betrachter erkennt, was er sieht. Im Sinne von „Schauen und erkennen Sie!“ wendet sich Hartig dabei stets „an den Menschen“, möchte das, was er „erkannt“ hat, vermitteln und gleichzeitig beim Betrachter das „Erkennen“ wecken. Dabei können auch die Titel helfen und die Richtung zeigen: Ohne Titel ist die „Pfütze“ ein dunkles, gegenstandloses Bild, mit Titel erwacht es zum Leben, Spiegelungen werden erkennbar, Glanzlichter erhellen die Szenerie. JORG HARTIG. REALPOP. EINE RETROSPEKTIVE weiterlesen

Gerhard Richter – Neue Bilder

[…] Seit über 50 Jahren ar­beit­et Ger­hard Richter an der fulminanten Erneuerung der Malerei. Das weit aus­fäch­ernde Œuvre des vielleicht bekanntesten Künstlers unserer Zeit fasziniert durch das Spannungsverhältnis von Figuration und Abstraktion, von Bedeutung und Banalität. Im Werk Gerhard Richters, der am 9. Februar 1932 in Dresden geboren ist und seit 1983 in Köln lebt, dominieren seit den späten 1970er Jahren seine abstrakten Bilder. Anlässlich des 85. Geburtstages von Gerhard Richter am 9. Februar 2017 stellte das Museum Ludwig in Köln (9.2.-1.5.2017) erstmals 26 abstrakte Bilder vor, die alle im letzten Jahr entstanden. Leuchtende Farbigkeit und differenzierte, vielschichtige Kompositionen kennzeichnen die neuen Bilder, die meist auf Leinwand in ganz verschiedenen Formaten gemalt sind. Mit Pinsel, Spachtel, Rakel und Messer bearbeitet der Künstler die in mehreren Schichten aus Ölfarbe aufgebauten Bilder; seine lange Erfahrung – auch in der Einbeziehung des Zufalls in den Entstehungsprozess – führt zu detailr­eichen und äußerst komplexen Kompositionen. Der Zweifel an der Darstellbarkeit von Realität und die Frage nach der Bedeutung des gemalten Bildes liegen Richters Schaffen zugrunde. [Museum Ludwig Köln]

HANS STAUDACHER – „Ein Blick ins Archiv“ Zum 94. Geburtstag

Hans Staudacher, © APA - Herbert Pfarrhofer
Hans Staudacher, © APA – Herbert Pfarrhofer

Hans Staudacher zählt zu der Generation, die nach Kriegsende den Kunststandpunkt neu und radikal zu definieren versuchte. Er ist Begründer und Hauptvertreter des österreichischen Informel und gilt als Vertreter dieser internationalen Entwicklung, die gleichzeitig in Europa und Amerika einsetzte (Tachismus, Lyrische Abstraktion, Abstrakter Expressionismus, Action Painting). Seine schwingenden Kompositionen sind in expressiver, gestischer Malweise ausgeführt, Symbole und Notizen, botschaftsfreie, visuelle Schrift in Form von hineingeschriebenen Wörtern und Sätzen auf den Bildträgern wie Leinwand, Faserplatte, Karton und Papier vervollständigen die Werke. Anlässlich des nahenden 94. Geburtstags von Hans Staudacher zeigt die Galerie Ernst Hilger zum Teil noch nie gezeigte Werke aus 1950er bis 1990er und gibt einen umfassenden Einblick in das einzigartige Oeuvre des österreichischen Künstlers.

Art On Screen - News - [AOS] Magazine
Hans Staudacher, Konfrontation, 1986 – 1989, Öl auf Leinwand 200 x 170 cm
Staudacher, der früh als Autodidakt mit Zeichnungen, Landschaftsaquarellen und Portraits beginnt, beschäftigt sich mit der Übersiedlung nach Wien mit den Arbeiten von Alfred Kubin, Egon Schiele und Gustav Klimt. Er tritt der Wiener Secession bei und nimmt an deren Ausstellungen teil. Frühe grau-schwarze, kleinformatige Arbeiten werden von größeren, farbigen Gemälden abgelöst, in denen die individuelle Zeichensprache des Informel erkennbar ist. Ab 1951 entstehen erste, tachistische Kunstharz- und Stempelbilder sowie Collagen mit „armen“ Materialien. Während seiner zahlreichen Parisaufenhalte (1954-62) setzt sich Staudacher intensiv mit dem Werk von Georges Mathieu und dem „Lettrismus“, der Verbindung von Bild und Schrift, auseinander. Diese Einflüsse und Beobachtungen prägen fortan sein gesamtes Schaffen. 1956 vertritt der Künstler Österreich bei der 28. Biennale in Venedig, 1965 Hauptpreis auf der Biennale in Tokio. Seit diesen Jahren entwickelt er konsequent eine sehr persönliche Handschrift in seiner abstrakten Malerei, in der die spontane Geste zentrales Thema ist.

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HANS STAUDACHER – „Ein Blick ins Archiv“ Zum 94. Geburtstag: Bilder und Zeichnungen aus 50 Jahren bis 21. Jänner 2017. Dorotheergasse 5, 1010 Wien.