Archiv der Kategorie: Museen

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Gottfried Helnwein und Werner Berg: Kind, Kinder…

Nach der Retrospektive in der Albertina/Wien stellt die Helnwein-Ausstellung im Werner Berg Museum Bleiburg/Pliberk die nächste Großausstellung des Künstlers, dessen hyperrealistische Bilder zu den Ikonen der Gegenwartskunst gezählt werden dürfen, auf österreichischem Boden dar.

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© Gottfreid Helnwein, 2011, The Disasters of War 28
Im Werner Berg Museum werden 70 Hauptwerke aus allen Schaffensphasen zum Thema des Kindes gezeigt. Der repräsentative Querschnitt – ermöglicht nur durch die großzügige Unterstützung des Künstlers und zahlreicher privater Leihgeber – reicht von frühen, die Öffentlichkeit schockierenden Aquarellen und Aktionen bis zu den großformatig, eindringlichen Bildern der letzten Jahre. Gottfried Helnweins Bildern hinterlassen den Betrachter fragend. Seine Bilder sind Motoren, die verborgene, tabuisierte Vorstellungs- und Erinnerungsabläufe in Gang bringen. Ihre Nicht-Eindeutigkeit und Rätselhaftigkeit zwingt zur jeweils eigenen Interpretation, zum Reagieren – zum Aufwühlen verdeckter Schichten des Erlebens.

„Ich will mit meinen Bildern und Aktionen die Menschen aus ihrer Eingefrorenheit lösen, wenn auch nur eine Sekunde lang, will sie verunsichern und zu spontanen Reaktionen hinreißen. Verunsichern, aber nicht destruktiv. Die logische Denkfähigkeit soll zugunsten totaler Selbstöffnung kurz trockengelegt werden.“

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© Gottfried Helnwein, disasters of war, 47
Die Ausstellung im Museum wird durch eine raumgreifende Installation Gottfried Helnweins am Bleiburger Hauptplatz ergänzt und erweitert – circa 10 Hausfassaden werden zu vom Künstler gestalteten großflächigen Bildträgern. Die besondere Situation des leicht ansteigenden, nach allen Seiten geschlossen wirkenden Raumes verwandelt den historischen Platz in einmaliger Weise zum faszinierenden, fesselnden „Ausstellungsraum“. Ein solches, ein ganzes städtisches Ensemble bestimmendes Übergreifen der Präsentation in den allgemein genützten öffentlichen Bereich war in Österreich in dieser Weise bisher nicht zu sehen und zu erleben.

Werner Berg (1904-1981): Kinder

Als zweite Ausstellung präsentiert das Museum einen nahezu vollständigen Überblick über die Kinderbildnisse Werner Bergs. Circa 90 Werke (35 Ölbilder, 10 Holzschnitte, 8 Aquarelle und großformatige Zeichnungen, sowie 40 Skizzen) zeigen den hohen Stellenwert dieses Themas im Schaffen des Künstlers vom Rutarhof.

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Werner Berg, Frierender Bub, 1933 © Werner Berg Museum
Werner Berg malte nur, was sein unmittelbares Erleben betraf. So verwundert es nicht, das vor allem die fünf Kinder des Malers wiederholt zum Thema seiner Bilder wurden. Doch auch die berührend direkten Darstellungen der Kinder der Bauern, Bettler und Taglöhner aus seiner Nachbarschaft zeigen seine Faszination von einer archaischen Welt, wie sie der Künstler tagtäglich nach seiner Ansiedlung auf dem entlegenen Bauernhof im Süden Kärntens erlebte.  Kinderbilder finden sich vor allem im bedeutenden Frühwerk bis 1950. Werner Bergs Suche nach einem ursprünglichen Leben voll direkter Anschauung spiegelt sich gerade in diesen Werken. Ganz von der Art des Erlebens eines Kindes durchdrungen stellen diese Bilder Kinder gleichsam mit dem naiven Blick aus deren Augen dar. [Werner Berg Museum]

Link

Werner Berg Museum, 10. Oktober Platz 4, A- 9150 Bleiburg, Öffnungszeiten: Gottfried Helnwein  & Werner  Berg – Kind, Kinder: 20. Mai – 29. Oktober 2017, Di-So: 10-18 Uhr

Gerhard Richter – Neue Bilder

[…] Seit über 50 Jahren ar­beit­et Ger­hard Richter an der fulminanten Erneuerung der Malerei. Das weit aus­fäch­ernde Œuvre des vielleicht bekanntesten Künstlers unserer Zeit fasziniert durch das Spannungsverhältnis von Figuration und Abstraktion, von Bedeutung und Banalität. Im Werk Gerhard Richters, der am 9. Februar 1932 in Dresden geboren ist und seit 1983 in Köln lebt, dominieren seit den späten 1970er Jahren seine abstrakten Bilder. Anlässlich des 85. Geburtstages von Gerhard Richter am 9. Februar 2017 stellte das Museum Ludwig in Köln (9.2.-1.5.2017) erstmals 26 abstrakte Bilder vor, die alle im letzten Jahr entstanden. Leuchtende Farbigkeit und differenzierte, vielschichtige Kompositionen kennzeichnen die neuen Bilder, die meist auf Leinwand in ganz verschiedenen Formaten gemalt sind. Mit Pinsel, Spachtel, Rakel und Messer bearbeitet der Künstler die in mehreren Schichten aus Ölfarbe aufgebauten Bilder; seine lange Erfahrung – auch in der Einbeziehung des Zufalls in den Entstehungsprozess – führt zu detailr­eichen und äußerst komplexen Kompositionen. Der Zweifel an der Darstellbarkeit von Realität und die Frage nach der Bedeutung des gemalten Bildes liegen Richters Schaffen zugrunde. [Museum Ludwig Köln]

Richard Gerstl Retrospektive – Frankfurt, New York…

Er ist der „erste österreichische Expressionist“ und für viele immer noch ein Geheimtipp: der Maler Richard Gerstl (1883–1908).

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Richard Gerstl, um 1905, Fotografie Archiv Otto Breicha
Er wurde nur 25 Jahre alt und wird in einem Atemzug mit den großen Meistern der Wiener Moderne Gustav Klimt, Egon Schiele und Oskar Kokoschka genannt. In seinen wenigen Lebensjahren schuf der Künstler ein aufregendes und ungewöhnliches, wenn auch überschaubares Werk – eines mit beeindruckenden Höhepunkten und wegweisenden Neuerungen.  Seine Malerei reflektiert seine Auseinandersetzung mit den Widersprüchen der Moderne: Er war ein Rebell, widersetzte sich stilistisch und inhaltlich der Wiener Secession, lehnte deren Schönheitsbegriff ab und bekannte sich zu einer Ästhetik des Hässlichen. Gerstl liebte die Provokation und malte in der Überzeugung, künstlerisch „ganz neue Wege“ zu gehen, gegen tradierte Regeln an. Dabei schuf er schonungslose und selbstbewusste Bilder, die keinem Vorbild folgen und bis heute ihresgleichen suchen. Sein OEuvre ist das eines Suchenden, das bereits vieles vorweg nahm, was erst später in der Kunstgeschichte ausformuliert wurde, etwa in der Malerei des Abstrakten Expressionismus der 1950er-Jahre. Das Porträt, vor allem das Selbstporträt, der Akt und die Landschaft sind Gerstls bevorzugte Genres.

Erste Gerstl Schau in Deutschland und in den USA

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Richard Gerstl, Selbstbildnis als Halbakt, 1902/04, Öl auf Leinwand, 159 x 109 cm, © Leopold Museum, Wien
Die Ausstellung in der Schirn Kunsthalle (-14. Mai) zeigt u. a. zwei Selbstporträts des Malers: das früheste, das Selbstbildnis als Halbakt von 1902/04 und sein letztes, das Selbstbildnis als Akt von 1908. Neben Porträts wie Die Schwestern Karoline und Pauline Fey (März/April 1905) oder das Bildnis Henryka Cohn II (Sommer 1908) präsentiert die Ausstellung auch die zahlreichen Darstellungen von Mathilde Schönberg, etwa Mutter und Tochter (Ende 1906) oder Sitzender weiblicher Akt (Herbst 1908) sowie Porträts der Freunde und Schüler des Komponisten Arnold Schönberg, wie etwa das Bildnis Alexander von Zemlinsky (Juli 1908). Gerstls Gemälde Die Familie Schönberg und insbesondere das Gruppenbildnis mit Schönberg (beide Ende Juli 1908) bilden einen Höhepunkt in der Ausstellung. Die Ausstellung versammelt von 60 überlieferten Werken Richard Gerstls insgesamt 53, darunter Leihgaben aus führenden Museen Österreichs, u. a. aus dem Leopold Museum, der Galerie Belvedere, dem MUMOK, dem Wien Museum, der Albertina, dem Oberösterreichischen Landesmuseum Linz und dem Museum der Moderne Salzburg. Ein großes Konvolut kommt zudem aus der Neuen Galerie in New York, bedeutende Arbeiten aus dem Kunsthaus Zug mit der Sammlung Kamm und weitere Werke aus wichtigen europäischen und amerikanischen Privatsammlungen. Richard Gerstl Retrospektive – Frankfurt, New York… weiterlesen

Edward Burtynskys „Wasserbilder“ im Kunst Haus Wien

„Was wir der Zukunft geben, sind die Entscheidungen, die wir heute treffen.“ Edward Burtynsky, weiterlesen  →

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Edward Burtynsky, Shasta Lake Reservoir, Northern California, USA 2009 © Edward Burtynsky, courtesy Admira, Milan / Galerie Springer Berlin / Metivier Gallery, Toronto

Carl Spitzweg – Erwin Wurm im Leopold Museum

Köstlich! Köstlich?, weiterlesen →

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Carl Spitzweg, Der Bücherwurm, 1850 © Museum Georg Schäfer, Schweinfurt Foto Photo Museum Georg Schäfer, Schweinfurt