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Monet bis Picasso – Die Sammlung Batliner

Nachdem die Schausammlung im Jahr 2010 auf einer erfolgreichen internationalen Tournee in der Nationalgalerie in Prag und dem Nationalmuseum in Seoul von rund 500.000 Besuchern besichtigt wurde, kehrte sie nun nach Wien zurück.

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Pablo Picasso, Frau mit grünem Hut, 1947, Albertina Wien – Sammlung Batliner © Bildrecht, Wien 2016
Die Ausstellung Monet bis Picasso. Die Sammlung Batliner in der Albertina umfasst die spannendsten Kapitel aus rund 100 Jahren Kunstgeschichte. Gemälde von Claude Monet, Pierre-Auguste Renoir, Paul Cézanne, Amedeo Modigliani, Henri Matisse, Joan Miró, Pablo Picasso, Ernst Ludwig Kirchner, Paul Klee, Wassily Kandinsky, Marc Chagall und Kasimir Malewitsch geben einen Überblick über die Kunst des französischen Impressionismus und Postimpressionismus, der Fauves, des deutschen Expressionismus, des Bauhaus und der russischen Avantgarde bis zum Minimalismus.

Die Sammlung Batliner

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Pablo Picasso, Frauenbüste nach Lucas Cranach d.J., Juli 1958 Albertina, Wien – Sammlung Batliner © Bildrecht, Wien, 2016
Rita und Herbert Batliner begannen vor fast 50 Jahren Kunst zu sammeln. Neben dem Werk Alberto Giacomettis bildete die Malerei des französischen Impressionismus und Postimpressionismus von Anfang an einen spezifischen Sammlungsschwerpunkt. Bei ihrer Sammlertätigkeit konzentrierten sie sich auch auf das Werk Pablo Picassos: heute befinden sich über 40 Arbeiten des Künstlers, darunter zehn Gemälde und zahlreiche Zeichnungen und Unikat-Keramiken in ihrer Sammlung. Das Sammlerpaar erwarb ebenso Kunstwerke der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und sammelt auch weiterhin Höhepunkte des aktuellen Kunstgeschehens. 2007 haben Rita und Herbert Batliner ihre in eine Stiftung eingebrachte wertvolle Kunstsammlung mit über 300 Gemälden von Monet über Picasso, Matisse und Modigliani, Nolde, Kirchner, Malewitsch und Giacometti bis zu Rothko, Bacon, Alex Katz, Baselitz und Kiefer als Vermächtnis der Albertina übergeben.

Impressionismus

1874 stellten Monet, Renoir, Sisley, Pissarro, Degas, Cézanne und andere Künstler zum ersten Mal gemeinsam im Atelier des Fotografen Nadar in Paris aus. Ihre Werke mit der neuen, ungewöhnlich hellen Farbpalette lösten einen Skandal aus. Die Kritik nannte die Künstler abschätzig „Impressionisten“, womit erstmals in der Geschichte der Moderne ein Schimpfwort binnen kurzer Zeit zum Stilbegriff einer künstlerischen Bewegung avancierte. Ziel der impressionistischen Bewegung war die spontane Wiedergabe des unmittelbaren Natureindrucks, wie er sich im Freien, vor dem Motiv, oft in gleißendem Sonnenlicht, darbot. Die Veränderung der Farben und des Schattens in einer bestimmten Lichtsituation irritierte die Zeitgenossen ebenso wie die skizzenhafte Schnelligkeit der Pinselführung und der Verzicht auf tiefenräumliche Perspektiven. Die Impressionisten sahen die Landschaft weniger als stimmungsreiches Sujet, sondern vielmehr als Folie von Lichtreflexen und Farben.

Expressionismus

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Emil Nolde, Mondnacht, 1914, Albertina Wien, Sammlung Batliner © Nolde Stiftung
Die Künstlergruppe „Brücke“ wurde 1905 in Dresden von den Architekturstudenten Ernst Ludwig Kirchner, Fritz Bleyl, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff gegründet. Sie bestand bis 1913. Ihr Ziel war es, radikal neue künstlerische Wege zu gehen und sich von den Stilkonventionen der Akademien zu lösen. Als ein Grundsatz der Künstlergruppe galt, mit gleich gesinnten Künstlern in Kontakt zu treten und in gemeinsamen Ausstellungen deren avantgardistische Bestrebungen in der Öffentlichkeit bekannt zu machen. 1906 schlossen sich Max Pechstein und Emil Nolde der „Brücke“ an. Im Expressionismus der „Brücke“ streben Farbe und Form nach einem reinen und direkten, durch keine Konventionen gehemmten Ausdruck. Die Motive werden zum Ausdrucksträger für das innere Erleben der Welt und die subjektive Empfindung der Künstler. Die Natur soll nicht nachgeahmt werden, sondern die starke Empfindung, die sie auslöst, soll sich in den Kunstwerken vergegenständlichen.

Surrealismus

Die in den frühen 1920er Jahren von Paris ausgehende Strömung des Surrealismus versuchte das Unwirkliche und Traumhafte sowie die Tiefen des Unbewussten darzustellen. Ihr Begründer André Breton plädierte 1924 in seinem Surrealistischen Manifest für eine Aufhebung der Widersprüche von Realität und Irrealität in einer absoluten „Überwirklichkeit“ (Surrealismus). Zu den wichtigsten Vertretern gehören Max Ernst, Paul Klee, Hans Arp, André Masson, Joan Miró und Salvador Dalí. Joan Mirós spontane Mal- und Zeichentechnik (Automatismus) lässt die wie zufällig und kürzelhaft wirkenden Gebilde unbewusst und verspielt  erscheinen. Die belgischen Künstler René Magritte und André Delvaux entwickelten eine Sonderform, den veristischen Surrealismus. Ihr Schaffen zeichnet sich durch eine exakte Wiedergabe von Motiven der realen Welt aus, die aber in einen fremden, traumhaften Kontext gesetzt werden.

Pablo Picasso

Zwischen 1906 und 1908 vollzog sich in Picassos Kunst ein radikaler Umbruch, der den Kubismus begründete. Seine intensive Beschäftigung mit der Kunst Cézannes sowie Schwarzafrikas führte zur völligen Dekonstruktion traditioneller Bildformen. Ab diesem Zeitpunkt begann Picasso gemeinsam mit Georges Braque die Bildgegenstände auf ihr Wesen hin formal zu „analysieren“ und in Facetten aufgesplittert mehransichtig zu erfassen. Ab 1912 erfolgte dann gleichsam die Umkehrung: Aus den selbständig gewordenen Einzelteilen setzten Picasso und Braque nun die Bilder „synthetisch“ nach dem Prinzip der Collage neu zusammen. Während des Zweiten Weltkrieges

beschränkte Picasso seine Themen fast völlig auf Stilleben, Landschaften und Frauenporträts. Sein Leben nach 1945 verlagerte sich in die Provence. Ab 1960 schuf er hier, getrieben von der Angst um seine immer knapper werdende Lebenszeit, ein ausuferndes Spätwerk, dessen explizite Sexualität und scheinbare Formlosigkeit selbst engste Freunde verstörte. Picassos Gestalten der späten Bilder beherrschen monumental die Leinwand [Albertina]

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