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Arnulf Rainer – Neue Arbeiten auf Papier

Arnulf Rainer, der Widersprüchliche, der Komplexe, der Meisterprovokateur, ist mit seinen 88 Jahren springlebendig, der Schalk blitzt ihm aus den Augen.

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Arnulf Rainer vor Kreuz mit einem verdeckten Engelsflügel bei der Präsentation der Neuerwerbung im LENTOS Kunstmuseum Linz © maschekS. 2016
Seine jüngsten Arbeiten sind farbintensiv, wild, schön und voller Magie. Sie sind lebensfroh, wirken behutsam und offenbaren, wie viele Spätwerke, eine  außerordentliche Leichtigkeit. Rainer übermalt und verbirgt nichts mehr. Alles Darunterliegende, das den Künstler einst in einen Erregungszustand versetzte, hat sich aufgelöst. Mit poetischer Gelassenheit und Präzision zaubert der Einzelgänger in schöpferischen Zusammenhängen virtuose Farbklänge und emotionale Kraftlinien. Die in Serie gearbeiteten Papierarbeiten sind auf Teneriffa, in Wien und Oberösterreich entstanden. Sie verbildlichen eine neue Freiheit und die gegensätzlichen Grundprinzipien von Rainers Kunst: das Gestisch-Expressive oder das Ruhig-Meditative. Alle in der Ausstellung gezeigten Exponate im LENTOS sind Ohne Titel und im Zeitraum von 2015 bis 2016 entstanden und werden zum ersten Mal in einer Ausstellung präsentiert.

DAS KUNSTMUSEUM LENTOS

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Arnulf Rainer, Ohne Titel, 2015/16 © Arnulf Rainer
Insgesamt war der Künstler schon drei Mal mit einer Einzelschau in der Neuen Galerie der Stadt Linz – jetzt LENTOS Kunstmuseum Linz ­– zu Gast. Die Sammlung der Stadt Linz besitzt 86 Arbeiten von Arnulf Rainer darunter Zeichnungen, Druckgrafiken, Fotoübermalungen und Gemälde. Die jüngste Erwerbung des Fördervereins der LENTOS Freunde, Kreuz mit einem verdeckten Engelsflügel von Arnulf Rainer aus dem Jahr 1998, wurde erst letztes Jahr angekauft und wird seither in der Ausstellung Die Sammlung. Klassiker, Entdeckungen und neue Positionen im LENTOS präsentiert. Zurzeit sind außerdem in der aktuellen Schau Psycho Drawing. Art brut und die ʽ60er und ʽ70er in Österreich  12 Werke des Künstlers zu sehen.

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Arnulf Rainer, Ohne Titel, 2015/16 © Arnulf Rainer
Die kunsthistorische Bedeutung des 1929 in Baden geborenen Arnulf Rainers ist unwiderruflich. Er gilt als Begründer des Informel in Österreich; die in den Fünfzigerjahren entwickelten Übermalungen machen ihn weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt und im internationalen KollegInnenkreis berühmt. Seine intensive Suche nach neuen Wegen der Malerei und die stetige Entwicklung neuer künstlerischer Strategien, begleitet von performativen Arbeiten und umfangreichen Schriften, lassen Arnulf Rainer zu einem der einflussreichsten lebenden Künstler der Gegenwart werden.

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Arnulf Rainer, Ohne Titel, 2015/16 © Arnulf Rainer
Aus Materialmangel beging Rainer seine ersten Übermalungen und fand damit zu seinem eigenen Stil. Arnulf Rainer gehörte zwar nie der Gruppe der Wiener Aktionisten an, näherte sich diesen aber durch seine Übermalungen von Grimassenfotos und Körperbemalungen in den späten Sechzigerjahren an. In dieser Zeit begann auch seine langfristige Auseinandersetzung mit Werken von psychisch Kranken, die den Grundstein für die umfassende Sammlung Rainers zur Art brut legte. In Zusammenarbeit mit Dieter Roth und anderen Künstlerkollegen endstanden ab Mitte der Siebzigerjahre auch umfangreiche Werkzyklen.

Zahllose Ausstellungen legten den Weg zum internationalen Durchbruch: so war Rainer auf der documenta 5, 6 und 7 vertreten, repräsentierte mit Körpersprache-Arbeiten Österreich 1978 auf der Biennale von Venedig und erhielt im selben Jahr den Großen Österreichischen Staatspreis. Arnulf Rainer wurde 1981 zum Professor an der Akademie der Bildenden Künste in Wien sowie zum Mitglied der Akademie der Künste in Berlin ernannt. 1989 zeigte das Solomon R. Guggenheim Museum in New York eine umfassende Retrospektive. 2009 wurde das Arnulf Rainer Museum in Baden eröffnet. 2014/2015 fand in der Wiener Albertina eine große Arnulf-Rainer-Retrospektive statt.

Externer Link zum Museum

Die Ausstellung Arnulf Rainer ist bis zum 30. Juli im LENTOS Kunstmuseum Linz, Ernst-Koref-Promenade 1, 4020 Linz zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10–18 Uhr, Donnerstag 10–21 Uhr, Montag geschlossen (ausgenommen an Feiertagen).

Maria Lassnig – Zwiegespräche

Drei Jahre nach dem Tod einer der größten zeitgenössischen Künstlerinnen Österreichs würdigt die Ausstellung in Wien die Zeichnungen und Aquarelle von Maria Lassnig (1919–2014). 

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Maria Lassnig, Ohne Titel (Schreiende), 1981, Maria Lassnig Stiftung © 2017 Maria Lassnig Stiftung, Foto Roland Krauss
Konsequent verfolgte sie mit ihrem Werk das Ziel, ihre ureigene Körper-Wahrnehmung und Emotion auf Papier zu bannen. Es sind tiefgreifende Empfindungen, die im Zentrum ihrer Bilder stehen. Die Ausstellung in der Albertina würdigt drei Jahre nach Maria Lassnigs Tod ihr zeichnerisches Werk mit einer Retrospektive und führt rund 80 der schönsten Zeichnungen und Aquarelle der Künstlerin zusammen. Bislang völlig unbekannte Blätter erweisen sich in der Schau als Schlüsselwerke – gemeinsam mit Vertrautem werfen sie ein neues Licht auf ihr Konzept der „Body Awareness“ und erschließen neue Einblicke in das vielseitige Werk der Österreicherin. Maria Lassnig – Zwiegespräche weiterlesen

Metropolitain Art Fair – im Gartenpalais Schönborn

Die Metropolitain Art Fair 19.5. – 21.5.2017 findet zum 5. Mal statt. Zum zweiten Mal wurde die historische Stätte des Gartenpalais Schönborn in Wien gewählt, ein barockes Gartenpalais, das auch das Volkskundemuseum beheimatet.

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© Florian Köhler, Tuchfühlung, Metropolitain Art Fair – MAF 2017
Die MAF – Metropolitain Art Fair bietet emerging und professional artists sowie young talents in einem repräsentativen Umfeld den Zugang und Kontakt zu Interessenten: Kunden, Sammler und Galeristen – alle sind herzlich willkommen. Die von Julia Hartmann (21er Haus) kuratierte Sektion der Young Talents zeigt einen kleinen Ausschnitt von unter 35-jährigen internationalen KünstlerInnen. Weitere internationale Künstler sind unter Professionals zu finden: so der zuletzt mit Ausstellungen im New Museum in New York, bei Sothebys S2 in New York, im Museum der Moderne in Salzburg international gefeierte U.S. Künstler Raymond Pettibon und der in Irland lebende Fotograf Cyril Helnwein, Sohn des bekannten österreichischen Malers Gottfried Helnwein. Ebenso zu sehen sind Arbeiten des in Österreich lebenden Norditalieners Urban Grünfelder sowie Werke der zwei österreichischen Newcomer und bereits international gut etablierten Künstler Christian Eisenberger und Nubauer.

Neuartiges Konzept

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© Emir Ramovic, Gedankenwanderung No 9, oil pastels on paper 50x70cm, 2016, Metropolitain Art Fair – MAF 2017
Die Metropolitain Art Fair wurde 2011 von Ursula Tuczka ins Leben gerufen und bietet ein neuartiges Konzept:  je nach Fläche zeigen um die 25 KünstlerInnen, die von einem Selection Komitee ausgewählt wurden, ihre Kunstwerke, Galerien sind als Besucher herzlich willkommen als Aussteller jedoch nicht zugelassen. Besonders ist somit, dass die Künstler während dieser Veranstaltung persönlich anwesend sind. Für Kunden und interessierten Besucher und Galeristen steht so der persönliche Austausch mit dem/r KünstlerIn im Vordergrund. „Es war mir ein Anliegen, eine Plattform und ein Netzwerk für Künstler und Künstlerinnen abseits der Galerienszene zu schaffen.“, so die Veranstalterin und Initiatorin Ursula Tuczka. Aufgabe des Metropolitain Art Club e.V. (MAC), dem Veranstalter, ist es hier durch spezielle Events einen Traffic an Käufern, Interessierten und Galeriebesuchern zu schaffen. Dazu veranstaltet der MAC eine Vielzahl von Events.

Link

Alle Events finden Sie auf der Homepage www.maf2017.com, für viele Events ist eine Registrierung notwendig, am Samstag und Sonntag gibt es ein Kinderprogramm von 14.00-15.30 Uhr.

Richard Gerstl Retrospektive – Frankfurt, New York…

Er ist der „erste österreichische Expressionist“ und für viele immer noch ein Geheimtipp: der Maler Richard Gerstl (1883–1908).

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Richard Gerstl, um 1905, Fotografie Archiv Otto Breicha
Er wurde nur 25 Jahre alt und wird in einem Atemzug mit den großen Meistern der Wiener Moderne Gustav Klimt, Egon Schiele und Oskar Kokoschka genannt. In seinen wenigen Lebensjahren schuf der Künstler ein aufregendes und ungewöhnliches, wenn auch überschaubares Werk – eines mit beeindruckenden Höhepunkten und wegweisenden Neuerungen.  Seine Malerei reflektiert seine Auseinandersetzung mit den Widersprüchen der Moderne: Er war ein Rebell, widersetzte sich stilistisch und inhaltlich der Wiener Secession, lehnte deren Schönheitsbegriff ab und bekannte sich zu einer Ästhetik des Hässlichen. Gerstl liebte die Provokation und malte in der Überzeugung, künstlerisch „ganz neue Wege“ zu gehen, gegen tradierte Regeln an. Dabei schuf er schonungslose und selbstbewusste Bilder, die keinem Vorbild folgen und bis heute ihresgleichen suchen. Sein OEuvre ist das eines Suchenden, das bereits vieles vorweg nahm, was erst später in der Kunstgeschichte ausformuliert wurde, etwa in der Malerei des Abstrakten Expressionismus der 1950er-Jahre. Das Porträt, vor allem das Selbstporträt, der Akt und die Landschaft sind Gerstls bevorzugte Genres.

Erste Gerstl Schau in Deutschland und in den USA

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Richard Gerstl, Selbstbildnis als Halbakt, 1902/04, Öl auf Leinwand, 159 x 109 cm, © Leopold Museum, Wien
Die Ausstellung in der Schirn Kunsthalle (-14. Mai) zeigt u. a. zwei Selbstporträts des Malers: das früheste, das Selbstbildnis als Halbakt von 1902/04 und sein letztes, das Selbstbildnis als Akt von 1908. Neben Porträts wie Die Schwestern Karoline und Pauline Fey (März/April 1905) oder das Bildnis Henryka Cohn II (Sommer 1908) präsentiert die Ausstellung auch die zahlreichen Darstellungen von Mathilde Schönberg, etwa Mutter und Tochter (Ende 1906) oder Sitzender weiblicher Akt (Herbst 1908) sowie Porträts der Freunde und Schüler des Komponisten Arnold Schönberg, wie etwa das Bildnis Alexander von Zemlinsky (Juli 1908). Gerstls Gemälde Die Familie Schönberg und insbesondere das Gruppenbildnis mit Schönberg (beide Ende Juli 1908) bilden einen Höhepunkt in der Ausstellung. Die Ausstellung versammelt von 60 überlieferten Werken Richard Gerstls insgesamt 53, darunter Leihgaben aus führenden Museen Österreichs, u. a. aus dem Leopold Museum, der Galerie Belvedere, dem MUMOK, dem Wien Museum, der Albertina, dem Oberösterreichischen Landesmuseum Linz und dem Museum der Moderne Salzburg. Ein großes Konvolut kommt zudem aus der Neuen Galerie in New York, bedeutende Arbeiten aus dem Kunsthaus Zug mit der Sammlung Kamm und weitere Werke aus wichtigen europäischen und amerikanischen Privatsammlungen. Richard Gerstl Retrospektive – Frankfurt, New York… weiterlesen

Susanne Stemmer – Schwebende Poesie …

© Susanne Stemmer - Portrait
© Susanne Stemmer – Portrait

[…] Die Künstlerin Susanne Stemmer fotografiert normalerweise im kommerziellen Bereich, für verschiedenste Marken wie  Swarovski, Louis Vuitton oder Chanel. In ihren freien Arbeiten möchte sie sich jedoch davon abgrenzen. Denn während in der Modefotografie immer mehr oder weniger unterschwellig der Aufruf zum Kauf mitschwingt, zeigt Stemmer in ihren Bildern avantgardistische Ästhetik.

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© Susanne Stemmer – Chanel 01
Sie hat alles Mögliche ausprobiert – „Fotografie als Kunst ist doch kein Beruf“, lacht sie. So ist Susanne Stemmer aufgewachsen. Im Ländle – dort, wo ernsthaft gearbeitet wird. „Deshalb hat es eine Weile gedauert wirklich das anzufangen, was ich liebe“. Fotografie und Mode. Heute erzählt sie in ihren Bildern Geschichten von einer schwerelosen Welt, in der ihre Protagonisten unter der Oberfläche alles fallen lassen: Die Schwere des Alltags, die Masken – sich selbst.

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© Susanne Stemmer – Underwater 02
Im Alter von 20 hat die Unterwasserwelt Susanne Stemmer fasziniert – allerdings als Kamerafreie Zone. „Ich wäre ein lausiger Tierfotograf“, erklärt sie lachend. Den Abzug betätigte sie damals nur auf dem Wasser, auf einem Kreuzfahrtschiff. Von dort ging es Schuss um Schuss um Schuss von digital und Dunkelkammer zu analog und einem Unternehmen. „Ich hatte voll Glück und immer die richtigen Menschen kennengelernt“, mit einem Schmunzeln fügt sie hinzu – „halt auf vorarlbergerisch“. Was das für Susanne heißt? „Wenn man was angreift, dann macht man es bis zu Ende – und zwar g’körig.“ Im kleinen wie im Großen und springt auch schon mal ins kalte Wasser. So wie vor sechs Jahren, als sie zum ersten Mal für ein Magazin in einen Pool stieg. „Da war ich im Stress, schließlich hatte ich das noch nie gemacht.“ Mit Leidenschaft und Professionalität, kombiniert mit einem perfekten Team gehört Susanne Stemmer zu den international begehrten Fotografen. Susanne Stemmer – Schwebende Poesie … weiterlesen