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Alice Neel – Painter of Modern Life

Alice Neel (1900–1984) gehört zu den bedeutendsten amerikanischen Malerinnen des 20. Jahrhunderts, die insbesondere durch ihre berückend ausdrucksstarken und intimen Porträts berühmt wurde.

Alice Neel, Art On Screen - News - [AOS] Magazine
Alice Neel: Elenka, 1936. Öl auf Leinwand, 61 x 50,8 cm. Metropolitan Museum of Art, New York, Gift of Rich Neel, 1987 Photo: © The Metropolitan Museum of Art / Art Resource / Scala, Florence 2015 © Estate of Alice Neel
In einzigartiger Weise spiegeln ihre Werke die amerikanische Gesellschaft der Nachkriegszeit – sie offenbaren die Gefühle, Gedanken und Geschichten von Menschen in ihrer Zeit. Mit ihrem psychologisch scharfblickenden Auge und ihrem virtuosen malerischen Können bringt die Künstlerin das Wesentliche einer Person und ihres Umfelds zum Vorschein. Manche der in ihren Werken Porträtierten, wie die US-amerikanischen Kollegen Robert Smithson und Andy Warhol, sind aufgrund ihrer künstlerischen Arbeiten, andere als politische Akteure oder Prominente bekannt. Einige zählen zur Familie der Malerin und engem Freundeskreis, wieder anderen ist sie einfach durch Zufall begegnet.

Diese Porträts erschließen Neels ungewöhnlich vielfältiges, facettenreiches Leben, das, wollte man es erzählen, einige Bücher füllen könnte. Die Deichtorhallen Hamburg widmen dieser Ausnahmekünstlerin eine große Ausstellung – wobei Hamburg die vierte und letzte Station einer internationalen Ausstellungstournee sein wird, die vom Ateneum in Helsinki organisiert wurde; vorher ist die Schau in Helsinki, Den Haag und Arles zu sehen. 

                                                                                                                                                 

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Alice Neel – Painter of Modern Life. 13. Oktober – 14. Jänner 2018. Deichtorhallen Hamburg – Halle für aktuelle Kunst. 

Arnulf Rainer – Neue Arbeiten auf Papier

Arnulf Rainer, der Widersprüchliche, der Komplexe, der Meisterprovokateur, ist mit seinen 88 Jahren springlebendig, der Schalk blitzt ihm aus den Augen.

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Arnulf Rainer vor Kreuz mit einem verdeckten Engelsflügel bei der Präsentation der Neuerwerbung im LENTOS Kunstmuseum Linz © maschekS. 2016
Seine jüngsten Arbeiten sind farbintensiv, wild, schön und voller Magie. Sie sind lebensfroh, wirken behutsam und offenbaren, wie viele Spätwerke, eine  außerordentliche Leichtigkeit. Rainer übermalt und verbirgt nichts mehr. Alles Darunterliegende, das den Künstler einst in einen Erregungszustand versetzte, hat sich aufgelöst. Mit poetischer Gelassenheit und Präzision zaubert der Einzelgänger in schöpferischen Zusammenhängen virtuose Farbklänge und emotionale Kraftlinien. Die in Serie gearbeiteten Papierarbeiten sind auf Teneriffa, in Wien und Oberösterreich entstanden. Sie verbildlichen eine neue Freiheit und die gegensätzlichen Grundprinzipien von Rainers Kunst: das Gestisch-Expressive oder das Ruhig-Meditative. Alle in der Ausstellung gezeigten Exponate im LENTOS sind Ohne Titel und im Zeitraum von 2015 bis 2016 entstanden und werden zum ersten Mal in einer Ausstellung präsentiert.

Arnulf Rainer und das KUNSTMUSEUM LENTOS

Arnulf Rainer, Art On Screen - News - [AOS] Magazine
Arnulf Rainer, Ohne Titel, 2015/16 © Arnulf Rainer
Insgesamt war der Künstler schon drei Mal mit einer Einzelschau in der Neuen Galerie der Stadt Linz – jetzt LENTOS Kunstmuseum Linz ­– zu Gast. Die Sammlung der Stadt Linz besitzt 86 Arbeiten des Künstlers darunter Zeichnungen, Druckgrafiken, Fotoübermalungen und Gemälde. Die jüngste Erwerbung des Fördervereins der LENTOS Freunde, Kreuz mit einem verdeckten Engelsflügel aus dem Jahr 1998, wurde erst letztes Jahr angekauft und wird seither in der Ausstellung Die Sammlung. Klassiker, Entdeckungen und neue Positionen im LENTOS präsentiert. Zurzeit sind außerdem in der aktuellen Schau Psycho Drawing. Art brut und die ʽ60er und ʽ70er in Österreich  12 Werke des Künstlers zu sehen.

Arnulf Rainer, Art On Screen - News - [AOS] Magazine
Arnulf Rainer, Ohne Titel, 2015/16 © Arnulf Rainer
Die kunsthistorische Bedeutung des 1929 in Baden geborenen Künstlers ist unwiderruflich. Er gilt als Begründer des Informel in Österreich; die in den Fünfzigerjahren entwickelten Übermalungen machen ihn weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt und im internationalen KollegInnenkreis berühmt. Seine intensive Suche nach neuen Wegen der Malerei und die stetige Entwicklung neuer künstlerischer Strategien, begleitet von performativen Arbeiten und umfangreichen Schriften, lassen Arnulf Rainer zu einem der einflussreichsten lebenden Künstler der Gegenwart werden.

Arnulf Rainer, Art On Screen - News - [AOS] Magazine
Arnulf Rainer, Ohne Titel, 2015/16 © Arnulf Rainer
Aus Materialmangel beging Rainer seine ersten Übermalungen und fand damit zu seinem eigenen Stil. Arnulf Rainer gehörte zwar nie der Gruppe der Wiener Aktionisten an, näherte sich diesen aber durch seine Übermalungen von Grimassenfotos und Körperbemalungen in den späten Sechzigerjahren an. In dieser Zeit begann auch seine langfristige Auseinandersetzung mit Werken von psychisch Kranken, die den Grundstein für die umfassende Sammlung Rainers zur Art brut legte. In Zusammenarbeit mit Dieter Roth und anderen Künstlerkollegen endstanden ab Mitte der Siebzigerjahre auch umfangreiche Werkzyklen.

Zahllose Ausstellungen legten den Weg zum internationalen Durchbruch: so war Rainer auf der documenta 5, 6 und 7 vertreten, repräsentierte mit Körpersprache-Arbeiten Österreich 1978 auf der Biennale von Venedig und erhielt im selben Jahr den Großen Österreichischen Staatspreis. Arnulf Rainer wurde 1981 zum Professor an der Akademie der Bildenden Künste in Wien sowie zum Mitglied der Akademie der Künste in Berlin ernannt. 1989 zeigte das Solomon R. Guggenheim Museum in New York eine umfassende Retrospektive. 2009 wurde das Arnulf Rainer Museum in Baden eröffnet. 2014/2015 fand in der Wiener Albertina eine große Arnulf-Rainer-Retrospektive statt.

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Die Ausstellung Arnulf Rainer ist bis zum 30. Juli im LENTOS Kunstmuseum Linz, Ernst-Koref-Promenade 1, 4020 Linz zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10–18 Uhr, Donnerstag 10–21 Uhr, Montag geschlossen (ausgenommen an Feiertagen).

Maria Lassnig – Zwiegespräche

Maria Lassnig. Drei Jahre nach dem Tod einer der größten zeitgenössischen Künstlerinnen Österreichs würdigt die Ausstellung in Wien die Zeichnungen und Aquarelle der Künstlerin (1919–2014). 

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Maria Lassnig, Ohne Titel (Schreiende), 1981, Maria Lassnig Stiftung © 2017 Maria Lassnig Stiftung, Foto Roland Krauss
Konsequent verfolgte sie mit ihrem Werk das Ziel, ihre ureigene Körper-Wahrnehmung und Emotion auf Papier zu bannen. Es sind tiefgreifende Empfindungen, die im Zentrum ihrer Bilder stehen. Die Ausstellung in der Albertina würdigt drei Jahre nach Maria Lassnigs Tod ihr zeichnerisches Werk mit einer Retrospektive und führt rund 80 der schönsten Zeichnungen und Aquarelle der Künstlerin zusammen. Bislang völlig unbekannte Blätter erweisen sich in der Schau als Schlüsselwerke – gemeinsam mit Vertrautem werfen sie ein neues Licht auf ihr Konzept der „Body Awareness“ und erschließen neue Einblicke in das vielseitige Werk der Österreicherin.

Maria Lassnig – Blick nach Innen

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Maria Lassnig, Das Geschrei des Eichelhähers, 1982, Albertina, Wien © 2017 Maria Lassnig Stiftung
Lange bevor Körperbewusstsein und das Verhältnis von Mann und Frau zentrale Themen der internationalen Avantgarde werden, macht die Künstlerin ihren eigenen Körper zum Mittelpunkt ihrer Kunst. Das Sichtbarmachen von körperlichen Emotionen und das Nachspüren der Körperwahrnehmung bilden den Mittelpunkt ihrer „Body Awareness Paintings“. Humorvoll und ernst, sehnsuchtsvoll und gnadenlos zugleich hält die Künstlerin ihre Selbstempfindungen auf dem Papier fest. Nicht was sie sieht, sondern wie sie sich spürt, wird zum Bild. „Man malt wie man ist“, sagt die Künstlerin und bestätigt damit auch die ihr innewohnende Widersprüchlichkeit, mit den äußeren und inneren Wirklichkeiten unabdingbar im Gespräch zu sein.

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Maria Lassnig, Das Erinnern – das ist Liebe, 1997, Albertina, Wien © 2017 Maria Lassnig Stiftung
Schon die eindringlichen Porträts, die noch zu ihrer Schulzeit in Kärnten entstehen, zeigen Lassnigs herausragende Begabung: Der genau beobachtende und schonungslos kritisch fragende Blick – anfangs noch in den Spiegel – dominiert markant das eigene Porträt und begleitet sie durch alle Jahrzehnte. Das Selbstbildnis bleibt das zentrale Thema der Künstlerin, wobei sie diesem kunsthistorisch verankerten und traditionsreichen Motiv völlig neue Dimensionen verleiht. Bereits in den späten 1940er-Jahren entstehen die ersten „Körpergefühlszeichnungen“, die Lassnig noch „Introspektive Erlebnisse“ nennt. Sie stellt somit weit vor allen vergleichbaren Positionen in Europa und Amerika den eigenen weiblichen Körper in den Mittelpunkt ihres Schaffens. Zeichensprache und Umrisslinien definieren nicht nur die Form des abgebildeten Gegenstands, sondern transportieren schon bald verdichtete Spannung.

Künstlerin als Seismograf

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Maria Lassnig, Die Illusion von meiner Tierfamilie, 1999 Albertina, Wien © 2017 Maria Lassnig Stiftung
Ende der 1960er-Jahre übersiedelt Lassnig nach New York. Die pulsierende Kunstszene, die Präsenz feministischer Positionen und Gruppierungen animieren sie dazu, Neues zu gestalten: Sie besucht einen Zeichentrickkurs, doch statt des angestrebten Nebenjobs bei den Walt Disney Studios resultieren daraus Zeichentrickfilme, in denen sie mittels „Körpergefühlszeichnungen“ ihre privaten Erlebnisse, Sehnsüchte und Erfahrungen umsetzt. Nach einem Aufenthalt in Berlin folgt die inzwischen 60-Jährige 1980 der Berufung an die Wiener Hochschule für angewandte Kunst als Professorin für Gestaltungslehre – experimentelles Gestalten.
Wieder zurück in Wien dringt die Erkundung der Körperempfindungen bis zu den Nervenbahnen vor. Die Darstellungen vermitteln eine hochgradige innere Spannung, die die Künstlerin wie einen Seismografen reagieren lässt. Zahlreiche Arbeiten thematisieren den oft grausamen Umgang mit Tieren und der Natur, in ihnen werden Tiere allein oder gemeinsam mit menschlichen Figuren, oft Selbstporträts, dargestellt. Die beiden Realitätsebenen – das Gesehene sowie das innen Wahrgenommene – existieren dabei nebeneinander. [Albertina Wien]

Maria Lassnig – Zwiegespräche. 5. Mai – 27. August 2017. Täglich 10.00 bis 18.00 Uhr, mittwochs 10.00 bis 21.00 Uhr. Albertinaplatz 1,  A-1010 Wien

Metropolitain Art Fair – im Gartenpalais Schönborn

Die Metropolitain Art Fair 19.5. – 21.5.2017 findet zum 5. Mal statt. Zum zweiten Mal wurde die historische Stätte des Gartenpalais Schönborn in Wien gewählt, ein barockes Gartenpalais, das auch das Volkskundemuseum beheimatet.

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© Florian Köhler, Tuchfühlung, Metropolitain Art Fair – MAF 2017
Die MAF – Metropolitain Art Fair bietet emerging und professional artists sowie young talents in einem repräsentativen Umfeld den Zugang und Kontakt zu Interessenten: Kunden, Sammler und Galeristen – alle sind herzlich willkommen. Die von Julia Hartmann (21er Haus) kuratierte Sektion der Young Talents zeigt einen kleinen Ausschnitt von unter 35-jährigen internationalen KünstlerInnen. Weitere internationale Künstler sind unter Professionals zu finden: so der zuletzt mit Ausstellungen im New Museum in New York, bei Sothebys S2 in New York, im Museum der Moderne in Salzburg international gefeierte U.S. Künstler Raymond Pettibon und der in Irland lebende Fotograf Cyril Helnwein, Sohn des bekannten österreichischen Malers Gottfried Helnwein. Ebenso zu sehen sind Arbeiten des in Österreich lebenden Norditalieners Urban Grünfelder sowie Werke der zwei österreichischen Newcomer und bereits international gut etablierten Künstler Christian Eisenberger und Nubauer.

Neuartiges Konzept

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© Emir Ramovic, Gedankenwanderung No 9, oil pastels on paper 50x70cm, 2016, Metropolitain Art Fair – MAF 2017
Die Metropolitain Art Fair wurde 2011 von Ursula Tuczka ins Leben gerufen und bietet ein neuartiges Konzept:  je nach Fläche zeigen um die 25 KünstlerInnen, die von einem Selection Komitee ausgewählt wurden, ihre Kunstwerke, Galerien sind als Besucher herzlich willkommen als Aussteller jedoch nicht zugelassen. Besonders ist somit, dass die Künstler während dieser Veranstaltung persönlich anwesend sind. Für Kunden und interessierten Besucher und Galeristen steht so der persönliche Austausch mit dem/r KünstlerIn im Vordergrund. „Es war mir ein Anliegen, eine Plattform und ein Netzwerk für Künstler und Künstlerinnen abseits der Galerienszene zu schaffen.“, so die Veranstalterin und Initiatorin Ursula Tuczka. Aufgabe des Metropolitain Art Club e.V. (MAC), dem Veranstalter, ist es hier durch spezielle Events einen Traffic an Käufern, Interessierten und Galeriebesuchern zu schaffen. Dazu veranstaltet der MAC eine Vielzahl von Events.

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Alle Events finden Sie auf der Homepage www.maf2017.com, für viele Events ist eine Registrierung notwendig, am Samstag und Sonntag gibt es ein Kinderprogramm von 14.00-15.30 Uhr.