Archiv der Kategorie: Contemporary Art

Art On Screen – NEWS – [AOS] Magazine. Die Kunst- und Kultur Plattform. Für Künstler, Museen, Ausstellungen und Sie. Contemporary Art – Zeitgenössische Kunst:

Maria Lassnig – Zwiegespräche

Drei Jahre nach dem Tod einer der größten zeitgenössischen Künstlerinnen Österreichs würdigt die Ausstellung in Wien die Zeichnungen und Aquarelle von Maria Lassnig (1919–2014). 

Art On Screen - News - [AOS] Magazine
Maria Lassnig, Ohne Titel (Schreiende), 1981, Maria Lassnig Stiftung © 2017 Maria Lassnig Stiftung, Foto Roland Krauss
Konsequent verfolgte sie mit ihrem Werk das Ziel, ihre ureigene Körper-Wahrnehmung und Emotion auf Papier zu bannen. Es sind tiefgreifende Empfindungen, die im Zentrum ihrer Bilder stehen. Die Ausstellung in der Albertina würdigt drei Jahre nach Maria Lassnigs Tod ihr zeichnerisches Werk mit einer Retrospektive und führt rund 80 der schönsten Zeichnungen und Aquarelle der Künstlerin zusammen. Bislang völlig unbekannte Blätter erweisen sich in der Schau als Schlüsselwerke – gemeinsam mit Vertrautem werfen sie ein neues Licht auf ihr Konzept der „Body Awareness“ und erschließen neue Einblicke in das vielseitige Werk der Österreicherin. Maria Lassnig – Zwiegespräche weiterlesen

JORG HARTIG. REALPOP. EINE RETROSPEKTIVE

Das MUSA zeigt Jorg Hartigs bedeutendes umfangreiches OEuvre erstmals in einer konzentrierten, Werke aus sechs Jahrzehnten umfassenden musealen Retrospektive.

Art On Screen - News - [AOS] Magazine
Jorg Hartig, Blauflucht, 1995, 250 x 202 cm, Acryl auf Leinwand © Musa Museum
„In der Malerei gibt es nichts, was es nicht auch in der Natur gibt“, lautet einer der Leitsätze Jorg Hartigs (*1932 Smržovka / Morchenstern, CZ), der Zeit seines Lebens die größte künstlerische Inspiration aus seiner unmittelbaren Umwelt schöpfte – aus dem Alltag, aus Phänomenen der Zivilisation und der Kultur. Am Anfang eines neuen Werks steht bei Hartig meist ein optischer Reiz, dem der Künstler malerisch – spontan und emotional – Form verleiht. Für Hartig ist es dabei wichtig, dass der Betrachter erkennt, was er sieht. Im Sinne von „Schauen und erkennen Sie!“ wendet sich Hartig dabei stets „an den Menschen“, möchte das, was er „erkannt“ hat, vermitteln und gleichzeitig beim Betrachter das „Erkennen“ wecken. Dabei können auch die Titel helfen und die Richtung zeigen: Ohne Titel ist die „Pfütze“ ein dunkles, gegenstandloses Bild, mit Titel erwacht es zum Leben, Spiegelungen werden erkennbar, Glanzlichter erhellen die Szenerie. JORG HARTIG. REALPOP. EINE RETROSPEKTIVE weiterlesen

Edward Burtynsky – Wasser

„Was wir der Zukunft geben, sind die Entscheidungen, die wir heute treffen.“ Edward Burtynsky

Art On Screen - News - [AOS] Magazine
Edward Burtynsky – Porträt © Birgit Kleber
Der kanadische Fotograf Edward Burtynsky (*1955) wurde mit atemberaubenden großformatigen Fotografien, die durch Menschenhand veränderte Landschaften, Industriegelände oder
Ballungszentren dokumentieren, weltberühmt. Das KUNST HAUS WIEN widmet dem Künstler, der seine Begabung seit über 30 Jahren in den „Dienst der Kultur der Nachhaltigkeit“ stellt, nun eine erste umfassende Einzelausstellung in Österreich. Sie präsentiert Burtynskys aktuellen Werkzyklus zu einem Thema von globaler Relevanz: Wasser als wertvolle Ressource, als täglich notwendiges Element für unseren Körper und unseren Planeten und als Urquell des Lebens schlechthin.

Edward Burtynskys „Wasserbilder“

Art On Screen - News - [AOS] Magazine
Edward Burtynsky, Colorado River Delta #8, Salinas, Baja, Mexico 2011 © Edward Burtynsky, courtesy Admira, Milan / Galerie Springer Berlin / Metivier Gallery, Toronto
Für seine Werkserie Wasser durchquerte Burtynsky fünf Kontinente, um ökologische Extremsituationen im Zusammenhang mit Wasservorkommen, deren Nutzung und Verteilung, sowie die Verschwendung von Wasser zu erkunden und festzuhalten. Er wählte Orte, an denen das ökologische Gleichgewicht durch menschliche Eingriffe zerstört wurde und zeigt auf, welche Gefahren in der fortwährenden Ausbeutung von Wasserressourcen liegen. So handeln seine Fotos beispielsweise von Flüssen wie dem Colorado oder dem Sacramento River, deren inzwischen ausgetrocknete Mündungen fantastische Spuren in der Landschaft hinterlassen und ein Spiel von Farben und Linien gleich abstrakter Bilder produzieren. Die meist aufwändig aus der Vogelperspektive fotografierten Aufnahmen erzählen auch von den Folgen des Nickelabbaus: Das  Wasser der Flüsse ist verführerisch rot gefärbt, der ölgetränkte Sand schillert bunt, verdorrte Bäume verweisen auf das angereicherte Uran. Die Fotografien sind Dank ihrer visuellen Abstraktion im Zusammenspiel mit perfekten Bildkompositionen von einer eigenartigen Ästhetik geprägt, die sie im Widerspruch zu den monumental-brutalen Bildinhalten poetisch verklärt erscheinen lässt.

Edward Burtynskys „Wasserbilder“ zeigen die kritischsten Punkte unseres Ökosystems auf – und können durchaus als Ermahnung verstanden werden, jene passive Haltung aufzugeben, durch die unsere Lebensbedingungen nachhaltig bedroht sind. Sein methodischer Ansatz, die Aufnahmen immer in Begleitung der Geschichte und Beschaffenheit des jeweiligen Ortes und mit vielfältigen aktuellen Bezügen zu präsentieren (ob politische Vereinbarungen, gesellschaftliche Forderungen, geografische Voraussetzungen oder wissenschaftliche Daten) trägt dazu bei, die Tragweite des Problems erfahrbar zu machen. „Durch die Kunst kann der Mensch für die Folgen seines Handelns sensibilisiert werden“, so Burtynsky, „ (…) weil wir durch die Kunst unser Bewusstsein erhöhen und unsere Geschichten entwickeln.“

Im Rahmen der Ausstellung wird der Dokumentarfilm Where I Stand, 2013 Jennifer Baichwal und Edward Burtynsky gezeigt. (9:41 Minuten, Editor: David Schmidt, Kamerateam: Jim Panou, Mike Reid, Nick de Pencier und Noah Weinzweig)

Weltwassertag

Die Vereinten Nationen haben den 22. März jedes Jahres zum Weltwassertag ausgerufen. Ziel ist es, dem global bedeutsamen Thema Wasser Bedeutung &  Aufmerksamkeit zu widmen. Der UNESCO Weltwasserbericht weist Österreich auf Platz 18 von insgesamt 122 untersuchten Ländern aus. [Quelle: Kunst Haus  Wien]

Edward Burtynsky – Wasser. 23. März – 27. August 2017. KUNST HAUS WIEN. Untere Weißgerberstraße 13, 1030 Wien

Die Sammlung Essl – Arnulf Rainer, Maria Lassnig, Alex Katz…

Mit über 6000 Werken zählt die Sammlung Essl weltweit zu den größten Privatsammlungen zeitgenössischer Kunst.

Art On Screen - News - [AOS] Magazine
Arnulf Rainer, Face Farces (Face Coloration), 1969, Foto: Stefan Fiedler – Salon Iris, Wien © Arnulf Rainer courtesy Sammlung Essl, Albertina, Wien: Sammlung Essl
Werkblöcke u. a. von Karel Appel und Arnulf Rainer, Franz West und Georg Baselitz, Maria Lassnig und Alex Katz, Erwin Wurm und Anselm Kiefer, VALIE EXPORT und Cindy Sherman sowie Fotografien von Andreas Gursky bis Candida Höfer prägen den einzigartigen Reichtum und das Profil dieser Sammlung.

2014 drohte die Sammlung in die wirtschaftlichen Turbulenzen der Essl-Unternehmensgruppe zu geraten. Noch im selben Jahr konnte die Sammlung Essl unter Mitwirkung von Dr. Hans Peter Haselsteiner in eine neue Besitzgesellschaft eingebracht und damit in ihrer Existenz gesichert werden. Nun erfolgt mit der Dauerleihgabe (bis 2044) der Sammlung Essl an die ALBERTINA die Übergabe an ein österreichisches Bundesmuseum.

„Mit der ALBERTINA haben wir einen idealen Partner für die Zukunft der Sammlung gewonnen. Die Albertina ist ein Museum von Weltrang. Dank dieser Zusammenarbeit werden die Menschen auch in Zukunft die Werke der Sammlung Essl sehen können“, freut sich Karlheinz Essl.

Die Vorgeschichte der Sammlungsübergabe an die ALBERTINA

Art On Screen - News - [AOS] Magazine
Georg Baselitz, Hockender Hund, 1968, Foto: Photoatelier Laut, Wien © Georg Baselitz, courtesy Galerie Michael Werner Köln und NY, Albertina, Wien: Sammlung Essl
2014 drohte die Sammlung in die wirtschaftlichen Turbulenzen… Da im Juli 2016 das Essl Museum geschlossen werden musste, ist diese kapitale, mehr als 6000 Werke zählende Privatsammlung seit damals aus der Öffentlichkeit verschwunden. Die beiden Eigentümer Prof. Karlheinz Essl und Dr. Hans Peter Haselsteiner haben einen Weg gesucht, der nicht bloß die Zukunft der Sammlung sichert, sondern diese vor allem auch der Öffentlichkeit zugänglich macht. Mit Direktor Prof. Dr. Klaus Albrecht Schröder und der Albertina wurde dieser ideale Partner früh gefunden.   Die Sammlung Essl – Arnulf Rainer, Maria Lassnig, Alex Katz… weiterlesen

Dagmar Renée Ritter – Dark Art

[Ungeschminkt]… Dunkel war ich immer und es wird immer dunkler, man muss sich ja weiter entwickeln.

Art On Screen - News - [AOS] Magazine
Rocker Rabbit – Dagmar Renée Ritter
Ich war schon als Kind ein „Goth“ in weiterem Sinne, als weder die Welt noch ich selbst wussten was das ist! Damals wie heute finde ich eben einen Totenschädel schöner als einen Blumenstrauß. Die Bilder die bisher von mir bei Art On Screen gezeigt wurden, zeichneten ein eher liebliches Erscheinungsbild meiner künstlerischen Arbeit, bedingt durch die Auswahl sehr früher Werke von mir oder einzelner nicht so düsterer Arbeiten.

Dark Art & Dark  Surrealism

Art On Screen - News - [AOS] Magazine
Hungry Zombie – Dagmar Renée Ritter
Da ich mich schon während meiner Studienzeit mit der Tatsache abgefunden habe, das die zeitgenössischen, gegenständlichen Kunstbereiche in Österreich von populären Themen geprägt sind, war mir immer klar, daß mein eher makaberes Weltbild in der Kunstszene einen Nischenplatz einnimmt, sieht man von ein paar wenigen prominenten Beispielen ab. Anerkennung bekomme ich eher in Asien, den USA und auch in Russland und Rumänien. Ich war immer eine dunkle Phantastin und sehe mich heute in der Dark Art und dem Dark Surrealism verankert. Umso mehr freut es mich, das Art On Screen den Schritt in der hiesigen Kunstwelt wagte, in dem es meine Beiträge aktualisierte und meine Kunst akzeptiert und präsentiert wie sie ist. Eben nicht allgemein gefällig und in Abgründe blickend.

Im Laufe meiner künstlerischen Tätigkeit habe ich immer wieder erfahren, daß nicht meine Bilder den Rezipienten erschrecken, sondern seine persönlichen tiefsitzende Ängste welche er in die Gemälde hinein interpretiert. Ängste die ins Unterbewußtsein verdrängt wurden, dort behaglich schlummerten, bis sie durch das bewußte Nachdenken über meine Bilder unerwarteter Weise plötzlich erwachen und in ihrer ganzen Schrecklichkeit Gestalt annehmen!

In diesem Sinne möchte ich Art On Screen meinen herzlichen Dank und meine Anerkennung für die ungeschminkte Präsentation meiner Arbeiten ausdrücken, unbequem und dunkel wie sie eben wirklich sind!  [Dagmar R. Ritter], weiterlesen  →