Kunst Haus Wien – Das Museum Hundertwasser

Friedensreich Hundertwasser, 1928-2000

Kunst Haus Wien - Museum Hundertwasser, Hundertwasser Haus, Hundertwasser Wien
Kunst Haus Wien - Museum Hundertwasser. ORF III: Aus dem Rahmen - Die Welt des Friedensreich Hundertwasser, © Kunst Haus Wien, ORF III

Kunst Haus Wien – Das Museum Hundertwasser im Kunst Haus Wien. Das Kunst Haus Wien beherbergt die weltweit einzige permanente Gesamtschau von Friedensreich Hundertwassers Werk. Auf Basis seiner Philosophie präsentiert das Museum Hundertwasser sein Wirken in Malerei, Grafik, Architektur und Ökologie sowie Jugendwerke, Tapisserien und verschiedene Modelle von realisierten und geplanten Projekten.

Museum HundertwasserKunst Haus Wien – Architektur

Kunst Haus Wien - Museum Hundertwasser, Fenster
Bildausschnitt: Kunst Haus Wien – Museum Hundertwasser. ORF III: Aus dem Rahmen – Die Welt des Friedensreich Hundertwasser, © Kunst Haus Wien, ORF III

Bereits 1958 formulierte Friedensreich Hundertwasser in seinem „Verschimmelungsmanifest gegen den Rationalismus in der Architektur“ seine Ablehnung des Rationalismus, der geraden Linie und der funktionellen Architektur. 1968 präsentierte Friedensreich Hundertwasser sein Manifest „Los von Loos – Gesetz für individuelle Bauveränderungen oder Architektur-Boykott-Manifest“. Die in der Tradition des österreichischen Architekten Adolf Loos entstandene rationelle Architektur war für Friedensreich Hundertwasser in ihrer seinem Empfinden nach tödlichen Eintönigkeit verantwortlich für das Elend des Menschen. Er rief zum Boykott gegen diese Architektur auf, forderte schöpferische Baufreiheit und das Recht zur individuellen Bauveränderung.

Dachbewaldung, die „Baummieter“ und das „Fensterrecht“

In seinen ab den 1970er-Jahren entstandenen Modellen veranschaulichte er die Dachbewaldung, die „Baummieter“ und das „Fensterrecht“ und schuf neue architektonische Formen wie das „Spiralhaus“, das „Augenschlitzhaus“, das „Grubenhaus“ oder das „Terrassenhaus“. Es ging Hundertwasser um die Mehrung der Natur als Antwort auf die Zersiedelung der Landschaft: Als „Architekturdoktor” machte Friedensreich Hundertwasser sich die Umgestaltung hässlicher, monotoner und steriler Bauten zur Aufgabe. In zahlreichen beispielhaften Architekturprojekten, die er ab den 1980er- Jahren realisieren konnte, wies er einen Weg aus der Sackgasse der modernen Architektur. Seine Bauten zeugen von seinem Einsatz für Vielfalt anstelle von Monotonie, für Romantik, für das Organische und für unreglementierte Unregelmäßigkeiten, für die Spontanvegetation und für ein Leben in Harmonie mit der Natur.

Ökologie als Prüfstein für Hundertwasser

„Die Ökologie ist der Prüfstein von Hundertwassers Sensibilität, das empfindliche Zytoplasma seiner fünften Haut. Hundertwasser ist selbstverständlich ‚grün’, wie er selbstverständlich Maler, Österreicher, Kosmopolit oder Pazifist ist. Seit seiner frühesten Kindheit an hat er eine Hypersensibilität für seine Umgebung an den Tag gelegt. Die Natur ist die höchste Wirklichkeit, die Quelle der universellen Harmonie: Die große Achtung, die er ihr entgegen bringt, hat sehr bald in ihm den Wunsch wachgerufen, sie vor den Überfällen des Menschen und den Schäden durch die Industrie zu bewahren.“ (Pierre Restany: Die Macht der Kunst, Hundertwasser, Der Maler-König mit den fünf Häuten. Köln 1998)

Geschichte des Kunst Haus Wien

Am 9. April 1991 wurde das Kunst Haus Wien an der Weißgerberlände im 3. Bezirk eröffnet.

Das Museum Hundertwasser entstand in den Gebäuden der ehemaligen Thonet-Möbelfabrik, die 1892 errichtet wurde.Zwei Jahre lang dauerte der Umbau zum Museum. Das Haus wurde von Friedensreich Hundertwasser neu gestaltet.

„Das KUNST HAUS WIEN ist ein Haus der Schönheitshindernisse, wo die Schönheit die wirksamste Funktion innehat, ein Haus der nicht-reglementierten Unregelmäßigkeiten, der unebenen Fußböden, der Baummieter und der tanzenden Fenster. Es ist ein Haus, in dem man ein gutes Gewissen der Natur gegenüber hat. Es ist ein Haus, das nicht den üblichen Normen entspricht, ein Abenteuer der modernen Zeit, eine Reise in das Land der kreativen Architektur.“ Hundertwasser, 1991

Das Kunst Haus Wien konnte sich sehr schnell einen festen Platz in der Wiener Museumslandschaft sichern. Die BesucherInnen aus dem In- und Ausland sind von den Ausstellungen und auch vom Haus selbst begeistert und fasziniert. Zum großen Erfolg haben aber auch die nationale sowie die internationale Presse durch deren enorme Beachtung beigetragen. Mit einer stattlichen Anzahl an Stammgästen konnte sich auch das Restaurant mit seinem paradiesischen Garten rasch etablieren. Seit Herbst 2007 gehört das Kunst Haus Wien zur Wien Holding. Zum Wien Holding-Konzern gehören im Kulturbereich auch noch das Haus der Musik, das Mozarthaus Vienna (10 Jahre Mozarthaus → …), das Jüdische Museum Wien (Hedy Lamarr (1914-2000 → …), sowie die Wiener Stadthalle und die Vereinigten Bühnen Wien mit Ronacher, Raimund Theater und Theater an der Wien

Zum Ausstellungsprogramm des Kunst Haus Wien

Hundertwasser, HOMMAGE AU TACHISME, Friedensreich Hundertwasser, Kunst Haus Wien
Hundertwasser, HOMMAGE AU TACHISME, 1961 © Kunst Haus Wien

Neben der permanenten Gesamtschau von Hundertwassers Werk zeigte das Kunst Haus Wien seit 1991 über 70 internationale Positionen zeitgenössischer Kunst, wobei in den letzten Jahren vor allem die Fotografie (z.b. Edward Burtynsky – Wasserbilder → …) in den Fokus gerückt ist. In diesem Bereich zeigt das Kunst Haus Wien laufend sowohl umfassende Ausstellungen renommierter Künstlerinnen und Künstler, die Fotografiegeschichte geschrieben haben, als auch aktuelle internationale Positionen und bietet so der österreichischen Fotografieszene einen zentrale Plattform für die Auseinandersetzung mit dem Medium. Seit 2015 präsentiert das Kunst Haus Wien darüber hinaus eine neue Programmschiene: Ausgehend von den zukunftsweisenden Ideen Friedensreich Hundertwassers zu Ökologie und Gesellschaftspolitik schafft das Kunst Haus Wien einen neuen Ort für KünstlerInnen und Kreative, die sich mit Themen wie Nachhaltigkeit, Klimawandel, Recycling, Urbanistik oder generationenübergreifende Verantwortung aus heutiger Sicht kritisch und visionär auseinandersetzen. Das Kunst Haus Wien wurde im Juli 2018 als erstes Museum mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet. Friedensreich Hundertwasser Biografie → …

Hundertwassers Farbe

„Hundertwassers Farbe! Sie kennt keine Grenzen in ihrer Sinnlichkeit. Sie wird zusehends reicher, wärmer und prachtvoller. Die Grün-, Blau- und leuchtenden Violettöne verstärken das grelle Karmin-, Zinnoberrot und das Gelb und beginnen durch die aufgebrachten echten Metallfolien in Gold und Silber zu glänzen. Angesichts dieser wahrhaft luxuriösen Augenweide vergisst man leicht, dass der Maler bis 1957 kaum genug zum Überleben hatte, obwohl seine Genügsamkeit und Anspruchslosigkeit legendär waren. Allzu gern vergisst man auch, dass er auf geniale Weise aus Müll und alten Blechdosen Wunderwerke schuf. Es gab nichts, was er nicht zum Malen verwendet hätte, solange es dauerhaft war – und tatsächlich waren seine Materialien oft langlebiger als die neuesten und teuersten Materialien.“ (Pierre Restany: „Happy Hundertwasser“, 1976, in: Hundertwasser. New York, Parkstone Press 2008)

Hundertwassers Tapisserien

Hundertwasser, IRINALAND ÜBER DEM BALKAN, Friedensreich Hundertwasser
Hundertwasser 691, IRINALAND ÜBER DEM BALKAN, IRINALAND OVER THE BALKANS, IRINALAND SUR LES BALKANS, 1969 © Kunst Haus Wien

Hundertwassers erste Tapisserie, „133 Pissender Knabe mit Wolkenkratzer“, entstand 1952 aufgrund einer Wette, bei der Friedensreich Hundertwasser behauptet hatte, man könne eine Tapisserie auch ohne Karton, also ohne eine Vorlage in der Größe der Tapisserie, weben. Auch sämtliche nachfolgende Tapisserien entstanden ohne Karton, sie wurden jedoch von Webern hergestellt, die Hundertwasser persönlich auswählte. Bei der Übertragung seiner Werke in eine Tapisserie ging es Hundertwasser um die freie Umsetzung eines seiner Werke in ein anderes Medium und um die künstlerische Interpretation durch die Weber, das heißt um eine Umsetzung ohne Vorlage beziehungsweise Karton. Nach Hundertwassers Auffassung konnte nur diese Vorgehensweise ohne Karton dem Werk Leben einhauchen, nur so konnte ein
echtes künstlerisches Werk entstehen und nicht eine unbeseelte Kopie der Vorlage. Aus diesem Grund sind alle Hundertwasser-Tapisserien Unikate. Meisterwerke der Sammlung Essl mit dem Werk: Hundertwasser: Sonne für die, die auf dem Lande weinen → …

Ticket Service

Kunst Haus Wien, Hundertwasser Haus, Museum HundertwasserDas Museum Hundertwasser im Kunst Haus Wien. Öffnungszeiten – Täglich 10:00–18:00. Das 1991 eröffnete Kunst Haus Wien ist ein von Friedensreich Hundertwasser gestaltetes Museum. Es befindet sich in der Unteren Weißgerberstraße 13 im 3. Wiener Gemeindebezirk, Landstraße. Art On Screen – Ticket Service und Online Shop. Tickets für Ausstellungen & Events können Sie einfach und bequem hier online bestellen → …

Impressum & AGB, Art On Screen powered by Bono Media - interactive

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar verfassen