Picasso Ausstellung. Das späte Werk

Aus der Sammlung Jacqueline Picasso im Museum Barberini

Pablo Picasso, Das späte Werk, La Californie, Museum Berberini
Pablo Picasso, La Californie, 1956, Öl auf Leinwand, Sammlung Catherine Hutin © Succession Picasso/VG Bild-Kunst, Bonn 2019. Photo: Claude Germain

Picasso Ausstellung. Das späte Werk. Aus der Sammlung Jacqueline Picasso im Museum Barberini in Potsdam. Pablo Picasso (1881–1973) gilt als Erneuerer der Kunst im 20. Jahrhundert. In Malerei, Skulptur, Graphik und Keramik hat er neue Maßstäbe gesetzt.

Pablo Picasso, Das späte Werk, Madame Z (Jacqueline mit Blumen), 1954, Museum Barberini
Pablo Picasso, Madame Z (Jacqueline mit Blumen), 1954, Öl auf Leinwand, Sammlung Catherine Hutin © Succession Picasso/VG Bild-Kunst, Bonn 2019. Photo: Claude Germain

Weniger bekannt ist sein Schaffen aus den letzten zwei Jahrzehnten seines Lebens, als Picasso von seiner Frau Jacqueline mehr Bildnisse schuf als je zuvor von einem anderen Modell. Die Picasso Ausstellung. Das späte Werk zeigt, wie Picasso auch in seinen letzten Schaffensjahren innovativ blieb. Alle Leihgaben stammen aus der Sammlung Jacqueline Picasso (1927– 1986). Ihre Tochter Catherine Hutin stellt diese bislang kaum öffentlich gezeigte Sammlung für die Ausstellung im Museum Barberini zur Verfügung. In der von Gastkurator Bernardo Laniado-Romero getroffenen Auswahl befinden sich zahlreiche Werke, die erstmalig in Deutschland gezeigt werden sowie einige, die zum ersten Mal in einem Museum präsentiert werden.

Picasso Ausstellung – Das späte Werk

Als der Photograph Brassaï im Mai 1960 Pablo Picasso zum ersten Mal nach fast 15 Jahren wiedersah, machte ihm dessen neues Werk ungeheuren Eindruck.

Pablo Picasso, Das späte Werk, Jacqueline in türkischem Kostüm, Museum Barberini
Pablo Picasso, Jacqueline in türkischem Kostüm, 1955, Öl auf Leinwand, Sammlung Catherine Hutin © Succession Picasso/VG Bild-Kunst, Bonn 2019. Photo: Claude Germain

Der Photograph sah sich im Atelier in Cannes umgeben von Portraits, die Picassos Lebensgefährtin Jacqueline Roque zeigen. Er sah Skulpturen und Assemblagen aus unterschiedlichsten Materialien. Überall lagen Skizzen und Papierarbeiten in neuen Techniken. Auch die stilistische Vielfalt und die Monumentalität der Entwürfe dürfte das Gefühl der Überwältigung hervorgerufen haben. Während Picassos Werk in seinen früheren Phasen stilistisch deutlich unterschieden war – so dass sich die Blaue von der Rosa Periode der die Form sprengende Kubismus vom geschlossenen Kontur des Neoklassizismus abhebt -, bilden die Stile in Picassos spätem Werk eine Synthese. Picasso Ausstellung – Das späte Werk. Der junge Picasso – Blau und Rosa Periode →

Das späte Werk – Im Rückblick

Picassos Werk der letzten beiden Lebensjahrzehnte hält Rückschau. Revisionen des eigenen Werks nehmen bekannte Themen auf und erneuern sie. Doch geschieht dies vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen und vielfach im Dialog mit künstlerischen Werken – von den Alten Meistern bis zur Pop Art. Picasso entwickelte Verfahren weiter, die Henri Matisse in seinen Cut-outs begonnen hatte.

Pablo Picasso, Das späte Werk, Jacqueline im Schaukelstuhl, Museum Berberini
Pablo Picasso, Jacqueline im Schaukelstuhl, 1954, Öl auf Leinwand, Sammlung Catherine Hutin © Succession Picasso/VG Bild-Kunst, Bonn 2019. Photo: Claude Germain

Der Tod des Künstlerfreunds im November 1954 löste auch eine intensive Auseinandersetzung Picassos mit dessen Themen aus – oder, wie es Picasso zuspitzte: „Als Matisse starb, hinterließ er mir seine Odalisken.“ Picasso ging dafür zu den Skizzen zurück, die er bereits in den 1940er Jahren zu Eugène Delacroix’ Gemälde Die Frauen von Algier gemacht hatte. In einer der Odalisken Delacroix’ erkannte er Jacqueline wieder, mit der er in diesem Jahr eine Beziehung einging. Im folgenden Jahr zog er mit ihr und ihrer Tochter Catherine in die Villa La Californie. Jacqueline inspirierte Picasso zu zahlreichen Interieur-Darstellungen der Villa. Sie zeigen sie als Muse. Ihr Lieblingsplatz, der Schaukelstuhl, repräsentiert ihre Allgegenwart an Picassos Schaffensorten. Picasso Ausstellung – Das späte Werk. Picasso Zitate → …, Lese-Empfehlung: Matisse Bonnard – ES lebe die Malerei →

Jacqueline Picasso

Jacqueline Picasso inspirierte, orchestrierte und verwaltete die überwältigende Fülle, die Brassaï in Picassos Atelier beschrieb. Sie erhielt nach Picassos Tod einen bedeutenden Teil seines Œuvres, als es unter den Erben aufgeteilt wurde. Für das neue Picasso Museum in Paris wählte der französische Staat aus Picassos Nachlass Werke aus allen Phasen und Techniken aus. Die kanonisierten Phasen des Œuvres nahmen dabei den größten Raum ein. Das späte Werk Picassos hat sich deshalb in Anzahl und Qualität bis heute am besten in den Sammlungen der Familie erhalten – so auch in der Sammlung Jacqueline PicassoPicasso Slideshow → Blaue und Rosa Periode 1901-1907.

Picasso Museum Barcelona

Ausgewählt wurden die Werke für die Picasso Ausstellung – Das späte Werk von Bernardo Laniado-Romero, vormals Direktor der Picasso-Museen in Barcelona und Málaga, der als Gastkurator Konzept, Ausstellung und Katalog verantwortet. Picasso Ausstellung. Das späte Werk. Aus der Sammlung Jacqueline Picasso im Museum Barberini. Alter Markt, Humboldtstrasse 5–6, 14467 Potsdam. Täglich außer Dienstags 10–19 Uhr, jeder erste Donnerstag im Monat 10–21 Uhr. 

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