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Die Geburt des Kunstmarktes. Rembrandt, Ruisdael, van Goyen…

Auf den Spuren von Künstlern wie Rembrandt, Ruisdael, van Goyen und vielen anderen erforscht die Ausstellung – Die Geburt des Kunstmarktes – im Goldenen Zeitalter der Niederlande, wie gesellschaftliche Veränderungen in den Niederlanden des 17. Jahrhunderts einen neuen Kunstmarkt und eine ganz eigene Kunst hervorgebracht haben.

Die Geburt des Kunstmarktes, Art On Screen - News - [AOS] Magazine
Jan Miense Molenaer (1610-1668): Jugendliche Musikanten und ein tanzender Zwerg, um 1630–1635, SØR Rusche Sammlung Oelde / Berlin, Foto © SØR Rusche Sammlung Oelde / Berlin
Die Ausstellung im Bucerius Kunst Forum illustriert, wie sich Künstler, Kunsthändler und ihre Werkstätten auf die neue Marktsituation einstellten und warum die Preise auf dem Kunstmarkt von wenigen Gulden bis hin zu Höchstsummen reichten. Der Handel mit Kunst ist eine Form der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit dieser und somit eine wesentliche Voraussetzung ihres Bestehens. Lange bevor es Museen gab, begann die Diskussion über Kunst auf dem Kunstmarkt und der Geburtsort des Handels mit Kunst waren die Niederlande des sogenannten Goldenen Zeitalters. Kunst wurde zwar auch schon im 16. Jahrhundert, etwa auf dem Antwerpener Markt für Luxusgüter verhandelt, doch wurde dort noch kaum ein Unterschied zwischen freier Kunst und Handwerk gemacht. Die Sonderstellung der Malerei und die Unterscheidung der freien Kunst vom Handwerk sind charakteristische Merkmale des modernen Kunstbegriffs, dessen Ursprünge bis in die Renaissance zurückreichen, der sich jedoch erst im 18. Jahrhundert voll herauskristallisieren sollte. Dennoch spielten diese Merkmale schon eine zentrale Rolle im Goldenen Zeitalter der Niederlande, auch wenn die meisten Maler dem Statusniveau der Handwerker verhaftet blieben: Viele waren in Gilden organisiert, die keinen Unterschied machten zwischen Malern und Anstreichern, da beide mit dem Pinsel arbeiteten.

Die Geburt des Kunstmarktes im Goldenen Zeitalter

Die Geburt des Kunstmarktes, Art On Screen - News - [AOS] Magazine
Govert Flinck (1615-1660): Brustbild eines bärtigen alten Mannes, 1638, Galerie Hans, Hamburg Foto © Galerie Hans, Hamburg
Im 17. Jahrhundert verlor der Adel an Bedeutung und die calvinistisch reformierte Kirche der Niederlande forderte schmucklose Kirchenbauten. Während die traditionellen Hauptauftraggeber also weitestgehend wegfielen, konnte sich ein erstarkendes Bürgertum erstmals Ölbilder leisten. Ein außerordentlich hohes und breit verteiltes Bildungs- und Wohlstandsniveau bot den Nährboden für einen Kunstmarkt, dessen Kommerzialisierung einen größeren Einfluss auf Techniken, Darstellungsformen und Themen der Gemälde haben sollte als die ursprünglichen adeligen und klerikalen Auftraggeber. Die Künstler begannen sich neu zu orientieren und ihre Bilder für einen anonymen Markt zu malen, ohne vorab ihre Käufer und deren Wünsche zu kennen. Eine typische Neuerung war die Ton-in-Ton-Malerei: Sie verkürzte den Malprozess ohne qualitative Einbußen, und der Maler konnte seine Bilder somit günstiger anbieten. Während der Marinemaler Jan Porcellis als ihr Erfinder vermutet wird, war es der Vielmaler Jan Josephsz. van Goyen, der die Technik zu seinem Markenzeichen machte. Darüber hinaus begannen Künstler, ihre Werke in kleineren, flexibleren Formaten anzubieten. Ein Vorteil, der nicht nur eine schnellere Arbeit und damit günstigere Preise, sondern auch bessere Transportmöglichkeiten mit sich brachte.

Der Markt

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Gerrit Dou (1613-1675): Selbstporträt, um 1645, The Kremer Collection – www.thekremercollection.com, Foto © The Kremer Collection
Die Vorlieben der bürgerlichen Käufer der nördlichen Niederlande wichen von dem in Europa vorherrschenden höfischen Geschmack des Barocks ab. Sie bevorzugten Sujets, die sie verstehen und bezahlen konnten. Bilder mit mythologischen Themen oder teure Historienbilder wurden durch alltäglichere Motive verdrängt. Zusammen mit den Landschaften und Stillleben gelten Genrebilder, realistisch wirkende Darstellungen aus dem Alltag mit anonymen Figuren, als die charakteristischsten Beiträge der Niederländer zur Geschichte der Malerei. Mehr als alle anderen Bildgattungen waren Seestücke mit der Geschichte des Goldenen Zeitalters verbunden, da die Kriegs- und Handelsflotte als entscheidender Machtfaktor der politischen Position der Niederlande galten. Die Jagd als Motiv und Zeitvertreib war dagegen ursprünglich der Aristokratie vorbehalten. Ein Jagdstillleben im bürgerlichen Wohnzimmer war somit sowohl Ersatz als auch Zeichen der Distinktion. Willem van Aelst und Jan Weenix waren erfolgreiche Protagonisten der Spezialisierung zweier Generationen, deren Überschneidung für eine Belebung der Konkurrenz und schärfere Abgrenzung in ihren Motiven sorgte.

Markt-Nischen

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Rembrandt Harmensz. van Rijn (Werkstatt) (1606-1669): Willem Burchgraeff (Detail), 1633, Gemäldegalerie Alte Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto © bpk, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Hans-Peter Klut
Durch die Spezialisierung auf einzelne Bildmotive konnten Künstler schneller produzieren und doch ein hohes Qualitätsniveau erreichen. Sie konzentrierten sich auf Nischen im Markt und so wurden bestimmte Themen zu ihrem Markenzeichen, was wiederum den Verkauf beförderte. Bis heute ist der Künstler Jacob van Ruisdael für seine reißenden Bergbäche berühmt, die es in den Niederlanden gar nicht gab. Man erkennt eine Landschaft mit Kühen als Werk des Malers Paulus Potters oder denkt bei Reiterszenen oder Landschaften mit Pferden an die Kunst Philips Wouwermann. Auch wenn die Historienmalerei in der breiten Bevölkerung weniger Anklang fand, außer bei leicht zu verstehenden alttestamentarischen Darstellungen, behielt sie an der Spitze des Marktes ihre Bedeutung. Wer sich nicht nur lokal sondern auch international einen Namen machen und hohe Preise erzielen wollte, musste sich am höchsten angesehenen Genre profilieren. Amsterdam galt in den Niederlanden als Zentrum der Historienmalerei. So zeichnet sich das Bild von einem Kunstmarkt mit drei Segmenten ab: einem unteren, in welchem Historienbilder als Massenware mit vorzugsweise alttestamentlichen Geschichten vorherrschten und einem mittleren, in welchem sich die für uns charakteristische holländische Malerei unter den Marktzwängen des sehr besonderen gesellschaftlichen Kontextes einer Mittelschicht herauskristallisierte. An der Spitze des Marktes stand wiederum die Historienmalerei im Zentrum des Interesses, hier jedoch als Unterscheidungsmerkmal im Konkurrenzkampf um Reputation. An dieser Spitze standen Künstler wie Rembrandt, Flinck, Bol, Lievens, Backer, die miteinander konkurrierten und mit Kunsthändlern wie Hendrik Uylenburgh oder Johannes de Renialme zusammenarbeiteten, die hohe Preise für ihre Ware verlangten.

Am Ende des Marktes

Am unteren Ende des Marktes hingegen engagierten Kunsthändler unbekannte Maler, kauften die Materialien ein und gaben Themen vor. Dank der Kontrolle aller Preisvektoren konnten sie schnell auf veränderte Nachfragen bei anvisierten Käufergruppen reagieren. 

Hochkarätige Leihgaben kommen aus international bekannten Museen und Sammlungen, darunter Rijksmuseum Amsterdam; Museum Boijmans Van Beuningen; National Portrait Gallery London; Liechtenstein. The Princely Collections. Vaduz / Wien und weiteren Museen und Privatsammlungen.

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Das Bucerius Kunst Forum präsentiert vom 23. September 2017 bis zum 7. Januar 2018 die erste umfassende Themenausstellung zur Geburt des Kunstmarktes im Goldenen Zeitalter der Niederlande.

Spontanrealismus & The Masterpiece Connection by Voka

 VOKA:  „Die Betrachter sollen Freude beim Anblick meiner Bilder haben. Ich bin ein lebensbejahender Mensch und möchte mit meiner Kunst positive Emotionen wecken“, sagt er selbst und ergänzt weiter „täglich werden wir mit Katastrophen und Schreckensmeldungen konfrontiert, dabei hat unser Dasein auch wundervolle und positive Seiten. Ich möchte den Leuten zeigen: Das Leben ist schön!“

VOKA, Art On Screen - NEWS - [AOS] Magazine
Voka © Christian Prenner, 5 Kopie Voka
1965 geboren, lebt und arbeitet VOKA in Puchberg am Schneeberg/Nö. Als Markenzeichen für seine Kunst prägte er den Begriff „Spontanrealismus“, unter dem er die wiederentdeckte Ernsthaftigkeit in der zeitgenössischen Kunst verstanden wissen will. Mit einem unverwechselbaren Malstil, der sich aus der Dynamik des Augenblickes entwickelt, vermittelt er traditionelle, in der Kunst gültige Werte in einer neuen, dem Zeitgeist entsprechenden Interpretation. Seine Bilder finden Sammler rund um den Globus, wurden unter anderem bereits in Florida, England, Moskau und der EU gezeigt und auf internationalen Kunstauktionen versteigert. Neben seiner Tätigkeit als Künstler ist VOKA an der Kunstakademie Bad Reichenhall /Deutschland und an der Akademie Kolbermoor in München/Deutschland tätig.

SPONTANREALISMUS – VOKA

VOKA, Art On Screen - NEWS - [AOS] Magazine
Brigitte Bardot, 190×190 cm, Acryl auf Leinen, 2014-06, © Voka
Kunst […] Mit der von ihm begründeten Kunstrichtung „Spontanrealismus“ hat Voka eine ganz eigene, unverwechselbare richtung erschaffen. In diesem Malprozess lotet Voka das Spannungsfeld zwischen einer selbstreflexiven malerischen Praxis und einer Malerei, die stark auf das fotografische Vorbild reflektiert, aus. Der Begriff beschreibt nicht nur seine Kunstform oder den Stil der Kunstwerke, er ist vor allem auch ein emotionaler, aus einem inneren Impuls entstehender Ausdruck seiner Kraft und Leidenschaft.

VOKA, Art On Screen - NEWS - [AOS] Magazine
Andy Warhol, 190×190 cm, Acrylic On Canvas, 2013, © Voka
Mit seinen Sujets, besonders die Darstellungen bekannter Persönlichkeiten, schließt Voka an die Bildwelt der Pop Art insbesondere der von Andy Warhol an, erweitert und durchbricht diese jedoch durch seinen so dynamischen und dennoch äußerst harmonischen Farbauftrag. Auf mich, als einen auf die Pop Art spezialisierten und von ihr begeisterten Kunsthändler hatte Vokas  Kunstform, diese so ungemein kraftvollen und ausdrucksstarken Darstellungen von Personen und Städten (New York, Wien, London…) von Beginn an eine ganz starke Wirkung. [Gerald Hartinger]

Mit seiner neuen Bildserie „The Masterpiece Connection“ schafft der österreichische Künstler VOKA eine Hommage an die Alten Meister (Rembrandt, Dürer, Michelangelo…) der Kunstgeschichte.

Galerie – Slide Show:

„Ich bin ständig auf der Suche nach dem perfekten Bild und hoffe doch stets, es nicht zu finden, weil ich die Suche danach so sehr liebe“ [VOKA] 

Edvard Munchs Meisterwerke der Druckgrafik in der Albertina Wien – Liebe, Tod und Einsamkeit…

Edvard Munch Der Schrei, 1895 Privatsammlung Courtesy Galleri K, Oslo © Reto Rodolfo Pedrini, Zürich
Edvard Munch Der Schrei, 1895 Privatsammlung Courtesy Galleri K, Oslo © Reto Rodolfo Pedrini, Zürich

Die aktuelle Ausstellung „Liebe, Tod und Einsamkeit“ in der Albertina zeigt 100 Druckgrafiken des norwegischen Meisters Edvard Munch.

Alle Exponate der Schau stammen aus der weltweit größten und bedeutendsten Privatsammlung von Meisterdrucken Edvard Munchs. Edvard Munch ist einer der einflussreichsten Protagonisten der Moderne. Seine Kunst stellt einen Höhepunkt der Jahrhundertwende dar. Mit 100 Meisterwerken der Druckgrafik, die meist nur in einem einzigen Exemplar existieren, zeigt die Albertina die berühmtesten Ikonen dieses norwegischen Künstlers, darunter Der Schrei, Madonna, Der Kuss und Melancholie.

Edvard Munch Melancholie II, 1898 Privatsammlung Courtesy Galleri K, Oslo © Reto Rodolfo Pedrini, Zürich
Edvard Munch Melancholie II, 1898 Privatsammlung Courtesy Galleri K, Oslo © Reto Rodolfo Pedrini, Zürich

Munchs Schaffen nimmt eine Sattelstellung zwischen Symbolismus und Expressionismus ein und zeugt von der lebenslangen Auseinandersetzung des Künstlers mit den existenziellen Fragen des Menschen. Liebe, Tod und Einsamkeit sind die bis heute aktuellen Themen seines Werks. Neben Dürer, Rembrandt, Goya und Picasso zählt Edvard Munch zu den Bahnbrechern in der Geschichte der Kunst.

Die Schau rückt darüber hinaus auch das druckgrafische Werke des Künstlers in den Mittelpunkt. Was Dürer für die Renaissance und Rembrandt für das barocke Zeitalter bedeuten, verkörpert Edvard Munch in der Moderne: Seine Lithografien, Radierungen und Holzschnitte stellen den absoluten Höhepunkt der Druckgrafik des 20. Jahrhunderts dar. Mit mehr als 750 Motiven und vermutlich 30.000 Abzügen nimmt das druckgrafische Werk einen hohen Stellenwert für den Künstler ein. [Quelle: Albertina Wien]

Edvard Munch – Liebe, Tod und Einsamkeit, 25. September bis 24. Jänner, Albertina, täglich 10.00 bis 18.00 Uhr, mittwochs 10.00 bis 21.00 Uhr. Weitere Meisterdrucke finden Sie hier…