Art On Screen - NEWS - [AOS] Magazine

HUBERT SCHEIBL – Fly

Hubert Scheibl ist Österreichs herausragender Vertreter einer überwältigend sinnlichen, gestischen Malerei. Für die Präsentation seiner jüngsten Werkserie verwandelte der Künstler die Orangerie im Unteren Belvedere in ein geheimnisvolles Labyrinth aus Räumen und Bildern.

34 großformatige Werke auf Leinwand, die in den letzten zehn Jahren entstanden sind, werden in experimentellen Rauminstallationen so gehängt, dass sie die Wahrnehmung des Besuchers herausfordern.

Vom Blick aufs Ganze und von der Vertiefung ins Detail

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Hubert Scheibl, Ones, 2012/13, © Hubert Scheibl, Foto: Ditz Fejer, Öl auf Leinwand 195 cm x 140 cm
Die abstrakt-sensible und gestenreiche Malerei von Scheibl wird dadurch in eine neue Dimension gehoben. Hubert Scheibl nimmt aufgrund seines unverwechselbaren Stils eine bedeutende Position innerhalb der abstrakten Malerei in Österreich ein. Seine Werke verlangen vom Betrachter, ständig von der Gesamtansicht in die Detailansicht und umgekehrt zu wechseln. Die aktuelle Ausstellung in der Orangerie geht einen Schritt weiter und fordert die Wahrnehmung der Besucher noch stärker heraus. Großformatige Gemälde und bewusst gesetzte Rauminstallationen bilden ein geheimnisvolles Labyrinth aus Bildern und Räumen, in dem die Grenzen ineinander verschwimmen. Diese Art von Grenzenlosigkeit kommt auch im Titel zum Ausdruck.

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Hubert Scheibl, Plants and Murders, 2014, © Hubert Scheibl, Foto: Armin Plankensteiner, Öl auf Leinwand 290 cm x 200 cm
Die Offenheit der Malerei ist in Scheibls Werken Programm. Der Künstler lotet bewusst die Grenzen des Formats aus, er schafft eine malerisch-grafische Sprache, in der die Zeit als dynamischer Moment festgehalten wird. Die Bilder wirken rätselhaft und vielschichtig, wie in Farbe manifestierte Wolkengebilde. „Scheibls Malerei bildet keine Dinge oder Vorstellungen ab, sie illustriert oder erklärt auch kein Konzept und keine Erzählung; in erster Linie IST sie“, so Mario Codognato, Kurator der Ausstellung. Hubert Scheibl ist Mitglied der Secession, er lernte bei Max Weiler und Arnulf Rainer und nahm in den 1980er-Jahren einmal an Biennale in Venedig und einmal an der in São Paulo teil. Er lebte einige Jahre in New York, dies erklärt auch, warum sein Denken und Arbeiten stark von amerikanischen Schriftstellern und Filmemachern wie z. B. John Williams, Philip Roth und Stanley Kubrick beeinflusst wurde.

ÜBERBLICKSFÜHRUNG: Hubert Scheibl – Fly: 9. November 2016 bis 5. Februar 2017 jeweils Samstag, Sonntag und Feiertag, 16 Uhr in der Orangerie im Unteren Belvedere. [Belvedere]

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