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Die Poesie der venezianischen Malerei …

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PARIS BORDONE (1500–1571), Junge Dame mit Spiegel und Magd, um 1535–1540, Öl auf Leinwand, 87 x 72 cm, Hamburger Kunsthalle © bpk / Hamburger Kunsthalle Foto: Elke Walford
Die Poesie der venezianischen Malerei würdigt das umfangreiche OEuvre des venezianischen Malers Paris Bordone (1500-1571) im Schatten seines Lehrers Tizian und stellt es im Kontext herausragender venezianischer Künstler wie Palma il Vecchio
und Lorenzo Lotto vor. Erstmalig werden dabei die Hauptwerke Paris Bordones in einer Schau zusammengeführt – eine derart umfangreiche Würdigung seines facettenreichen Werkes ist im deutschsprachigen und internationalen Raum bisher einmalig. Die Ausstellung in der Kunsthalle Hamburg umfasst rund 100 Exponate, darunter überwiegend Gemälde – viele in großen Formaten – sowie Zeichnungen und Druckgraphik aus renommierten nationalen und internationalen Museen.

Paris Bordone, Palma il Vecchio, Lorenzo Lotto, Tizian

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PARIS BORDONE (1500–1571), Ein venezianisches Liebespaar, Öl auf Leinwand, 80,5 x 86 cm, Pinacoteca di Brera, Mailand © bpk / Scala – courtesy of the Ministero Beni e Att. Culturali
Paris Bordone gilt als der bedeutendste jener Künstler, die in der Werkstatt Tizians, dem bekanntesten Vertreter der venezianischen Malerei des 16. Jahrhunderts, ausgebildet wurden. Seine Wirkstätte Venedig war zu der Zeit ein Schmelztiegel, in dem die Künstler sich neuen Sujets aus der klassischen Antike zuwandten und neue Stile sowie Techniken entwickelten, um diese darzustellen. Poesie, Sinnlichkeit, Farbe, Licht, Innovation – diese Leitworte beschreiben das vielseitige künstlerische Schaffen Paris Bordones und seiner Zeitgenossen, das sich in der Ausstellung über thematische Kapitel entdecken lässt. Präsentiert werden die innovativen Bildfindungen von den allegorischen Darstellungen, den mythologischen Szenen und den pastoralen Landschaften bis hin zu den erotisch aufgeladenen weiblichen Idealbildnissen und den lyrischen Männerporträts sowie die Rezeption antiker Architektur. In der unmittelbaren Gegenüberstellung zu den wichtigsten Künstlern aus dem nordalpinen Raum wie Lucas Cranach d. Ä., Albrecht Dürer, Jan Massys oder Barthel Beham werden die Wechselwirkungen der venezianischen und der nordalpinen Kunst verdeutlicht.

Die ausgestellten Arbeiten beeindrucken durch die Virtuosität der malerischen Geschicklichkeit – zu sehen sind Werke mit enormer Brillanz und Leuchtkraft der Farben, die unter Verwendung neuer Farbpigmente erzielt wurde. Diese konnten bei den sogenannten »vendecolori« (dt. Farbenhändlern) erworben werden – ein
Berufsstand, den es nur in Venedig seit Beginn des 16. Jahrhunderts gab. Die Leihgaben stammen aus: Staatliche Kunstsammlungen Dresden; Alte Pinakothek, München; Städel Museum, Frankfurt a. M.; Kunsthistorisches Museum Wien; Rijksmuseum Amsterdam; National Gallery London; Scottish National Gallery, Edinburgh; Musée du Louvre, Paris; Staatliche Eremitage, St. Petersburg;
Pushkin Museum, Moskau; Pinacoteca di Brera, Mailand; Galleria degli Uffizi, Florenz; u.a.

Hamburger KunsthalleEin zur Ausstellung (24. Februar bis 21. Mai 2017) entwickelter Multimedia-Guide gibt den Besucher_innen vertiefte Einblicke in die Kunstwerke. Zudem begleitet ein umfangreiches Programm u.a. mit Lesungen, wissenschaftlichen Vorträgen, Dialog-Veranstaltungen und Kuratorinnenführungen die Schau. Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft der Botschaft der Italienischen Republik.

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