Fräulein Lieser – Wiederentdecktes Klimt Gemälde „Bildnis Fräulein Lieser“ wird versteigert

Wiener Auktionshaus im Palais Kinsky

Fräulein Lieser, Klimt Gemälde Fräulein Lieser, Bildnis Fräulein Lieser
Gustav Klimt (Wien 1862 - 1918 Wien) Bildnis Fräulein Lieser, 1917 Öl auf Leinwand, gerahmt, 140 x 80 cm © Auktionshaus im Kinsky, Wien

Fräulein Lieser. Das rund 100 Jahre verschollene und wiederentdeckte Klimt Gemälde „Bildnis Fräulein Lieser“ der österreichischen Malerikone Gustav Klimt wird am 24. April diesen Jahres im Wiener Auktionshaus im Kinsky versteigert. Das „Bildnis Fräulein Lieser, 1917“ und beispielsweise auch „Dame mit Fächer“ gehört zu den letzten von Gustav Klimt unvollendeten Werken. 

Gustav Klimts „unvollendetes Bildnis Fräulein Lieser, 1917“ verlässt Wien. Es wurde am 24 April 2024 im Kinsky um 30 Millionen Euro verkauft – es ist somit das teuerste Werk das je in Österreich versteigert wurde. Das Klimt Kunstwerk wurde von Patti Wong & Associates für einen anonymen Kunstsammler aus Hong Kong erworben.

Die Widerentdeckung des Damenporträts Fräulein Lieser

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Gustav Klimt (Wien 1862 – 1918 Wien) Bildnis Fräulein Lieser, 1917 Öl auf Leinwand, gerahmt, 140 x 80 cm © Auktionshaus im Kinsky, Wien

Die Wiederentdeckung des Klimt Damenporträts, das zu den schönsten Bildnissen der letzten Schaffensperiode Klimts zählt, ist eine Sensation. Als Schlüsselfigur des Wiener Jugendstils symbolisiert Gustav Klimt wie kein anderer die österreichische Moderne des Fin de Siècle. Seine Werke, insbesondere seine Bildnisse von erfolgreichen Frauen aus dem Großbürgertum der Jahrhundertwende, genießen weltweit höchste Anerkennung. Auf dem internationalen Kunstmarkt spielen Klimts Gemälde in der obersten Liga. Seine Damenporträts (Klimts Damenporträts → … ) stellen bei Auktionen eine große Rarität dar. Seit Jahrzehnten konnte der Kunstmarkt in Mitteleuropa kein Gemälde präsentieren, das in Seltenheit, künstlerischem Rang und Wert vergleichbar gewesen wäre. Das gilt erst recht für Österreich, wo kein Kunstwerk von auch nur annähernder Bedeutung angeboten wurde.

Klimts Modell – Bildnis Fräulein Lieser

Wer ist das Klimt Modell – Fräulein Lieser ? Im ersten, 1967 veröffentlichten Werkverzeichnis der Gemälde Klimts von Fritz Novotny und Johannes Dobai wird die Dargestellte „Fräulein Lieser“ tituliert. Die Autoren der Werkkataloge jüngeren Datums (Weidinger 2007 und Natter 2012) haben die Porträtierte als „Margarethe Constance Lieser“ (1899-1965), Tochter des Großindustriellen Adolf Lieser, identifiziert. Neue Recherchen des Auktionshauses zu Geschichte und Provenienz eröffnen auch die Möglichkeit, dass Klimts Modell ein anderes Mitglied der Familie Lieser gewesen sein könnte: entweder Helene Lieser (1898-1962), die Erstgeborene von Henriette Amalie Lieser-Landau und Justus Lieser oder deren jüngere Tochter, Annie Lieser (1901-1972).

Die Familie Lieser – Klimts Mäzene & Auftraggeber

Die Familie Lieser gehörte zum Kreis der vermögenden, großbürgerlichen Wiener Gesellschaft, in dem Klimt seine Mäzene und Auftraggeber fand. Die Brüder Adolf und Justus Lieser zählten zu den führenden Großindustriellen der österreichisch-ungarischen Monarchie. Henriette Amalie Lieser-Landau, „Lilly“ genannt, war bis 1905 mit Justus Lieser verheiratet und verkehrte als Mäzenin in den Zirkeln der künstlerischen Avantgarde. In den Oeuvrekatalogen der Gemälde Klimts heißt es, Adolf Lieser, habe Gustav Klimt mit einem Porträt seiner achtzehnjährigen Tochter Margarethe Constance beauftragt. Manches spricht jedoch dafür, dass Klimt von der kunstaffinen Lilly Lieser den Auftrag erhalten hat, eine ihrer beiden Töchter malerisch zu verewigen. Gustav Klimt Bio & bedeutende Gemälde → …

Eines der letzten Klimt Gemälde Fräulein Lieser, 1917

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Gustav Klimt (Wien 1862 – 1918 Wien) Bildnis Fräulein Lieser, 1917 Öl auf Leinwand, gerahmt, 140 x 80 cm © Auktionshaus im Kinsky, Wien

Im April und Mai 1917 besuchte die Dargestellte „Fräulein Lieser“ neun Mal das Hietzinger Atelier Gustav Klimts. Es entstanden mindestens 25 Vorstudien. Im Mai 1917 dürfte Klimt mit dem Gemälde (Bildnis Fräulein Lieser) begonnen haben. Der Maler wählt für seine Darstellung ein Dreiviertelporträt und gibt die junge Frau in strenger frontaler Haltung, nah an den Bildvordergrund gerückt, vor einem roten, undefinierten Hintergrund wieder. Um ihre Schultern ist ein reich mit Blumen dekorierter Umhang gelegt.

Während Klimt das Gesicht des „Fräulein Lieser“ mit präzisem Strich in sensibler, naturalistischer Manier gestaltet, spiegeln andere Bildpartien die freie, offene Pinselschrift seines Spätstils wider. Kräftige Komplementärtöne bestimmen die Farbkomposition. Die koloristische Intensität des Bildes und die Hinwendung zu einer lockeren, offenen Pinselschrift zeigen Klimt am Höhepunkt seines späten Schaffens. Als der Maler am 6. Februar 1918 an den Folgen eines Schlaganfalls starb, ließ er das Gemälde – in geringen Teilen noch unvollendet – in seinem Atelier zurück. Das Bild Fräulein Lieser ging nach Klimts Tod 1918 an die Familie des Auftraggebers oder der Auftraggeberin. Hier finden Sie die berühmten Klimt Damenporträts → …

Das Schicksal des Bildes Fräulein Lieser nach 1925

Das einzige bisher bekannte Foto des Bildes Fräulein Lieser wird im Archiv der Österreichischen Nationalbibliothek verwahrt. Es wurde vermutlich 1925 im Zusammenhang mit der Klimt-Ausstellung des Otto Kallir-Nirenstein in der Neuen Galerie, Wien, aufgenommen. Auf der Inventarkarte zu diesem Negativ findet sich die Anmerkung: „1925 in Besitz von Frau Lieser, IV, Argentinierstrasse 20.“ Das genaue Schicksal des Bildes nach 1925 ist ungeklärt. Fest steht bloß, dass es von einem Rechtsvorgänger des Einbringers in den 1960er Jahren erworben und in drei Erbgängen an den gegenwärtigen Eigentümer gegangen ist.

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Gustav Klimt (Wien 1862 – 1918 Wien) Bildnis Fräulein Lieser, 1917 Öl auf Leinwand, gerahmt, 140 x 80 cm © Auktionshaus im Kinsky, Wien

Klimts Gemälde „Fräulein Lieser“ könnte Auktionsrekord im Palais Kinsky knacken. Das „Bildnis Fräulein Lieser“ wird am 24. April 2024 in einer Sonderauktion im Kinsky in Wien zur Versteigerung offeriert. Davor tritt es noch eine Reise um die Welt an. Das Klimt Gemälde wird an verschiedenen Orten im Ausland präsentiert. Geplant sind unter anderem Stationen in der Schweiz, in Deutschland, Großbritannien und Hongkong. Art On Screen Ticket Service. Für Ausstellungen in Österreich, Deutschland und der Schweiz können Sie hier Tickets einfach und bequem online bestellen → …

Gustav Klimts „unvollendetes Bildnis Fräulein Lieser, 1917“ verlässt Wien. Es wurde am 24 April 2024 im Kinsky um 30 Millionen Euro verkauft – es ist somit das teuerste Werk das je in Österreich versteigert wurde. Das Klimt Kunstwerk wurde von Patti Wong & Associates für einen anonymen Kunstsammler aus Hong Kong erworben.

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