Schlagwort-Archive: Oskar Kokoschka

LEOPOLD MUSEUM | Wien

DIE SAMMLUNG LEOPOLD  zählt zu den weltweit bedeutendsten Sammlungen der österreichischen Moderne. Die weit über 5000 Exponate umfassende Kollektion, die das Sammler-Ehepaar Rudolf und Elisabeth Leopold über fünf Jahrzehnte zusammengestellt hat, wurde im Jahr 1994 mit Hilfe der Republik Österreich und der Österreichischen Nationalbank in die Leopold Museum-Privatstiftung eingebracht.

MEISTERWERKE DER ÖSTERREICHISCHEN MODERNE – WIEN 1900 – JUGENDSTIL – EXPRESSIONISMUS –  Größte Egon-Schiele-Sammlung

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Gustav Klimt, Tod und Leben, 1910-15 © Leopold Museum, Wien, Inv. 630
Das Leopold Museum präsentiert im Museums Quartier die weltweit größte und bedeutendste Egon Schiele-Sammlung gemeinsam mit Meisterwerken von Gustav Klimt und Oskar Kokoschka. Die Kunst der Zwischenkriegszeit ist u.a. mit Werken von Richard Gerstl, Herbert Boeckl, Hans Böhler, Albin Egger-Lienz, Anton Faistauer, Anton Kolig, Alfred Kubin, Wilhelm Thöny u.v.a. vertreten. Dazu kommen herausragende Werke aus dem 19. Jahrhundert von Ferdinand Georg Waldmüller, Friedrich Gauermann, August von Pettenkofen, Anton Romako, Emil Jakob Schindler, Carl Schuch u.a.m. Die Sammlung Leopold umfasst Gemälde und Grafiken der Kunst um 1900, sowie wesentliche Gegenstände des österreichischen Kunstgewerbes von Otto Wagner, Adolf Loos, Josef Hoffmann, Koloman Moser und Dagobert Peche, viele davon aus der Produktion der Wiener Werkstätte. Teil der Sammlung Leopold sind weiters genuine Objekte aus Afrika und Ozeanien. Werke alter chinesischer und japanischer Kunst ergänzen die Präsentation.

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johann hauser … der künstler bin ich!

10 Jahre Museum Gugging – 90 Jahre Johann Hauser – 200 Meisterwerke. 

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Johann Hauser, 1993, Foto und © Martin Vukovits
Johann Hauser wurde schon sehr früh zum Star unter den Gugginger Künstlern. Mit seinem prägnanten Strich war Hauser von anderen Künstlern wie Jean Dubuffet bis Arnulf Rainer hoch geschätzt. Seine Bildnisse von schönen und hässlichen Frauen, Raketen und Panzern, Schlangen und Schlössern sind intensiv, mächtig und bewegend. Kaum ein Künstler eignet sich mehr dazu, zehn Jahre museum gugging gebührend zu feiern. Die Schau „johann hauser … der künstler bin ich!“ gibt mit ungefähr 200 Werken einen repräsentativen Einblick in das Lebenswerk dieses besonderen Künstlers. Hauser, Schöpfer des „Blauen Sterns“ von Gugging, hat hunderte farbenprächtige Bildnisse geschaffen, die in öffentlichen und privaten Sammlungen weltweit vertreten und aus der internationalen Art Brut-Szene nicht mehr wegzudenken sind. Hausers Frauendarstellungen sind voll offensiver Erotik und beeindrucken durch ihre kraftvolle Strichführung. Seine verspielte Seite zeigt der Künstler bei seinen Darstellungen anderer Themen: Flugzeuge, Kriegsschiffe, Hubschrauber, Schlösser, grüne Schlangen. Sie ziehen die BetrachterInnen durch ihre farbliche und emotionale Intensität in ihren Bann.

Ausstellungen in Europa, USA und Japan

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Johann HAUSER, Herz, 1982, Grafit, Wachskreide auf Zeichenkarton, © Privatstiftung, Künstler aus Gugging
Erste Ausstellungen in den 1970er-Jahren brachten frühe Erfolge und erste Publikationen. Unter Navratils Nachfolger Johann Feilacher, der das „Zentrum für Kunst- und Psychotherapie“ in das „Haus der Künstler“ umwandelte und von der Klinik abtrennte, wurde Hausers Werk in ganz Europa, den USA und Japan gezeigt. Hauser wurde zu Vernissagen in Helsinki, Köln, Philadelphia oder New York eingeladen und genoss seinen Ruhm und die damit verbundenen Reisen.  Johann Hauser hinterließ etwa 2.500 Zeichnungen und fast 150 Radierungen, ein Lebenswerk, das ihn in die erste Reihe aller Art Brut-Künstler brachte. Seine Werke sind weltweit in privaten und öffentlichen Sammlungen, wie den Landessammlungen Niederösterreich, dem Museum der Moderne Wien – Stiftung Ludwig, LENTOS Kunstmuseum Linz, Collection de´l Art Brut in Lausanne, Setagaya Art Museum Tokio, Whitworth Art Gallery Manchester u.a., vertreten. Im Jahr 1990 erhielt Johann Hauser gemeinsam mit seinen Gugginger Künstlerkollegen den Oskar-Kokoschka-Preis für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der bildenden Kunst. Hauser starb im Alter von 69 Jahren im Jänner 1996. johann hauser … der künstler bin ich! weiterlesen

SCHIELE und KLIMT, Meisterwerke der österreichischen Moderne – Jugendstil – Expressionismus…

Das Leopold Museum präsentiert im Museums Quartier die weltweit größte und bedeutendste Egon Schiele Sammlung  gemeinsam mit Meisterwerken von Gustav Klimt und Oskar Kokoschka.  Das Museum verfügt mit 41 Gemälden und 188 Arbeiten auf Papier über die weltweit größte und bedeutendste Sammlung an Werken des Expressionisten Egon Schiele (Tulln 1890–1918 Wien). 

DIE WIEDERENTDECKUNG SCHIELES DURCH RUDOLF LEOPOLD

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Egon, Melanie und Elvira Schiele mit ihren Eltern, 1893 © Privatbesitz Foto Anonym
Als Schiele 1918 mit nur 28 Jahren an der Spanischen Grippe starb, galt er vielen als der wichtigste österreichische Künstler seiner Zeit. In den Jahrzehnten nach seinem frühen Tod geriet er jedoch immer mehr in Vergessenheit, wurde in der Zeit des Nationalsozialismus posthum zum »entarteten Künstler« erklärt. Zu Beginn der 1950er Jahre sah der junge Medizin- und Kunstgeschichtestudent Rudolf Leopold erstmals Werke von Egon Schiele. Er bemerkte, dass diese in Qualität, Ausdruckskraft und technischer Meisterschaft durchaus den Alten Meistern vergleichbar waren. SCHIELE und KLIMT, Meisterwerke der österreichischen Moderne – Jugendstil – Expressionismus… weiterlesen

Klimt/Schiele/Kokoschka und die Frauen im Belvedere in Wien…

Gustav Klimt, Egon Schiele, Oskar Kokoschka und die „Frauenfrage“…
Gustav Klimt, Fritza Riedler, 1906, Öl auf Leinwand, 153 x 133 cm, © Belvedere, Wien
Gustav Klimt, Fritza Riedler, 1906, Öl auf Leinwand, 153 x 133 cm, © Belvedere, Wien

[…] Am Anfang des 20. Jahrhunderts stellten weitreichende gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen sowie eine gedankliche Neuorientierung die traditionellen Geschlechterrollen infrage. Die zunehmende Gleichstellung von Mann und Frau rief hierbei einerseits heftige Gegenargumente hervor – beispielsweise vom populären Theoretiker Otto Weininger. Andererseits kann die sexuelle Befreiung aber als ein gemeinsames Ziel betrachtet werden, da sowohl bei Männern als auch bei Frauen der Wunsch bestand, aus den moralischen Zwängen des 19. Jahrhunderts auszubrechen. Das relativ freimütige Bekenntnis zur sexuellen Lust auf männlicher und weiblicher Seite versetzte die österreichische Kunst des frühen 20. Jahrhunderts in Aufruhr und erfüllte die Werke der führenden Künstler des Landes mit einer Mischung aus Grauen und Begeisterung.

Gustav Klimt, Goldfische, 190102, Öl auf Leinwand, 181 x 67 cm, © Kunstmuseum Solothurn, Dübi-Müller-Stiftung, 1980
Gustav Klimt, Goldfische, 190102, Öl auf Leinwand, 181 x 67 cm, © Kunstmuseum Solothurn, Dübi-Müller-Stiftung, 1980

Gustav Klimt, Egon Schiele und Oskar Kokoschka näherten sich der damals allgemein als „Frauenfrage“ bezeichneten Thematik jeweils auf eigene Art und Weise, wobei es auch zu Überschneidungen kam. Klimt/Schiele/Kokoschka und die Frauen geht diesen Unterschieden und Gemeinsamkeiten auf den Grund und liefert dabei neue Einblicke in die Geschlechterbeziehungen des frühen 20. Jahrhunderts sowie in die Ursprünge der modernen sexuellen Identität. Die sowohl chronologisch als auch thematisch gegliederte Ausstellung konzentriert sich dabei auf vier Hauptthemen: auf das Porträt, das (Liebes-)Paar, die Mutter und das Kind und den Akt.
Es ist wohl nicht weiter verwunderlich, dass Klimts kostbare, elegante und in leuchtenden Farben ausgeführte Porträts bei den Damen der Wiener Gesellschaft regen Anklang fanden. Doch die individuelle Persönlichkeit der Dargestellten ließ der Künstler beinahe vollkommen hinter die reich ornamentierten Oberflächen zurücktreten. Schiele und Kokoschka kehrten diese dekorative Formel um, indem sie ihre Modelle in eine bildnerische Leere stießen. Damit erzwangen sie eine Konfrontation mit existenziellen Ängsten, die hinter Klimts Horror Vacui verborgen geblieben war. Der damals herrschenden
Auffassung zum Trotz, dass Frauen keine Seele hätten, prägten Schiele und Kokoschka damit eine neue, moderne und psychologischen Fragen nachgehende Porträtmalerei.

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