Art On Screen - NEWS - [AOS] Magazine

johann hauser … der künstler bin ich!

10 Jahre Museum Gugging – 90 Jahre Johann Hauser – 200 Meisterwerke. 

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Johann Hauser, 1993, Foto und © Martin Vukovits
Johann Hauser wurde schon sehr früh zum Star unter den Gugginger Künstlern. Mit seinem prägnanten Strich war Hauser von anderen Künstlern wie Jean Dubuffet bis Arnulf Rainer hoch geschätzt. Seine Bildnisse von schönen und hässlichen Frauen, Raketen und Panzern, Schlangen und Schlössern sind intensiv, mächtig und bewegend. Kaum ein Künstler eignet sich mehr dazu, zehn Jahre museum gugging gebührend zu feiern. Die Schau „johann hauser … der künstler bin ich!“ gibt mit ungefähr 200 Werken einen repräsentativen Einblick in das Lebenswerk dieses besonderen Künstlers. Hauser, Schöpfer des „Blauen Sterns“ von Gugging, hat hunderte farbenprächtige Bildnisse geschaffen, die in öffentlichen und privaten Sammlungen weltweit vertreten und aus der internationalen Art Brut-Szene nicht mehr wegzudenken sind. Hausers Frauendarstellungen sind voll offensiver Erotik und beeindrucken durch ihre kraftvolle Strichführung. Seine verspielte Seite zeigt der Künstler bei seinen Darstellungen anderer Themen: Flugzeuge, Kriegsschiffe, Hubschrauber, Schlösser, grüne Schlangen. Sie ziehen die BetrachterInnen durch ihre farbliche und emotionale Intensität in ihren Bann.

Ausstellungen in Europa, USA und Japan

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Johann HAUSER, Herz, 1982, Grafit, Wachskreide auf Zeichenkarton, © Privatstiftung, Künstler aus Gugging
Erste Ausstellungen in den 1970er-Jahren brachten frühe Erfolge und erste Publikationen. Unter Navratils Nachfolger Johann Feilacher, der das „Zentrum für Kunst- und Psychotherapie“ in das „Haus der Künstler“ umwandelte und von der Klinik abtrennte, wurde Hausers Werk in ganz Europa, den USA und Japan gezeigt. Hauser wurde zu Vernissagen in Helsinki, Köln, Philadelphia oder New York eingeladen und genoss seinen Ruhm und die damit verbundenen Reisen.  Johann Hauser hinterließ etwa 2.500 Zeichnungen und fast 150 Radierungen, ein Lebenswerk, das ihn in die erste Reihe aller Art Brut-Künstler brachte. Seine Werke sind weltweit in privaten und öffentlichen Sammlungen, wie den Landessammlungen Niederösterreich, dem Museum der Moderne Wien – Stiftung Ludwig, LENTOS Kunstmuseum Linz, Collection de´l Art Brut in Lausanne, Setagaya Art Museum Tokio, Whitworth Art Gallery Manchester u.a., vertreten. Im Jahr 1990 erhielt Johann Hauser gemeinsam mit seinen Gugginger Künstlerkollegen den Oskar-Kokoschka-Preis für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der bildenden Kunst. Hauser starb im Alter von 69 Jahren im Jänner 1996.

Biografisches und künstlerische Laufbahn

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Johann HAUSER, Mädchen im gelben Kleid 2, 1967, Bleistift, Wachskreide, Sammlung Helmut Zambo, © Privatstiftung, Künstler aus Gugging
1926 in Bratislava geboren, musste Johann Hauser in seiner frühen Jugend in ein Umsiedlungslager nach Niederösterreich. In die Landes-Nervenklinik Maria Gugging wurde Hauser 1943 im Alter von 17 Jahren eingewiesen, 1986 übersiedelte er in das Haus der Künstler in Gugging. Der Psychiater und Leiter der Männerabteilung, Leo Navratil, entdeckte sein Talent und begann ihn zu fördern. So begann Hauser erst im Alter von 32 Jahren zu zeichnen. Der zum “Künstler-Patienten” aufgestiegene Hauser wurde 1965 erstmals publiziert und andere Künstler, vor allem der Wiener Avantgarde, waren von seiner Kunst begeistert. Der Maler Peter Pongratz bezeichnete ihn als den Lehrer, der ihm zeigte, was Kunst ist, der “Übermaler“ Arnulf Rainer stellte gar fest, dass Hauser 99 Prozent der professionellen Maler degradiere.

Publikation

Der 500 Seiten starke, großformatige Katalog stellt in rund 500 Abbildungen Johann Hausers Arbeiten vor. Neben der umfassenden Darstellung von Johann Hausers Lebenswerk wird er als Persönlichkeit porträtiert. Im Buch wird deutlich, wie Stimmungsschwankungen das Selbstwertgefühl des Künstlers steigerten und ihn zu Höchstleistungen antrieben, aber auch wie er in seinen späten, ausgeglichenen Jahren ein beeindruckendes Alterswerk schuf. Johann Feilacher (Hg.): johann hauser … der künstler bin ich! (250 Ex.), 516 Seiten, Hardcover, 584 Abb., Salzburg, Wien: Residenz 2016. Sonderausgabe im Schuber, Silberschnitt nummeriert und signiert, Residenz 2016. [Quelle: Museum Gugging] Zum Museum und Katalog…

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