David Hockney Biografie – Bilder und Zitate des Malers

britischer Maler, Grafiker und Zeichner

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David Hockney: My Parents, 1977, Tate, © David Hockney, Foto: Tate

David Hockney Biografie. Der Künstler David Hockney (1937) ist ein britischer Maler, Grafiker und Zeichner und zählt zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts mit den Genre-Schwerpunkten Landschaftsmalerei und Porträtmalerei. Das Bucerius Kunst Forum widmet 2020 David Hockney – die Tate zu Gast eine umfassende Schau und zeigt bedeutende Werke & Bilder des Künstlers.

David Hockney Biografie – Leben, Werke und Zitate

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David Hockney – die Tate zu Gast im Bucerius Kunst Forum in Hamburg. Foto: Ulrich Perrey

1950–1959: Ein Künstler ist für den jungen Hockney „jeder, der in seinem Beruf einen Pinsel und Farbe gebrauchen muss“ – egal ob er „Plakate“ oder „Weihnachtskarten“ gestaltet. Im Alter von 14 Jahren malt er erste Porträts und Stillleben in Öl. Nach dem Schulabschluss 1953 geht er auf die Bradford School of Art. In den nächsten vier Jahren lernt er figuratives Zeichnen und Malen nach akademischer Tradition. 1955 verkauft er sein erstes Bild, ein Porträt seines Vaters. 1957 macht Hockney seinen Abschluss und realisiert, dass er nun zwar malen kann, aber kaum etwas über moderne Kunst weiß. Im Herbst 1959 wird er am Royal College of Art angenommen und zieht nach London. David Hockney. Die Tate zu Gast → …

„Der Ursprung aller Kunst, der Ursprung aller Kreativität, ist Liebe. Wenn jemand glaubt, es gebe etwas Wichtigeres, wüsste ich gern, was das sein sollte.“ Zitat: David Hockney

1960–1969: Hockneys erste Amerikareise

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David Hockney: My Parents, 1977, Tate, © David Hockney, Foto: Tate

Durch das Preisgeld von Ausstellungswettbewerben und seine Mitarbeit an der Gestaltung der Innenausstattung des Passagierschiffs „Canberra“ kann Hockney sich 1961 seine erste Amerikareise leisten. Die in New York gemachten Erfahrungen bilden die Grundlage für eine Serie von Radierungen, die er in Anlehnung an William Hogarth A Rake’s Progress (Werdegang eines Wüstlings) nennt. 1962 stellt er zum zweiten Mal in Folge bei der Young Contemporaries-Ausstellung in der Galerie der Royal Society of British Artists aus. Im selben Jahr macht er seinen Abschluss und unterzeichnet einen Vertrag bei dem Galeristen John Kasmin, der seine Kunst die nächsten drei Jahre vertreiben wird. In Kasmins Galerie wird Hockneys erste Einzelausstellung David Hockney. Pictures with People In 1963 zu einem großen Erfolg. 1964 zieht er nach Los Angeles. Im selben Jahr hat er in der New Yorker Alan Gallery seine erste Einzelausstellung in den USA. 1965 kehrt er kurzzeitig in das regnerische London zurück, wo auf Basis der in Los Angeles angefertigten Vorstudien und Fotografien seine ersten Swimmingpool-Bilder entstehen. 1966 reist er nach Beirut, um Ideen und Skizzen für Radierungen zu 14 Gedichten des ägyptisch-griechischen Lyrikers Konstantinos Kavafis (1863–1933) zu sammeln, den er schon seit Studienzeiten liest. 1967 entstehen die für das hedonistische Leben an der amerikanischen Westküste so charakteristischen Gemälde A Bigger Splash und A Lawn Being Sprinkled. Es folgen erste Doppelporträts. Die intensive Phase der Malerei unterbricht 1969 ein Zyklus von 39 Radierungen zu den Märchen der Brüder Grimm. David Hockney Biografie, 1960-69. 

„Ich male was ich will, wann ich will und wo ich will.“ Zitat: David Hockney

1970–1979: Hockneys Doppelporträts

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David Hockney: Mr and Mrs Clark and Percy, 1970/71, Tate, © David Hockney, Foto: Tate

Viele Werke der letzten zehn Jahre werden 1970 in der Whitechapel Gallery in London gezeigt, wo Hockney einst die Gemälde seiner Idole bewunderte. Die erfolgreiche Retrospektive reist anschließend durch Europa. Hockney wendet sich den naturalistischen Doppelporträts zu und vollendet 1971 nach häufigen Übermalungen sein in Großbritannien beliebtestes Werk Mr and Mrs Clark and Percy. Den Bruch mit seinem Partner Peter Schlesinger verarbeitet Hockney 1972 in Portrait of an Artist (Pool with Two Figures). Die Zeit nach der Trennung wird von den Dreharbeiten zu A Bigger Splash ausgefüllt. Der dokumentarische Spielfilm erscheint 1974. 1975 entwirft er Kostüme und Bühnenbild für eine Inszenierung von Igor Strawinskys Oper The Rake’s Progress in der Glyndebourne Festival Opera. In den nächsten zwanzig Jahren wird er ungefähr zehn Opernproduktionen bildnerisch begleiten. 1976 erscheint seine erste Autobiografie. 1977 stellt er die Werke Self-Portrait with Blue Guitar, Looking at Pictures on a Screen und My Parents fertig. Nachdem er zwei Jahre in Paris gelebt hat, verlässt er die Stadt, weil sie ihm zu unruhig ist und er vor lauter Besuch nicht mehr zur Arbeit kommt. 1979 stirbt sein Vater. David Hockney Biografie, 1970-1979. 

„Die wichtigste Voraussetzung, um Optimist zu bleiben, ist ein schlechtes Gedächtnis.“ Zitat: David Hockney

1980–1989: Hollywood Hills & Mulholland Drive

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David Hockney: Man in Shower in Beverly Hills, 1964, Tate, © David Hockney, Foto: Tate

1980 und 1981 widmet er sich zunächst der Arbeit an verschiedensten Operninszenierungen. Außerdem beginnt er, sich mit den Serpentinenstraßen der Hollywood Hills zu beschäftigen und malt Mulholland Drive: The Road to the Studio – mit sechs Metern Breite sein bis dato größtes Gemälde auf einer einzigen Leinwand. Bisher nutzte Hockney die Fotografie nur als technisches Werkzeug und visuelles Notizbuch. Doch mit seinen zu kubistischen Collagen arrangierten Polaroids von 1982 beginnt er, die Fotografie als künstlerisches Medium zu nutzen. 1983 studiert er im New Yorker Metropolitan Museum of Art und im British Museum in London eingehend die Darstellung von Perspektive in chinesischen Rollbildern. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse verarbeitet Hockney in einer Serie von Lithografien mit dem Titel Moving Focus (1984–1986). 1986 kauft er bürotaugliche Fotokopierer, mit denen er spielerisch experimentiert, woraus die Serie seiner Home Made Prints entsteht. Im Vergleich mit den bisher genutzten, wesentlich aufwendigeren Druckverfahren genießt er die Spontaneität, mit der er Farben und Bildausschnitte variieren kann. 1988 zeigt das Los Angeles County Museum of Art die zweite umfassende Retrospektive, die aus 250 Gemälden, Zeichnungen, Grafiken, Fotografien, Publikationen und Bühnenbild-Modellen besteht. Die überaus erfolgreiche Ausstellung wird auch im Museum of Modern Art und in der Tate gezeigt. David Hockney Biografie, 1980-89.

„Vergleicht man Newman als Maler mit, sagen wir, Degas, dann – finde ich – sieht man, dass Newman an Ideen interessiert ist – davon besessen ist, weil er kein so guter Künstler ist, wie Degas.“ Zitat: David Hockney

1990–1999: David Hockney im Silicon Valley

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David Hockney: George Lawson and Wayne Sleep, 1972–1975, Tate, © David Hockney, Foto: Tate

1990 besucht er eine Konferenz im Silicon Valley, kauft sich einen Apple Macintosh und probiert die Zeichensoftware Oasis aus. 1991 hat er einen leichten Herzinfarkt, von dem er sich jedoch schnell wieder erholt. Wehrte sich Hockney zu Studienzeiten noch gegen die Abstraktion, beginnt der mittlerweile 55-Jährige 1992 eine Serie von abstrakten Bildern, in denen er Gefühle und Geisteszustände in Formen ausdrückt, anstatt sie figurativ zu illustrieren. 1993 erscheint seine zweite Autobiografie. In den nächsten Jahren finden weltweit mehrere Retrospektiven statt, unter anderem die seines zeichnerischen Werks 1995 in der Hamburger Kunsthalle. Viele seiner Freunde sterben im Verlauf der 1990er Jahre an Aids. Während dieser Zeit sucht Hockney Trost im Porträtieren seiner „besten Freunde“ – seiner beiden Dackel. Im Frühjahr 1999 stirbt Hockneys Mutter im Alter von 98 Jahren. Lesetipp: California Dreams: San Francisco – ein Porträt → …

„Am meisten von allen mag ich handgemalte Bilder; folglich mal ich sie selbst. Sie haben immer ein Thema und ein kleines bisschen Form. Dass ich die beiden in ein Gleichgewicht bringe, macht mich, so nehme ich an, zu einem traditionellen Maler.“ Zitat: David Hockney

2000–2009: The Expulsion from the Garden of Eden

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David Hockney: The First Marriage (A Marriage of Styles I), 1962, Tate, © David Hockney, Foto: Tate

Im Jahr 2001 konkretisieren sich seine theoretischen Überlegungen über optische Instrumente der alten Meister in einem kunsthistorischen Buch. Die Publikation zieht internationale Vortragsreisen nach sich und wird von Künstlern und Kunsthistorikern kontrovers diskutiert. Hockney zieht es jedoch schnell zurück zur praktischen Betätigung. 2002 und 2003 entstehen an historische Vorlagen angelehnte Werke wie The Expulsion from the Garden of Eden und The Massacre and the Problems of Depiction, after Picasso. (Picasso – Werke & Zitate) Im Jahr darauf zeigt er aus mehreren Blättern zusammengesetzte Aquarellporträts und Interieurs sowie Gartenansichten bei der Whitney Biennale. Außerdem kuratiert er mit Allen Jones die Sommerausstellung am Royal College of Art und ein Buch über sein Gesamtwerk mit dem Titel Hockney’s Pictures erscheint. 2005 werden in der L. A. Louver Gallery in Los Angeles 36 seiner Aquarelle mit Yorkshire-Landschaften ausgestellt. Nachdem er 2006 weitere Landschaftsgemälde en plein air malt, entsteht 2007 das bis heute größte seiner Werke: Bigger Trees near Warter Or/Ou Peinture Sur Le Motif Pour Le Nouvel Age Post-Photographique. Mit Blick auf die großformatigen Gemälde zieht er 2008 in ein riesiges Atelier:

„Ich habe eine sehr, sehr große Lagerhalle in Bridlington angemietet – mein bisher größtes Atelier. Als ich den fünfjährigen Mietvertrag unterschrieb, fühlte ich mich zwanzig Jahre jünger. […] Von Zeit zu Zeit breche ich zusammen und bleibe drei Tage im Bett, in denen ich meistens nur schlafe, weil ich es nicht aushalten würde, untätig im Bett zu liegen.“ Zitat: David Hockney

2010–2019: Hockney kauf sein erstes iPad

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David Hockney: The Third Love Painting, 1960, Tate, © David Hockney, Foto: Tate

2010 kauft er das erste iPad und nutzt es für seine Malerei en plein air. Hockney hat es seitdem fast immer und überall dabei. Um das neue Medium zu erforschen, wandert er damit durch den Yosemite-Nationalpark. Nach seiner Rückkehr wendet er sich in Bridlington der Videoarbeit zu. Mithilfe seiner Assistenten montiert er mehrere Kameras auf die Motorhaube seines Jeeps, um simultan mehrere Filme mit jeweils leicht verschobener Perspektive zu machen, die zu einer synchronisierten Videoinstallation zusammengefügt werden. Die Arbeit transferiert seine Landschaftsgemälde in Bewegtbild. 2012 findet seine bisher größte Einzelausstellung A Bigger Picture in der Royal Academy of Arts in London statt. Dort zeigt er auch ein Multi-Kamera-Video, in dem er dieselbe Strecke zu allen Jahreszeiten abgefahren ist. Von 2013 bis 2016 arbeitet er an 82 Porträts vor blauem Hintergrund, die zusammen mit einem Stillleben erst in der Royal Academy of Arts in London, dann im Los Angeles County Museum of Art und schließlich im Guggenheim Bilbao gezeigt werden. Um die Queen und die längste Regentschaft der britischen Geschichte zu feiern, gestaltet er 2018 ein Fenster in Westminster Abbey. Dafür nutzt er sein iPad, weil es dem Medium Glas am nächsten kommt:

„Das iPad ist hinterleuchtet wie ein Fenster, es ist nur natürlich, darauf zurückzugreifen.“

Während es ihm als Kind unvorstellbar war, dass ein Künstler nur von seiner Kunst leben kann, ist Hockney nun einer der teuersten und angesehensten Künstler, dessen Werke in Museen auf der ganzen Welt hängen. David Hockney Biografie, Maler, Grafiker und Zeichner. David Hockney. Die Tate zu Gast → …

David Hockney. Die Tate zu Gast

2020: Das Bucerius Kunst Forum widmet dem Maler und Künstler David Hockney – die Tate zu Gast eine umfassende Ausstellung und zeigt bedeutende Werke & Bilder des Künstlers. Tickets für aktuelle Ausstellungen einfach und bequem online bestellen. Hier geht es zum Event-Kalender und dem Art On Screen Ticket Service → …

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