Archiv der Kategorie: Allgemein

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Das Winterpalais – Prinz Eugen von Savoyen

Feldherr, Philosoph und Kunstfreund. Italienischer Abstammung, von Geburt ein Franzose, wurde Prinz Eugen von Savoyen (1663-1736) nach seinem kometenhaften Aufstieg und seiner glanzvollen Karriere als Feldherr einer der einflussreichsten Österreicher, der das Geschick des Landes und auch dessen Kunst- und Kulturgeschichte nachhaltig prägte.

Blick in den Blauen Salon im Winterpalais - Belvedere Museum Wien, Art On Screen - News - [AOS] Magazine
Blick in den Blauen Salon im Winterpalais – Belvedere, Foto: Oskar Schmidt, © Belvedere, Wien
Einst für den Prinzen Eugen von Savoyen als prachtvoll ausgestattetes Wohn- und Repräsentationspalais errichtet, im 18. Jahrhundert von Kaiserin Maria Theresia erworben, bald für die Hofkammer und dann als Finanzministerium genutzt, ist das Barockjuwel in der Wiener Innenstadt wieder zu einem Ort für Kunst und Kultur geworden. Mit der Eröffnung des neuen und vierten Ausstellungsortes des Belvedere wurden die bedeutendsten Säle des Paradeappartements des Prinzen Eugen von Savoyen wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Stadt- und Gartenpalast

Winterpalais Prinz Eugen - Belvedere Museum Wien, Art On Screen - News - [AOS] Magazine
Winterpalais Prinz Eugen – Belvedere, Foto: Oskar Schmidt, © Belvedere, Wien
Aufbauend auf dem historischen Erbe und dem umfassenden Wirken des Weltbürgers, soll durch Wechselbeziehungen zwischen Stadt- und Gartenpalast – Winterpalais und Schloss Belvedere -, die nach mehr als 260 Jahren wieder zusammengeführt werden, ein weiterer bedeutender Kunststandort im Zentrum Wiens etabliert werden. Nach der ersten Ausstellung, die dem Bauherrn anlässlich seines 350. Geburtstags gewidmet war, wird vor allem der Dialog zwischen kulturellem Erbe und Gegenwartskunst gesucht – eine Auseinandersetzung, die weltweit in bedeutenden Kunstinstitutionen wie auch im Schloss Belvedere bereits höchst erfolgreich umgesetzt wird. So werden die Prunkräume in der Wiener Himmelpfortgasse zum Ort der künstlerischen Begegnung zwischen barocker Ausstattung, den Sammlungen des Belvedere sowie zeitgenössischer Kunst. Die Präsentationen entstehen in direktem Bezug zum Ort und ringen den Künstlern oftmals neue, in situ geschaffene und allein aufgrund der Einzigartigkeit von Ambiente und Geschichte wesentliche Werke ab. Neben der Architektur des Stadtpalais sind die einstigen Sammlungen des Prinzen sowie jene des Belvedere zentrale Ausgangspunkte.

Die Himmelpfortgasse 

Winterpalais - Belvedere Museum Wien, Art On Screen - News - [AOS] Magazine
Winterpalais © Belvedere, Wien Eingang Himmelpfortgasse
Ist die Himmelpfortgasse heute eine begehrte Adresse in der Wiener Innenstadt, galt das Viertel zu Zeiten des Prinzen als bürgerlich. Während alteingesessene Familien über Bauten in den besten Lagen nahe der Hofburg verfügten, benötigten Neuankömmlinge viel Glück. 1694, elf Jahre nach seinem Eintritt in die kaiserlichen Dienste, verfügte der Prinz über die notwendigen Mittel für den Kauf eines Gebäudes in der Wiener Innenstadt, erwarb in der Folge auch das Nachbargebäude und beauftragte den Architekten Johann Bernhard Fischer von Erlach 1696 mit der Errichtung eines siebenachsigen Palais, das in zwei darauffolgenden Etappen um jeweils fünf Achsen auf beiden Seiten erweitert wurde. So entstand ein nach außen hin beeindruckendes Gebäude, dessen wahrer Reichtum sich jedoch in den folgenden Jahren im Inneren entfaltete. Wandbespannungen aus Seide, kostbare Steinarten auf den Konsoltischen, Luster, Deckengemälde und -fresken berühmter italienischer Meister, englisches Silber, chinesisches Porzellan und viele andere Kostbarkeiten schufen ein Ambiente, dessen Pracht heute kaum vorstellbar ist. Nach dem Tod des Besitzers und dem Ankauf des Palais durch Kaiserin Maria Theresia im Jahre 1752 erfolgten unter dem Hofarchitekten Nicolaus von Pacassi zahlreiche bauliche Veränderungen. Dennoch ist es ein besonderer Schatz, der nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten erstmals der Öffentlichkeit zugänglich ist: Trotz der Umbauten sind wesentliche Teile der wandfesten Ausstattung erhalten geblieben. Ein Großteil davon insbesondere die Deckenfresken im Audienz – wie im Paradeschlafzimmer, das Goldkabinett und die fabelhaften Groteskenmalereien auf vergoldetem Grund vermag den heutigen Besucher nach wie vor zu beeindruckenden. [Belvedere Museum Wien] 

Arnulf Rainer – Neue Arbeiten auf Papier

Arnulf Rainer, der Widersprüchliche, der Komplexe, der Meisterprovokateur, ist mit seinen 88 Jahren springlebendig, der Schalk blitzt ihm aus den Augen.

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Arnulf Rainer vor Kreuz mit einem verdeckten Engelsflügel bei der Präsentation der Neuerwerbung im LENTOS Kunstmuseum Linz © maschekS. 2016
Seine jüngsten Arbeiten sind farbintensiv, wild, schön und voller Magie. Sie sind lebensfroh, wirken behutsam und offenbaren, wie viele Spätwerke, eine  außerordentliche Leichtigkeit. Rainer übermalt und verbirgt nichts mehr. Alles Darunterliegende, das den Künstler einst in einen Erregungszustand versetzte, hat sich aufgelöst. Mit poetischer Gelassenheit und Präzision zaubert der Einzelgänger in schöpferischen Zusammenhängen virtuose Farbklänge und emotionale Kraftlinien. Die in Serie gearbeiteten Papierarbeiten sind auf Teneriffa, in Wien und Oberösterreich entstanden. Sie verbildlichen eine neue Freiheit und die gegensätzlichen Grundprinzipien von Rainers Kunst: das Gestisch-Expressive oder das Ruhig-Meditative. Alle in der Ausstellung gezeigten Exponate im LENTOS sind Ohne Titel und im Zeitraum von 2015 bis 2016 entstanden und werden zum ersten Mal in einer Ausstellung präsentiert.

Arnulf Rainer und das KUNSTMUSEUM LENTOS

Arnulf Rainer, Art On Screen - News - [AOS] Magazine
Arnulf Rainer, Ohne Titel, 2015/16 © Arnulf Rainer
Insgesamt war der Künstler schon drei Mal mit einer Einzelschau in der Neuen Galerie der Stadt Linz – jetzt LENTOS Kunstmuseum Linz ­– zu Gast. Die Sammlung der Stadt Linz besitzt 86 Arbeiten des Künstlers darunter Zeichnungen, Druckgrafiken, Fotoübermalungen und Gemälde. Die jüngste Erwerbung des Fördervereins der LENTOS Freunde, Kreuz mit einem verdeckten Engelsflügel aus dem Jahr 1998, wurde erst letztes Jahr angekauft und wird seither in der Ausstellung Die Sammlung. Klassiker, Entdeckungen und neue Positionen im LENTOS präsentiert. Zurzeit sind außerdem in der aktuellen Schau Psycho Drawing. Art brut und die ʽ60er und ʽ70er in Österreich  12 Werke des Künstlers zu sehen.

Arnulf Rainer, Art On Screen - News - [AOS] Magazine
Arnulf Rainer, Ohne Titel, 2015/16 © Arnulf Rainer
Die kunsthistorische Bedeutung des 1929 in Baden geborenen Künstlers ist unwiderruflich. Er gilt als Begründer des Informel in Österreich; die in den Fünfzigerjahren entwickelten Übermalungen machen ihn weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt und im internationalen KollegInnenkreis berühmt. Seine intensive Suche nach neuen Wegen der Malerei und die stetige Entwicklung neuer künstlerischer Strategien, begleitet von performativen Arbeiten und umfangreichen Schriften, lassen Arnulf Rainer zu einem der einflussreichsten lebenden Künstler der Gegenwart werden.

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Arnulf Rainer, Ohne Titel, 2015/16 © Arnulf Rainer
Aus Materialmangel beging Rainer seine ersten Übermalungen und fand damit zu seinem eigenen Stil. Arnulf Rainer gehörte zwar nie der Gruppe der Wiener Aktionisten an, näherte sich diesen aber durch seine Übermalungen von Grimassenfotos und Körperbemalungen in den späten Sechzigerjahren an. In dieser Zeit begann auch seine langfristige Auseinandersetzung mit Werken von psychisch Kranken, die den Grundstein für die umfassende Sammlung Rainers zur Art brut legte. In Zusammenarbeit mit Dieter Roth und anderen Künstlerkollegen endstanden ab Mitte der Siebzigerjahre auch umfangreiche Werkzyklen.

Zahllose Ausstellungen legten den Weg zum internationalen Durchbruch: so war Rainer auf der documenta 5, 6 und 7 vertreten, repräsentierte mit Körpersprache-Arbeiten Österreich 1978 auf der Biennale von Venedig und erhielt im selben Jahr den Großen Österreichischen Staatspreis. Arnulf Rainer wurde 1981 zum Professor an der Akademie der Bildenden Künste in Wien sowie zum Mitglied der Akademie der Künste in Berlin ernannt. 1989 zeigte das Solomon R. Guggenheim Museum in New York eine umfassende Retrospektive. 2009 wurde das Arnulf Rainer Museum in Baden eröffnet. 2014/2015 fand in der Wiener Albertina eine große Arnulf-Rainer-Retrospektive statt.

Externer Link zum Museum

Die Ausstellung Arnulf Rainer ist bis zum 30. Juli im LENTOS Kunstmuseum Linz, Ernst-Koref-Promenade 1, 4020 Linz zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10–18 Uhr, Donnerstag 10–21 Uhr, Montag geschlossen (ausgenommen an Feiertagen).

Ella Kleedorfer-Egger – Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters

„Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters, die Dinge sind so, wie Du sie sehen willst.“ [zitiert nach Thukydides um 455 – 396 v. Chr.]

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© Ella Kleedorfer-Egger, Der Orange Traum – Acryl Mischtechnik
Das Malen ist für Ella Kleedorfer-Egger eine Entdeckungsreise, ein Abenteuer, das Spiel der Überraschungen, was sich aus dem scheinbaren Nichts auf der Leinwand manifestiert. In Ihren Arbeiten stellt sie immer wieder fest, dass das Endprodukt ohne ihre endlose Phantasie nicht existieren kann. Sie ist Mittel zum Zweck – so entsteht und wächst ihre Kunst. Sie kommt nicht auf Befehl, fordert vielmehr Vertrauen in den Prozess des Malens und das Loslassen von Vorstellungen, wie das Bild am Ende aussehen soll.

Soziales Engagement bewies die Künstlerin mehrfach mit der zur Verfügung Stellung von Exponaten für die ORF Aktion Licht ins  Dunkel“ Bilderspende in Brasilien, (Sao Paulo Kinderheim), für die „JAPAN Hilfe“ – Kunst-Auktion – Rotes Kreuz in der Galerie Steiner Art & Wine, Pro Donaustadt Gala „Auktion für Kinder“ Wolke 21 im Saturntower in 1220 Wien, Kunst Benefiz-Versteigerung im Maxim vom Lions-Club zugunsten des Kindergartens von St. Benedikt in Wien.

Zum ausführlichen Künstler-Porträt, bitte weiterlesen →